Radikalisierung erkennen & begegnen! Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit.
Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgangs „Extremismus und Radikalisierung"
Heidelberg. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgangs „Extremismus und Radikalisierung – Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit mit jungen Menschen“ findet am Donnerstag, 5. Februar 2026, ein Fachtag an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Keplerstraße 87, statt. Ziel der Veranstaltung ist es Fachkräfte zusammen zu bringen, die mit jungen Menschen arbeiten, um sie in ihrem professionellen Umgang mit Radikalisierungstendenzen und extremistischen Einstellungen und Verhaltensweisen zu sensibilisieren und zu stärken.
Stadt Heidelberg unterstützt Fachkräfte im Umgang mit Extremismus
„Extremismus und Radikalisierung stellen eine große Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft dar – insbesondere für Fachkräfte, die junge Menschen begleiten. Die Stadt Heidelberg setzt auf Prävention, Qualifizierung und starke Netzwerke. Mit der Förderung des Fachtags und des Weiterbildungsangebots der Pädagogischen Hochschule Heidelberg stärken wir die Handlungskompetenz von Fachkräften und fördern den fachübergreifenden Austausch zwischen Bildung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Sicherheitsbehörden. So leisten wir einen konkreten Beitrag zur Demokratieförderung und zur nachhaltigen Präventionsarbeit vor Ort“, betont Stefanie Jansen, Bürgermeisterin und Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.
Herausforderungen für die pädagogische Praxis
Extremistische Strömungen sind in den vergangenen Jahren im öffentlichen Raum, in sozialen Medien und zunehmend auch in Bildungseinrichtungen sichtbarer geworden. Pädagogische Fachkräfte stehen dabei vor der Herausforderung, demokratiefeindliche Äußerungen, Provokationen oder verändertes Verhalten junger Menschen einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Gerade wenn religiöse, politische oder identitätsbezogene Aspekte berührt sind, erfordert dies fachliche Sicherheit, Reflexionsfähigkeit und ein hohes Maß an Sensibilität. Der Fachtag greift diese Herausforderungen auf und setzt den Fokus auf die Stärkung von Handlungskompetenz, fachlichem Wissen und interdisziplinärer Vernetzung.
Programm des Fachtags
Die Teilnehmenden erhalten fachliche Impulse aus den Bereichen (Sozial-)Pädagogik, politische Bildung, Staatsschutz, Opferschutz und Kriminologie. Den inhaltlichen Höhepunkt bildet die Keynote von Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner, einem renommierten Kriminologen, der wissenschaftlich fundierte Perspektiven auf Extremismus und Radikalisierung eröffnet und praxisnahe Impulse für die (Bildungs-)Arbeit mit jungen Menschen gibt. Im Anschluss an die Keynote vertiefen Fach-Inputs, ein moderiertes Expert:innen-Gespräch sowie verschiedene thematische Foren zentrale Fragestellungen der Präventions- und Bildungsarbeit. Diese bieten Raum für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen den beteiligten Professionen und Institutionen.
Hintergrund zum Weiterbildungslehrgang
Der Fachtag knüpft inhaltlich an die berufsbegleitende Weiterbildung „Extremismus und Radikalisierung – Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit mit jungen Menschen“ an, die 2021 deutschlandweit erstmalig als Kontaktstudium durch die Professional School der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, unter der Leitung der Geschäftsführung, Antje Schröder-Schulz, erfolgreich umgesetzt wurde. Das dreimonatige, modular aufgebaute Qualifizierungsangebot richtet sich an Fachkräfte aus unterschiedlichen – vornehmlich (sozial)pädagogischen – Berufsfeldern, für die das Themenfeld Extremismus im beruflichen Alltag eine hohe Relevanz besitzt. Entwickelt wurde es als Antwort auf bestehende Lücken in der Fortbildungslandschaft: Einerseits werden komplexe Dynamiken von Radikalisierung in eintägigen Fortbildungen oft nur unzureichend abgebildet, andererseits greifen stark berufsgruppenspezifische Angebote zu kurz, wenn es um interdisziplinäre Fragestellungen geht.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Muslimischen Akademie Heidelberg – Teilseiend e. V., Hei-MaT e. V., Mosaik Deutschland e. V., Weisser Ring e. V., SicherHeid e. V. sowie der Kommunalen Kriminalprävention Rhein-Neckar e. V.
Gefördert wird der Fachtag durch das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg im Rahmen des Runden Tischs gegen Rassismus.
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