Übergreifender Studienbereich(ÜSB)

Der Übergreifende Studienbereich (ÜSB) nach PO 2011

 

Der Übergreifende Studienbereich favorisiert die gemeinsame Entwicklung von Querschnittskompetenzen durch alle Lehramtsstudierenden, unabhängig von Lehramtsausrichtung und Fächerwahl.

Was versteht man unter (Querschnitts-) Kompetenzen?

Der Ausdruck Querschnittskompetenz meint Kompetenzen, die übergreifend sind und sich nicht eindeutig einem Fach, einer Disziplin oder einem Lehramtsstudiengang zuordnen lassen.

Unter Kompetenzen versteht man mehr als reines Wissen. Kompetenzen stellen eine dynamische und situationsabhängige Kombination aus Wissen, Verstehen und der Fähig¬keit sowie sozialen Bereitschaft dar, um Probleme zu lösen. Kompetenzen befähigen daher zum Handeln. Auch wenn der Begriff Kompetenz vielfach sehr verschieden definiert wird, unterscheidet man häufig personale Kompetenzen (normativ-ethische Einstellungen), aktivitäts- und handlungsbezogene Kompetenzen, fachlich-methodische Kompetenzen und soziale Kompetenzen eines Individuums. Während Fachwissen im Studienkontext von Lehrenden vermittelt werden kann, können Kompetenzen nur durch die Eigeninitiative von Studierenden entwickelt werden. Der Begriff Kompetenz fokussiert den Lernfortschritt als Entwicklung einer Person mit Blick auf den angestrebten beruflichen Kontext und unter besonderer Berücksichtigung der vielfältigen individuellen Voraussetzungen und Dispositionen des/der Lernenden.
Zur Vorbereitung auf die vielfältigen Anforderungen im Lehrer_Innenberuf werden im ÜSB interdisziplinär durchgeführte Lehrveranstaltungen zu übergeordneten Studieninhalten angeboten. Vernetztes Denken und selbstständiges Lernen wird gefördert. Das Studium des ÜSB ist verbindlich für alle Studierenden. Die Entwicklung entsprechender Querschnittskompetenzen wird für alle Prüfungen vorausgesetzt. Die Lehrangebote geben jedoch zunehmende Wahlfreiheiten und werden von allen Fächern gemeinsam verantwortet und durchgeführt.

Kompetenzen und Inhalte im ÜSB

Der ÜSB gliedert sich in drei Module, im Rahmen derer verschiedene Querschnittskompetenzen durch die Auseinandersetzung mit drei verschiedenen  Schwerpunktbereichen erworben werden sollen:

Modul 1

Im Modul 1 wird in das wissenschaftliche Denken und Arbeiten und die Nutzung spezifischer Medien eingeführt. Hier werden daher frühzeitig die Grundlagen für all die wissenschaftlichen Arbeitstechniken gelegt, die die Studierenden während des gesamten Studiums benötigen und die Voraussetzung für ein professionelles Handeln in pädagogischen Berufsfeldern sind. Im Vordergrund stehen die Auseinandersetzung mit Wissenschaftstheorie, Erkenntnismethoden und das Erlernen der Bearbeitung und Erstellung wissenschaftlicher Texte. Die Angebote zur  Mediennutzung zielen sowohl auf die methodische und technische Befähigung der Studierenden als auch auf ihre kritische Reflexion des Medieneinsatzes. Anhand der Portfolioarbeit sollen die Studierenden zudem gleich zu Beginn lernen, ihren Lernprozess zu dokumentieren und zu reflektieren, um dieses Instrument wiederkehrend im Studium einsetzen zu können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Bibliothek und Didaktische Werkstätten als Orte selbstgesteuerter Lernprozesse kennenzulernen.

Modul 2

Im Sinne des Heidelberger Profils steht das Modul 2 ganz im Zeichen von Inklusion und Diversität. Studierende sollen sich in diesem Modul für ethische, rechtliche, pädagogische und didaktische Aspekte inklusiver Bildung öffnen. Sie sollen als angehende Lehrer_Innen lernen, Diversität (Unterschiedlichkeit und Vielfalt, z.B. in Bezug auf Kultur, Begabung, Gender, Behinderung usw.) als Chance für gemeinsame Lern- und Entwicklungsprozesse wahrzunehmen und entsprechende Rahmenbedingungen für Lehr- und Lernsituationen zu schaffen.

Modul 3

Im Modul 3 stehen die gesellschaftliche Teilhabe und Verantwortungsübernahme  sowie eine Sensibilisierung für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Mittelpunkt. Das Ziel ist, dass die Studierenden lernen, die sie umgebende Realität kritisch zu hinterfragen, gesellschaftliche Probleme zu erkennen und eigenverantwortlich Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Hier geht es weiterhin um das selbstgesteuerte Erlernen des projekt- und teambasierten und / oder des interdisziplinären Arbeitens sowie der dazugehörigen Kommunikationsfähigkeiten. Selbstverwaltete und selbstorganisierte Projekte und die vielfältige politische und kulturelle Mitgestaltung der Hochschule werden hier besonders gefördert.

Weiteres Informationsmaterial

Die Präsentation aus der letzten Erstsemesterwoche über den ÜSB nach StPO 2011 finden Sie unter Downloads.

Studienaufbau des Übergreifenden Studienbereiches (ÜSB) nach StPO 2011

 

Die drei Module des ÜSB fügen sich analog zur Aufteilung des Lehramtsstudiums in drei Studienstufen ein und vereinigen verschiedene Veranstaltungsangebote aus dem Pflicht- und Wahlpflichtbereich.

Kompetenzen und Inhalte zum Studium des ÜSB sind grundsätzlich für alle Lehramtsstudierenden des LA 2011 gleich. Lehramtsspezifische Besonderheiten ergeben sich im integrierten Bereich der Sprecherziehung und werden im Folgenden gesondert hervorgehoben. Im Grundschulstudium wurde außerdem ein zusätzliches Interdisziplinäres Projekt (IP) integriert.

ÜSB in der 1. Studienstufe

In der ersten Studienstufe, d.h. im Semester 1-2, erlernen die Lehramtsstudierenden im ÜSB wissenschaftliche Arbeitstechniken durch den Besuch einer Vorlesung mit dazugehörigen Übungen. Sie besuchen weiterhin mindestens eines der Seminarangebote im Wahlpflichtbereich (Mediennutzung, Einführung in die BIB/Didaktische Werkstätten, Ausbau von Fremdsprachenkenntnissen im Sprachlernzentrum). Im ersten Modul absolvieren Studierende des Sonderschullehramts zusätzlich die Sprecherziehung, Studierende des Grundschullehramts die Sprecherziehung und das Interdisziplinäre Projekt.

ÜSB in der 2. Studienstufe

In der zweiten Studienstufe, d.h. im Semester 3-5, besuchen die Studierenden eine verpflichtende interdisziplinäre Ringvorlesung mit Kolloquium zum Thema Diversität. Weiterhin nehmen die Studierenden an Seminarangeboten im Wahlpflichtbereich (Spezifische Aspekte von Diversität und Inklusion, Klassenmanagement, Förderprojekte) teil. Hier lernen Sie, unter Berücksichtigung der Heterogenität einer Lerngruppe, geeignete Lernsituation zu schaffen. Im zweiten Modul des ÜSB absolvieren die Studierenden des Haupt- Werk- und Realschullehramts zusätzlich die Sprecherziehung.

ÜSB in der 3. Studienstufe

Last but not least durchlaufen die Studierenden das dritte ÜSB-Modul im dritten und letzten Studienabschnitt, d.h. im Semester 6-8. In diesem Modul sind die Studierenden besonders aufgefordert, die bislang entwickelten Kompetenzen zum Einsatz zu bringen. Sie besuchen mindestens 1-2 Veranstaltungsangebote (von der LP-Anzahl abhängig) im Wahlpflichtbereich. Dieser umfasst projektorientierte Seminare, selbstorganisierte Projekte, tutorielle Begleitungen sowie Engagement in der Hochschule, Gesellschaft, Kultur und Politik, welche die gesellschaftliche Beteiligung und Verantwortungsübernahme der Studierenden steigern und / oder sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen.

Allgemeine Fragen

Nicolas Elsaesser
n.elsaesser(at)ph-heidelberg.de
Tel.: +49 6221 477-173
Raum: 119 (Altbau)

Fragen zu Modulen

jeweils zuständige Modulverantwortliche