Institut für PsychologieProfessur für Entwicklungspsychologie

FoSmeK – Begleitforschung zu einem Sprachförderkonzept für mehrsprachige Kinder

Vergleichende nationale und internationale Studien der letzten Jahre haben darauf hingewiesen, dass gerade in Deutschland ein substanzieller Anteil an Kindern zu Schulbeginn nicht über entsprechende Sprachleistungen im Deutschen verfügt und somit von Beginn an deutlich benachteiligt ist. Hierbei handelt es sich zu einem großen Teil um mehrsprachige Kinder / Kinder mit Migrationshintergrund. Auf bildungspolitischer Ebene werden viele Anstrengungen unternommen, um diesem Problem zu begegnen ...

Besonders in Kindertageseinrichtungen spielt die Förderung sprachlicher Fähigkeiten eine zentrale Rolle. Vor allem mehrsprachige Kinder sind in diesem Rahmen auf bestmögliche Bedingungen angewiesen, um Deutsch zu lernen und somit sprachliche Fähigkeiten zu erwerben, die Ihnen einen gelingenden Start in die Schule ermöglichen. Nach wie vor herrscht jedoch ein großer Mangel an Studien zur Effektivität von verschiedenen sprachlichen Förderansätzen und Maßnahmen im vorschulischen Bereich. Die Ergebnisse bisheriger Studien zur Effektivität umschriebener Sprachförderprogramme im Vorschulalter sind eher ernüchternd (EVAS [Schöler 2005; Hofmann, Polotzek, Roos & Schöler, 2008]; DACHS in "Schwerpunkt Sprache" [Sachse 2008; Sachse, Budde, Rinker & Groth, 2010; Sachse, Budde, Rinker & Groth, 2012]; EKOS [Wolf, Stanat & Wendt, 2010]).

Der Sprachförderansatz KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprachen) des Zentrums für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (www.kikus-muenchen.de) ist auf Kinder nicht-deutscher Herkunftssprache ausgerichtet und sollte mit Kindern ab dem Alter von 3 Jahren als systematisches Programm für Deutsch als Zweitsprache in Kindertageseinrichtungen eingesetzt werden. Als Hauptmerkmal des Sprachförderansatzes KIKUS gilt die Miteinbeziehung verschiedener Ebenen der Sprachförderung: (a) Förderung der Kinder in Kleingruppen durch externe oder interne Sprachförderer,
(b) Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte, um das Gelernte in den Einrichtungsalltag zu integrieren und damit zu vertiefen sowie (c) Elternarbeit, um gleichzeitig die Erstsprache der Kinder zu fördern.

Eine bisher erfolgte Prozessevaluation einzelner Fortbildungsbestandteile von KIKUS ergab sehr positive Ergebnisse. Eine Überprüfung der Effektivität des gesamten Ansatzes bzw. der Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile des Konzepts jedoch hat bisher noch nicht stattgefunden.

Projektziel

Ziel der geplanten Studie ist es, im Sinne einer summativen Evaluation die Effektivität des Sprachförderkonzepts KIKUS in seiner Gesamtheit zu untersuchen, um Aussagen darüber machen zu können, welchen konkreten Nutzen ein solches Vorgehen für die beteiligten Kinder hat. Es handelt sich dabei um eine externe Evaluation, bei der die Studie durch einen Dritten durchgeführt wird, der die Fördermethode nicht selber entwickelt hat.

Darüber hinaus sollen übergreifende Faktoren gelingender mehrsprachiger Entwicklung im Kindergartenalter identifiziert und längsschnittlich betrachtet werden, um Vorhersagen über Entwicklungsverläufe von mehrsprachigen Kindern in Deutschland machen zu können. Die mit der Studie gewonnenen Erkenntnisse können helfen, Strategien zur effektiven Unterstützung der Kinder im Kindergartenalter weiter zu entwickeln und zu implementieren. Des Weiteren liefern sie bedeutende Hinweise für eine effektive Gestaltung von Sprachförderangeboten im Vorschulalter.

Ausblick

Die mit der Studie gewonnenen Erkenntnisse können helfen, Strategien zur effektiven Unterstützung der Kinder im Kindergartenalter weiter zu entwickeln und zu implementieren. Des Weiteren liefern sie bedeutende Hinweise für eine effektive Gestaltung von Sprachförderangeboten im Vorschulalter.

Publikationen

Groth, K., Egert, F. & Sachse, S. (2017). Wirksamkeit eines additiven Sprachförderkonzepts für mehrsprachige Kinder. Frühe Bildung, 6 (2), 74-82. DOI: 10.1026/2191-9186/a000311 (download Manuskriptversion)

Die Abschlussbroschüre zum Projekt finden Sie hier.

Projektteam und Kooperationspartner

ZNL (TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen)
Dr. Katarina Groth
Franziska Egert

Pädagogische Hochschule Heidelberg
Prof. Dr. Steffi Sachse

Förderung
Das Projekt wird gefördert von der Siemens Stiftung, München.
Kontakt: Ursula Gentili, Vertretung: Franziska Einem