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Schubkraft für Wissenschaftlerinnen

Bis zu 2,4 Millionen Euro für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft! Das PHÖNIX Förderprogramm startet – Elisabeth Schönhals koordiniert im Gleichstellungsbüro die Maßnahmen.

Elisabeth Schönhals koordiniert an der PHHD das Programm „PHÖNIX - Förderung von Frauen in der Wissenschaft“.

Wo sind sie nur hin, die Frauen? 77 Prozent der Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sind weiblich. Doch mit jeder Karrierestufe in der Wissenschaft werden es weniger, von 68 Prozent bei den Promovierenden bis zu 46 Prozent der Professuren. 

Die berüchtigte „Leaky Pipeline“ zieht sich durch das gesamte Wissenschaftssystem. Mit einer (fast) paritätischen Besetzung der Professuren ist die PHHD hier noch gut aufgestellt – aber längst nicht am Ziel eines echten Kulturwandels. „Auch im Wissenschaftssystem zeigt sich die strukturelle Benachteiligung von Frauen. Dem will die PHHD mit einem neuen Förderprogramm entgegenwirken“, sagt Elisabeth Schönhals. 

Sie koordiniert künftig im Gleichstellungsbüro das neu aufgelegte Programm „PHÖNIX - Förderung von Frauen in der Wissenschaft“, das Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere bei ihrer Qualifizierung und wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützt. Die Gelder hierfür bekommt die Hochschule aus dem „Professorinnenprogramm 2030“, für das sie sich mit ihrem Gleichstellungskonzept qualifizieren konnte. Damit kann die Hochschule mit der Berufung von bis zu drei Frauen auf eine Erstprofessur gleichzeitig Mittel für gleichstellungsfördernde Maßnahmen beantragen. Bei einer Programmlaufzeit von fünf Jahren könnte sie so insgesamt bis zu 2,4 Millionen Euro einwerben. 

Eine Menge Geld und eine echte Chance, dem Thema Gleichstellung einen Schub zu geben. Die ersten Maßnahmen starten zum Sommersemester 2026, hierzu informiert das Gleichstellungsbüro am 23. Januar hochschulintern in einer Online-Veranstaltung: Über PHÖNIX können Wissenschaftlerinnen der PHHD Mittel für eine Hilfskraft oder für Reise- und Tagungskosten beantragen. Um sich auf ihre Forschung zu konzentrieren, können sie sich - in Absprache mit  Institut und Dekanat - temporär von Lehrverpflichtungen entlasten lassen. Die Lehre wird für diese Zeit von Lehrbeauftragten übernommen. Und es gibt eine halbjährige Überbrückungs- bzw. Anschlussfinanzierung, um die End- oder Zwischenphasen von Qualifikationsabschnitten zu überbrücken.

„Es tut gut, gesehen zu werden“

Elisabeth Schönhals weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade für Eltern im Wissenschaftssystem gelegentliche Unterstützung hilfreich sein kann: Sie kam schon als Studentin für das Lehramt Sekundarstufe I in Kontakt mit dem Gleichstellungsbüro der PHHD. „Das war damals für mich eine wichtige Instanz; als Studentin mit Kind ist man ja ein Sonderfall“, erzählt sie. Es habe gut getan zu wissen, dass ihre Situation gesehen werde und sie bei Bedarf Hilfe bekomme. „Auch die Vernetzung mit anderen Familien ist hilfreich, vor allem wenn die Kinder klein sind.“

Schon während des Studiums begeisterte sie sich für außerschulische Bildungsarbeit, vor allem im Bereich Antidiskriminierung, politische und sexuelle Bildung. Als freie Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung führt sie seitdem Projekttage zu Extremismusprävention und „Argumentationstrainings“ gegen Hass und Hetze mit Jugendlichen und Erwachsenen durch. An der PHHD arbeitete sie zudem als Hilfskraft im Ökogarten, im Gleichstellungsbüro und im Transferzentrum mit. 

Spätestens nach dem Bachelor stand fest, dass sie statt Lehrplänen lieber gezielt Themen vermitteln wollte, die ihr am Herzen liegen. „Die fehlen oft in Lehrplänen, tragen aber zu einem friedlichen gesellschaftlichen Miteinander bei und sind wichtig, um strukturellen Chancenungleichheiten entgegenzuwirken.“ 

Schönhals belegte den Master Bildungswissenschaften der PHHD, mit dem Profil „Außerschulische Bildung im Kontext gesellschaftlicher Heterogenität“. „Meine Schwerpunkte waren Diskriminierungsforschung und Ungleichheitsforschung“, sagt sie. „Dabei habe ich viel über Differenzkategorien und ihre Überschneidungen gelernt und mich mit meinen eigenen Positionen auseinandergesetzt. So konnte ich ein tiefes Verständnis dafür entwickeln, dass unterschiedliche gesellschaftliche Ausgangslagen Barrieren schaffen und Menschen Zugänge verwehrt bleiben.“ 

Netzwerke für Wissenschaftlerinnen

Während eines Semesterpraktikums und einer einjährigen Tätigkeit bei Mosaik Deutschland e. V. lernte sie Projektarbeit und praktische Ansätze der Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit kennen. Seit 2023 war sie zudem als Hilfskraft im Gleichstellungsbüro der PHHD tätig und verantwortete dort insbesondere Beratungsangebote sowie den Social-Media-Auftritt. In ihrer neuen Rolle als Koordinatorin des PHÖNIX-Förderprogramms verbindet sie diese Erfahrungen aus Projekt- und Kommunikationsarbeit mit ihrem Schwerpunkt auf diversitätssensibler Bildungsarbeit und dem Anspruch, aktiv zur Chancengleichheit beizutragen.

Zum Sommersemester 2026 startet eine Testphase mit der Umsetzung der ersten Fördermaßnahmen. Das PHÖNIX-Programm soll schnellstmöglich bekannt gemacht werden, damit PHHD-Wissenschaftlerinnen davon profitieren können. Zu den Bausteinen des Konzepts gehört unter anderem eine Berufungsmanagerin, die in Kürze an der PHHD beginnt. Sie wird Berufungsverfahren begleiten und durch Rekrutierungs- und Onboardingmaßnahmen sowie Anti-Bias-Training dazu beitragen, die Präsenz von Frauen in bestimmten Bereichen zu erhöhen. 

Zudem finden im Rahmen von „PHÖNIX“ künftig themengezogene Lehraufträge, Gastvorträge, Lunch Talks und Workshops statt. „Wir wollen Frauen aller Karrierestufen dabei unterstützen, sich zu vernetzen, auszutauschen und zu empowern, von der Promotion bis zur Professorin“, sagt Schönhals. 

„PHÖNIX soll nicht nur individuelle Karrieren unterstützen, sondern langfristig Strukturen verändern und die Hochschule weiter für Gleichstellung sensibilisieren“, sagt Schönhals. „Ich wünsche mir, dass Wissenschaftlerinnen den Mut haben, die Fördermöglichkeiten zu nutzen und, dass sie spüren: Ihre Forschungsarbeit, ihre Perspektiven und Lebensrealitäten sind an der PHHD ausdrücklich erwünscht und werden gesehen.“ 

>>Online-Infotermin zum Programm „PHÖNIX- Förderung für Frauen in der Wissenschaft“: Freitag, 23. Januar 2026, 14 Uhr, unter (Zugang ohne Anmeldung möglich)

Weitere Informationen unter

Text: Antje Karbe
Foto: Birgitta Hohenester

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