Studium

Die Studienplätze, die nach Abzug der Vorabquoten zur Verfügung stehen, werden zu 90 % nach Auswahlpunkten und zu 10 % nach Wartezeit vergeben. Beim hochschuleigenen Auswahlverfahren wird die Eignung und Motivation des Bewerbers bewertet. Die Eignung und Motivation der Studienbewerber für ein Studium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wird neben der Abiturprüfung durch den Nachweis pädagogisch relevanter Tätigkeiten bewertet.

Die Studienplätze werden nach einer Rangliste vergeben. Der jeweilige Ranglistenplatz des Bewerbers ist von seiner Gesamtpunktzahl abhängig. Bei Punktgleichheit zählt der bessere Abiturschnitt. Die Gesamtpunktzahl des Bewerbers, der als letzter seinen Studienplatz erhielt, ergibt den Grenzwert, den sog. numerus clausus (NC).

Fächerwahl in den Studiengängen Bildung im Primar- und Sekundarbereich

Seit dem Studienjahr 2017/18 stehen für Fächer, die vergleichsweise selten gewählt werden und für die an der Hochschule ein Überhang des Lehrangebots besteht, definierte Studienplätze zur Verfügung (kapazitätsorientierte Passungsquote). Die Zulassungschancen für diese Fächer sollen sich dadurch verbessern. Wer auf diesem Weg zugelassen wird, wird dieses Fach im weiteren Studienverlauf nicht bzw. nur innerhalb der oder zwischen den Fächergruppen wechseln können.

Fächergruppen:
Bildung im Primarbereich
Fächergruppe 1: Kunst, Musik
Fächergruppe 2: Sport
Fächergruppe 3: Naturwiss.-techn. Sachunterricht mit Schwerpunkt Chemie, Physik, Technik

Bildung im Sekundarbereich
Fächergruppe 1: Kunst, Musik
Fächergruppe 2: Sport
Fächergruppe 3: Chemie, Physik, Technik
Fächergruppe 4: Französisch

Fachrichtungsspezifische Zulassung im Studiengang Sonderpädagogik

Beim Studiengang Sonderpädagogik werden seit dem Studienjahr 2017/18 die Studienplätze nach den einzelnen sonderpädagogischen Fachrichtungen vergeben. Maßgeblich hierfür ist die Wahl der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung.

Auswahlverfahren - Berechnung der Gesamtpunktzahl

Jeder Bewerber sammelt auf zwei Ebenen Punkte:

1. Abitur-Durchschnittsnote (max. 30 Punkte)

Im ersten Schritt wird die Durchschnittsnote der Abiturprüfung in eine Punktzahl umgerechnet. Die Bewerbungspunkte werden in Zehntelschritten mit jeweils einem Punkt vergeben.
Die Note 1,0 erhält 30 Punkte, Note 1,1 = 29 Punkte, ect. bis zur Note 3,9 = 1 Punkt. Die Note 4,0 ergibt 0 Punkte.

Siehe hierzu folgende Übersicht:

Note 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8
Punkte 30 29 28 27 26 25 24 23 22
Note 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7
Punkte 21 20 19 18 17 16 15 14 13
Note 2,8 2,9 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6
Punkte 12 11 10 9 8 7 6 5 4
Note 3,7 3,8 3,9 4,0          
Punkte 3 2 1            

2. Bewertung von pädagogisch relevanten praktischen Tätigkeiten (max. 30 Punkte)

Im zweiten Schritt werden bis zum Bewerbungsende nachgewiesene pädagogisch relevante praktische Tätigkeiten bewertet. Es werden Tätigkeiten bewertet, die nicht im Rahmen des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung durchgeführt wurden.

Die Pädagogische Hochschule vergibt maximal 30 Punkte für praktische Tätigkeiten. Sie werden also gleichrangig mit der schulischen Qualifikation gewichtet. Durch die relativ starke Bewertung der praktischen Tätigkeiten werden besonders motivierte und geeignete Bewerber für ein Studium an der PH Heidelberg ausgewählt.

Eine Übersicht der Tätigkeiten und den Punktzahlen finden Sie im Download-Bereich auf der rechten Seite.

wichtige Hinweise zur Zulassung nach Auswahlpunkten

  • Auswahlpunkte für die Bewertung der sonstigen Leistungen können nur dann vergeben werden, wenn die Tätigkeit entsprechend nachgewiesen wird; die Hochschule wird keine aufklärenden Unterlagen nachfordern. Eine Bewertung erfolgt aufgrund der uns bis zum Bewerbungsende vorliegenden Nachweise. Endet eine Berufsausbildung erst nach dem Bewerbungstermin, kann diese vsl. nicht bewertet werden.
  • Für praktische pädagogisch relevante Tätigkeiten werden Auswahlpunkte über den Bewerbungszeitraum hinaus, bis 30.09. bei Bewerbung zum Wintersemester bzw. bis 31.03. bei Bewerbung zum Sommersemester vergeben. Voraussetzung dafür ist u. a., dass die Tätigkeit zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits begonnen wurde.
  • Falls Sie zum Zeitpunkt der Bewerbung eine Tätigkeit noch ableisten (z.B. FSJ), benötigen wir eine aktuelle Bescheinigung der Einsatzstelle. Eine Bescheinigung, die vor Beginn der Tätigkeit ausgestellt wurde, genügt nicht.
  • Eine Tätigkeit wird nur dann als offizielles Soziales Jahr gewertet, wenn in der Bescheinigung der Bezug auf das entsprechende Gesetz steht (bspw. Gesetz zur Förderung eines freiwilligen Sozialen Jahr, Bundes- oder Jugendfreiwilligendienstgesetz,.)
  • Es werden grundsätzlich nur Bescheinigungen und Nachweise bewertet, die von einer dritten unabhängigen Stelle ausgestellt werden. Privat ausgestellte Bescheinigungen können nicht akzeptiert werden. Dies trifft insbesondere auf private Nachhilfe oder Au-Pair-Tätigkeiten bei einer Gastfamilie zu.
  • Nachweise müssen die genaue Art der ausgeübten Tätigkeiten, den genauen Zeitumfang der Tätigkeit in Wochenstunden sowie den genauen Zeitraum der Tätigkeit belegen. Sollten diese Angaben sich nicht aus dem eingereichten Nachweis ergeben, ist eine Bewertung ausgeschlossen. Achten Sie also in Ihrem eigenen Interesse darauf, dass auf den Nachweisen alle nötigen Angaben korrekt angegeben sind.
  • Innerhalb eines Blocks kann maximal nur die angegebene Blockmaximalpunktzahl erreicht werden. Für eine Berufsausbildung und praktische Tätigkeiten können insgesamt maximal 30 Punkte vergeben werden.
  • Pädagogische Tätigkeiten, die im Rahmen des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung gemacht werden, bleiben unberücksichtigt (bspw. fachpraktisches Jahr im Rahmen der Fachhochschulreife).
  • Die Punktzahl nach der Abitur-Durchschnittsnote sowie ggf. die  Punktzahl der praktischen, pädagogischen Leistungen werden addiert (max. 60 Punkte). Aus der so ermittelten Punktzahl wird unter allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Rangliste erstellt, die über die Zulassung zum Studiengang entscheiden wird. Falls keine sonstigen Leistungen vorhanden sind bzw. bis Ende der Bewerbungsfrist nachgewiesen werden, ist die Gesamtpunktezahl gleich der umgerechneten Punktzahl der Abitur-Durchschnittsnote.

Grenzwerte (numerus clausus)

Die Gesamtpunktezahl des Bewerbers, der als letzter einen Studienplatz erhielt, ergibt den Grenzwert, den sog. numerus clausus (NC). Das bedeutet, dass der NC nicht von der Hochschule im Vorfeld festgelegt wird, sondern sich nach Abschluss des Vergabeverfahrens errechnet. Je höher die Quantität und je besser die Qualität der Bewerber, desto höher wird der NC sein und umgekehrt. Der NC ist daher in jedem Studiengang unterschiedlich hoch und variiert jedes Semester. Eine Prognose für das nächste Semester ist daher sehr schwer.

Zum Wintersemester 2015/16 wurden die bisherigen Lehramtsstudiengänge auf das Bachelor/Master-System umgestellt. Die nachfolgende Übersicht der vergangenen Grenzwerte dient daher nur der Orientierung.

NC nach Punkten

Bewerbungssemester Lehramt Primarstufe Lehramt Sekundarstufe I Lehramt Sonderpädagogik B.A. Gesundheitsförderung B.A. Frühkindliche und Elementarbildung
WS 2013/14 33 6 40 30 27
SoSe 2014 33 17 41    
WS 2014/15 34 10 41 30 30
SoSe 2015 33 12 38    
WS 2015/16 34 11 38 28 31
SoSe 2016 32 16 34    
WS 2016/17 35 17 37 28 31
SoSe 2017 32 16 34    
WS 2017/18       28 24

NC nach Punkten ab dem Wintersemester 2017/18

  SoSe 2018 WS 2018/19 SoSe 2019 WS 2019/20
Bildung im Primarbereich (ohne Poolfächer) 34 39 33 39
Pool 1 Naturwiss.-techn. Sachunterricht mit Chemie, Physik, Technik 30 33 25 27
Pool 2 Kunst, Musik 25 34 23 28
Pool 3 Sport 27 35 alle zugelassen 26
Bildung im Sekundarbereich (ohne Poolfächer) 20 38 17 34
Pool 1 Chemie, Physik, Technik alle zugelassen 26 alle zugelassen alle zugelassen
Pool 2 Französisch alle zugelassen 27 alle zugelassen 9
Pool 3 Kunst, Musik alle zugelassen 24 alle zugelassen 10
Pool 4 Sport alle zugelassen 32 alle zugelassen 18
Sonderpädagogik *Geistige Entwicklung 42 45 35 44
Sonderpädagogik *Hören 38 38 30 37
Sonderpädagogik *Lernen 41 39 32 39
Sonderpädagogik *Sehen 37 38 30 35
Sonderpädagogik *Sprache 38 37 34 35
* als erste sonderpädagogische Fachrichtung        
Frühkindliche und Elementarbildung   29   23
Prävention und Gesundheitsförderung   25   alle zugelassen

Zulassung nach Wartezeit

Neben der Zulassung nach Auswahlpunkten werden 10% der zur Verfügung stehenden Studienplätze nach der Anzahl der Wartesemester vergeben.

Die Anzahl der Wartesemester ist die Zeit zwischen dem Zeitpunkt der Hochschulzugangsberechtigung (i.d.R. Abiturzeugnisdatum) und dem Bewerbungssemester an der Hochschule. Hiervon werden eventuelle Zeiten eines Hochschulstudiums wieder abgezogen, da Sie in dieser Zeit nicht auf einen Studienplatz gewartet haben.

wichtige Hinweise zur Zulassung nach Wartezeit

  • Die Wartesemester werden bei einer Bewerbung automatisch berechnet. Sie erhöhen nicht die Auswahlpunkte.
  • Die Quote nach Auswahlpunkten und nach Wartesemestern sind getrennt voneinander zu sehen.
  • Die Hochschule führt keine Warteliste für Bewerber, die nicht zum Studium zugelassen werden konnten. Sie müssen sich jedes Semester neu bewerben.
  • Da der NC für die Zulassung nach der Anzahl der Wartesemester jedes Semester und pro Studiengang sehr unterschiedlich ist, ist eine Orientierung nicht möglich. Die Grenzwerte werden daher an dieser Stelle nicht veröffentlicht.

Ortsbindung im öffentlichen Interesse

Berücksichtigt werden Bewerberinnen und Bewerber, die einem im öffentlichen Interesse zu berücksichtigenden oder fördernden Personenkreis angehören und aufgrund begründeter Umstände an den Studienort gebunden sind. Im Auswahlverfahren werden 1% der Plätze vorgehalten.

Zu dem im öffentlichen Interesse zu berücksichtigenden oder fördernden und aufgrund begründeter Umstände an den Studienort gebundenen Personenkreis gehören Bewerber und Bewerberinnen:

  1. die einem auf Bundesebene gebildeten A-, B-, C- oder D/C-Kader eines Spitzenfachverbandes im Deutschen Olympischen Sportbundes angehören oder
  2. die einem auf Landesebene gebildeten D- oder D/C- Kader eines Spitzenfachverbandes im Deutschen Olympischen Sportbundes angehören,
  3. die am Wohnort soziale Pflichten, deren Erfüllung im besonderen öffentlichen Interesse liegt, wahrnehmen, insbesondere
  • Tätigkeit in einer Einrichtung des Katatrophenschutzes oder Zivilschutzes;
  • Bestellung zum Bewährungshelfer, Vormund, Betreuer oder Pfleger im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs;
  • Bestellung zur Pflegeperson zum Erziehungsbeistand oder Betreuungshelfer im Sinne des Kinder- und Jugendhilfegesetztes
  • Ausübung eines Mandats in einer kommunalen Vertretungskörperschaft und deren Wahrnehmung bei Zulassung an einem anderen als dem gewünschten Studienort nicht möglich wäre.

Vorwegzulassung

Erhalten Sie zu Beginn oder während des Dienstes eine Zulassung für einen Studienplatz gilt Folgendes: In der Regel können Sie den Studienplatz auf Grund des noch laufenden Dienstes nicht annehmen. In diesem Fall haben Sie bei Dienstende Anspruch auf eine sog. Vorwegzulassung.
Die bevorzugte Zulassung soll die Studienbewerberin bzw. den Studienbewerber vor einer evtl. Verschärfung der Auswahlgrenzen schützen und damit verhindern, dass aus einer Dienstleistung Nachteile hinsichtlich der Ausbildungschancen erwachsen.

Wichtige Hinweise zur Vorwegzulassung

Eine Vorwegzulassung setzt voraus, dass zu Beginn oder während des Dienstes eine Bewerbung und eine Zulassung zum Studium vorlag. Die Vorlage des Zulassungsbescheides ist daher erforderlich.

Die Vorwegzulassung setzt voraus, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber

  • die Zulassung spätestens zum zweiten auf die Beendigung des Dienstes folgenden Vergabeverfahrens beantragt hat. Stichtage sind der 15. Januar und 15. Juli (Ausschlussfristen),
  • nachweist, dass ein Dienst geleistet wird bzw. wurde,
  • den Zulassungsbescheid vorlegt.

Soziale Dienste

Als Sozialer Dienst gilt:

  • Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr im Sinne des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten
  • Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Europäischer Freiwilligendienst, Förderprogramme Weltwärts und kulturweit
  • Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz
  • Freiwilliger Wehrdienst nach dem Wehrpflichtgesetz oder Dienst beim Bundesgrenzschutz
  • Entwicklungsdienst nach dem Entwicklungshelfergesetz
  • eine Betreuung oder Pflege eines leiblichen/adoptierten Kindes unter 18 Jahren oder eines pflegebedürftigen Angehörigen bis zur Dauer von drei Jahren

Die Sozialen Dienste haben in der Regel eine Dauer von einem Jahr werden aber ab einer Dauer von sechs Monate als Dienst anerkannt.

Nähere Informationen zu den freiwilligen Diensten finden Sie hier.

wichtige Hinweise zum Sozialen Dienst

  • Die Angaben zum Dienst müssen durch Nachweise belegt werden.
  • Die Dienstzeitbescheinigungen müssen einen Bezug zum jeweiligen Gesetz haben, damit festgestellt werden kann, dass ein offizielles freiwillige Jahr mit den entsprechenden Anforderungen vorliegt.
  • Wer seinen Dienst zum Zeitpunkt der Bewerbung noch ableistet, muss eine Bescheinigung mit aktuellem Ausstellungsdatum beilegen. Bescheinigungen bzw. Verträge, die vor Beginn des Dienstes ausgestellt werden, bleiben unberücksichtigt.
  • Die Dienstzeitbescheinigungen müssen vom anerkannten Träger ausgestellt werden.
  • Bundesfreiwilligendienste können durch eine Bescheinigung der Einsatzstelle nachgewiesen werden.
  • Die Betreuung/Pflege eines Kindes bzw. Angehörigen kann nur dann als Dienst anerkannt werden, wenn sie in ihrem Umfang und ihrer Intensität mit den übrigen Diensten vergleichbar ist. Dies ist durch eine schriftliche Versicherung nachzuweisen, aus der hervorgeht, dass diese vollzeitbeanspruchende Tätigkeit entsprach und wie lange ("von.. bis") die Betreuung bzw. Pflege gedauert hat. Darüber hinaus sind im Falle der Betreuung bzw. Pflege eines Kindes alle Belege beizufügen, die Aufschluss über die Betreuungsbedürftigkeit geben (Geburtsurkunde und Meldebescheinigung, ärztl. Attest). 
  • Im Falle der Betreuung bzw. Pflege eines Angehörigen ist eine ärztl. Bescheinigung beizufügen, die über Grund und Umfang der Pflegebedürftigkeit Aufschluss gibt sowie eine Meldebescheinigung der pflegebedürftigen Person.
  • Aus den Unterlagen muss sich nachvollziehbar und glaubhaft ergeben, dass die Betreuung bzw. Pflege in dem angegebenen Umfang ausgeübt wurde.