Institut für GesellschaftswissenschaftenSportwissenschaft / Sportpädagogik

Entwicklungsprojekt -

Turnen in Stundenbildern für die Sekundarstufe I und II mehrperspektivisch unterrichten und auswerten

Kurzinhalt:

Turnen in der Sekundarstufe ist eine viel diskutierte, von Sportlehrkräften oft als schwierig wahrgenommene Unterrichtspraxis des Faches Sport. Sein problematisches Verhältnis, das sich zwischen turnenden Schülerinnen und Schülern respektive Lehrkräften und Turnsachen nur all zu leicht zu einem selbst verstärkenden Problemzirkel entwickeln kann, entsteht aus der Fixierung des Turnens auf traditionelles Gerätturnen. Ein Turnunterricht, der dem Vorbild des Vereinssports folgt, ist wegen personeller, wie struktureller Bremswirkungen zu überdenken.

In unserem Projekt soll das Erlernen spezifischer Turnfertigkeiten an Wettkampfgeräten als nur einer von vielen optionalen Bereichen innerhalb eines mehrperspektivischen Turnunterrichts entwickelt werden. Im mehrgedeuteten Turnunterricht befassen sich Schüler mit zahlreichen Kompetenzansprüchen: individuelles sowie Turnkönnen mit Partner und in der Gruppe, synchrones und gruppenvariantes nachgestalten können von Turnfolgen, eigenständiges um- und ausgestalten können, Gerätearrangements bauen können, sich an und mit Geräten, an und mit Partner/n darstellen können, Hindernisse drinnen in der Sporthalle, aber auch in der freien Natur überwinden und vielfältig bewältigen können und Techniken aus Akrobatik, Bewegungskunst, Parkour, B-Girling/B-Boying, Tricking oder Hip-Hop einbeziehen können.

Für das Auswerten eines von vielseitigen Ansprüchen begleiteten Turnvorhabens sind Teaching-To-The-Test-Verfahren mit exklusiver Bewertung des Endprodukts, der Bewegungstechnik oder des Lernergebnisses als geeignete Prüfungsmaßnahme auszuschließen. Vielmehr stehen in jedem Unterrichtsvorhaben die passenden sachlichen und sozialen Ziele im Vordergrund, den Schülerinnen und Schülern wird Raum und Zeit zur Verfügung gestellt, um selbsttätig zu werden oder die Aufgaben mit Hilfe von Lehrenden oder Lernpartnern anzupacken, so dass Etappen des Lernprozesses und das Lernprodukt zusammen kommen sollen. Die thematisierten Objekt- und Subjektkriterien sollen in einer Matrix für die entsprechende prozess- und produktbezogene Bewertung der Lernentwicklung zusammengeführt werden.

Projektdauer: 01.03.17 bis 30.06.2018

Leiterin: Dr. Sabine Hafner

Kontaktdaten: INF 720, 69120 Heidelberg, Tel. 06221/477-601, Mail: hafner1@ph-heidelberg.de

In Zusammenarbeit mit:

Andreas Laube - Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule in St. Ilgen und Ausbildungsberater für Studierende an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Limpert-Verlag GmbH Wiebelsheim

Forschungsprojekt

Bildung zur kulturellen Teilhabe an Bewegungskunst durch Tanzunterricht an Schulen

Status: aktuell laufendes Vorhaben

Kurzinhalt:
Von bildungspolitischer Seite ist für Schulen Bildung zur kulturellen Teilhabe in Auseinandersetzung mit den Künsten erwünscht und von wissenschaftstheoretischer Seite als Voraussetzung für ein geglücktes Leben in seinen personalen und gesellschaftlichen Dimensionen bestimmt.
Das gilt auch für die Bewegungskunst, deren Maßstab für bildungspolitisches Gelingen in der Idee, aber auch in der diesbezüglichen Kritik einer Verortung in der Sportlehrerbildung zu finden ist. Greifen Studien auf tanz- und/oder kreativitätsbezogene Unterrichtsinterventionen zurück, werden im Sportunterricht (externe) Tanzpädagoginnen oder Tanzpädagogen zur Durchführung herangezogen. Derlei Experten-Zuweisungen stellen sich vor dem potenziellen Wirkungsspektrum der Kreativfächer nachvollziehbar dar, repräsentieren aber den Hintergrund sportunterrichtlicher Möglichkeiten und Dispositionen von Lehrkräften für Bewegung, Spiel und Sport defizitär.
Ziel der Forschung ist es auf personeller Seite, Verhältnisse zwischen produktivem und rezeptivem Sportengagement sowie produktivem und rezeptivem Kunstengagement von angehenden Sportlehrkräften zu prüfen (Kontrollgruppen-Design). Auf fachdidaktisch struktureller Seite sollen konzeptionelle Herausforderungen offen gelegt und faktorielle und sequenzierter Ausbildungsstrukturen impliziert werden.

Projektdauer: 01.04.17 bis 31.03.2020

Leiterin: Dr. Sabine Hafner

Kontaktdaten: INF 720, 69120 Heidelberg, Tel. 06221/477-601, Mail: hafner1@remove-this.ph-heidelberg.de

Publikationen:

Hafner, S. (2016). Forschung in Bewegung: Tanzen, Gestalten, Darstellen - Sportunterrichtliche Widersprüche? Sport & Spiel, 16(2), 38-41.

Hafner, S. (2015). Forschung in Bewegung: Kompetenzorientiert tanzen und turnen! Eine mehrdimensionale Bewertungsmatrix zur Förderung prozess- und produktorientierten Kompetenzerwerbs beim Gestalten im Tanz- und Gruppenturnunterricht an (Hoch)Schulen. Sport & Spiel, 15(3) 38-40.