HochschuleStabsstelle Qualitätsmanagement

Entscheidung zur Akkreditierung

Der Senat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg hat in seiner 423. Sitzung am 12.07.2017 mit großer Mehrheit den Beschluss gefasst, dass die Hochschule nach erstmaliger Programmakkreditierung der lehramtsbezogenen Bachelor- und Masterstudiengänge die Systemakkreditierung beantragt.

Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht über die Merkmale der Programm- und der Systemakkreditierung. Zudem können Sie Dokumente herunterladen, die der Entscheidungsfindung zugrunde lagen.

Im Prozess wurde die PH Heidelberg von der Evaluationsagentur Baden-Württemberg (evalag) beraten.

Allgemeine Informationen zur Akkreditierung

Das deutsche Akkreditierungssystem ist dezentral organisiert und dadurch gekennzeichnet, dass die Akkreditierung von Studiengängen bzw. von hochschulinternen Qualitätssicherungssystemen durch Akkreditierungsagenturen erfolgt, die hierfür wiederum eine Zulassung des Akkreditierungsrates benötigen.

Bei der Programmakkreditierung stehen Studiengänge im Mittelpunkt der Begutachtung, bei einer Systemakkreditierung dagegen das gesamte Qualitätsmanagement-System, das für die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben für die Studienganggestaltung verantwortlich zeichnet.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Februar 2016 wurde von den Bundesländern der Staatsvertrag über die Organisation eines gemeinsamen Akkreditierungssystems zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre an deutschen Hochschulen (Studienakkreditierungsstaatsvertrag) verabschiedet. Auf seiner Basis (Artikel 4, Absätze 1-4) wurde von der Kultusministerkonferenz eine Musterrechtsverordnung beschlossen, die für alle Studiengänge gilt, über deren Akkreditierung ab dem 01.01.2018 ein Vertrag geschlossen wurde. Die Entscheidung über die Akkreditierung von Studiengängen bzw. QM-Systemen liegt demnach zukünftig nicht mehr bei den Akkreditierungsagenturen, sondern beim Akkreditierungsrat. Den Agenturen kommt daher zukünftig eine stärker beratende Rolle zu.

Die Programmakkreditierung der lehramtsbezogenen Bachelor- und Masterstudiengänge an der PH Heidelberg wird voraussichtlich auf der Basis der alten Regelungen durchgeführt (Vertragsschluss vor 01.01.2018).

"Altes" System der Akkreditierung. Quelle: http://www.akkreditierungsrat.de/index.php?id=system#

Programmakkreditierung - was ist das?

Gegenstand der Programmakkreditierung sind Bachelor- und Masterstudiengänge. Hat ein Studiengang ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen, erhält er eine befristete Akkreditierung (i.d.R. fünf bis sieben Jahre) mit oder ohne Auflagen und trägt für den Zeitraum seiner Akkreditierung das Qualitätssiegel der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland.

Das Akkreditierungsverfahren ist ein mehrstufiges Verfahren, das auf dem Prinzip des Peer Review beruht. Stellt eine Hochschule bei einer von ihr ausgewählten Agentur einen Antrag auf Akkreditierung eines Studiengangs, so setzt die betreffende Agentur eine Gutachtergruppe ein, deren Zusammensetzung sowohl die fachlich-inhaltlichen Ausrichtung als auch das spezifische Profil des Studiengangs widerspiegelt. Der Gutachtergruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Interessensgruppen an. Dazu gehören insbesondere die Vertreterinnen bzw. Vertreter der Hochschulen – also Lehrende und Studierende – sowie Vertreterinnen bzw. Vertreter der Berufspraxis.

Die Begutachtung des Studiengangs durch die Gutachtergruppe erfolgt auf der Grundlage der Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung und umfasst neben der Analyse der Antragsunterlagen in der Regel eine Begehung der Hochschule. Im Rahmen dieser Begehung führt die Gutachtergruppe Gespräche mit der Leitung der Hochschule, den Lehrenden und den Studierenden vor Ort. Im Anschluss fertigen die Gutachterinnen und Gutachter ein Gutachten mit einer Beschlussempfehlung für die Akkreditierung des Studiengangs an.

Auf der Grundlage des Gutachtens und unter Berücksichtigung des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Entscheidungsreglements beschließt das zuständige Entscheidungsgremium der Agentur eine Akkreditierung des betreffenden Studiengangs, eine Akkreditierung mit Auflagen, eine Aussetzung des Verfahrens oder eine Versagung der Akkreditierung.

Nach Abschluss des Verfahrens veröffentlicht die Agentur ihre Entscheidung, das Gutachten und die Namen der Gutachterinnen und Gutachter in der Datenbank akkreditierter Studiengänge.

Quelle (geringfügig gekürzt und angepasst): http://www.akkreditierungsrat.de/index.php?id=programmakkreditierung

Systemakkreditierung - was ist das?

Gegenstand der Systemakkreditierung ist das interne Qualitätssicherungssystem einer Hochschule. Die Akkreditierung eines internen Qualitätssicherungssystems hat zur Folge, dass die Hochschule ihre Studiengänge selbst akkreditieren kann. Studiengänge, die nach den Vorgaben des akkreditierten Systems eingerichtet werden bzw. Gegenstand der hochschulinternen Qualitätssicherung waren, tragen ebenso wie die programmakkreditierte Studiengänge für den Zeitraum der Akkreditierung das Qualitätssiegel der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland.

Im Zuge der Systemakkreditierung werden die für Studium und Lehre relevanten Strukturen und Prozesse daraufhin überprüft, ob sie das Erreichen der Qualifikationsziele und eine hohe Qualität der Studiengänge gewährleisten, wobei die European Standards and Guidelines for Quality Assurance in Higher Education (ESG), die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Kriterien des Akkreditierungsrates Anwendung finden.

Eine positive Systemakkreditierung bescheinigt der Hochschule, dass ihr Qualitätssicherungssystem im Bereich von Studium und Lehre geeignet ist, das Erreichen der Qualifikationsziele und die Qualitätsstandards ihrer Studiengänge zu gewährleisten.

Das Verfahren der Systemakkreditierung ist ein mehrstufiges Verfahren, das auf dem Prinzip des Peer Review beruht. Stellt eine Hochschule bei einer von ihr ausgewählten Agentur einen Antrag auf Systemakkreditierung führt die Agentur zunächst eine Vorprüfung durch, ob die Zulassungsvoraussetzungen für die Systemakkreditierung erfüllt sind. Kommt die betreffende Agentur zu einem positiven Ergebnis, setzt sie ausgehend vom Profil der Hochschule eine Gutachtergruppe ein, die sich mindestens aus drei Mitgliedern mit Erfahrung auf dem Gebiet der Hochschulsteuerung und der hochschulinternen Qualitätssicherung, einem studentischen Mitglied mit Erfahrungen in der Hochschulselbstverwaltung und der Akkreditierung und einem Mitglied aus der Berufspraxis zusammensetzt. Die Mitglieder der Gutachtergruppe verfügen über Erfahrung in der Hochschulleitung, in der Studiengestaltung und in der Qualitätssicherung von Studium und Lehre. Außerdem soll ein Mitglied der Gutachtergruppe aus dem Ausland kommen. 

Die Begutachtung des hochschulinternen Qualitätssicherungssystems erfolgt auf der Grundlage der Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung und umfasst neben der Analyse der Antragsunterlagen der Hochschule insgesamt zwei Begehungen und eine stichprobenartige Überprüfung relevanter Merkmale der Studienganggestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung (Stichproben). Zweck der Stichproben ist es zu überprüfen, ob die im begutachteten Qualitätssicherungssystem angestrebten Wirkungen auf Studiengangebene tatsächlich eintreten und somit die Qualität im Bereich Studium und Lehre gewährleistet ist. Im Rahmen der Begutachtung führt die Gutachtergruppe außerdem Gespräche mit der Leitung der Hochschule, den Gleichstellungsbeauftragten, dem Verwaltungspersonal, den Verantwortlichen für Qualitätssicherung und natürlich den Lehrenden und den Studierenden vor Ort. Im Anschluss an die Begehungen und die Stichproben fertigen die Gutachterinnen und Gutachter ein Gutachten mit einer Beschlussempfehlung für die Systemakkreditierung an.

Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Entscheidungsreglements beschließt das zuständige Entscheidungsgremium der Agentur eine Akkreditierung des betreffenden Systems, eine Akkreditierung mit Auflagen, eine Aussetzung des Verfahrens oder eine Versagung der Akkreditierung.

Nach Abschluss des Verfahrens veröffentlicht die Agentur ihre Entscheidung, das Gutachten und die Namen der Gutachterinnen und Gutachter in der Datenbank des Akkreditierungsrates.

Quelle (geringfügig gekürzt und angepasst): http://www.akkreditierungsrat.de/index.php?id=systemakkreditierung

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