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Das Foto zeigt verschiedene Studierende an einem Tisch sitzend.

[velo] Großer Erfolg für die Pädagogische Hochschule Heidelberg: Im aktuellen Studycheck-Ranking der beliebtesten Universitäten unter 5.000 Studierenden wurde die Hochschule zur beliebtesten Hochschule in Baden-Württemberg gewählt. Grundlage der Auszeichnung sind authentische Bewertungen von Studierenden und Absolvent:innen, die ihre Studienbedingungen, die Lehre und das Campusleben beurteilen.

"Diese Auszeichnung ist für uns ein starkes Signal und ein großes Kompliment zugleich", betont Rektorin Professorin Dr. Karin Vach. "Sie zeigt, dass unsere Studierenden die Qualität unserer Lehre, die persönliche Betreuung und das wertschätzende Miteinander an unserer Hochschule sehr schätzen. Darauf und insbesondere, dass 96% das Studium weiterempfehlen, sind wir stolz."
Auch Professor Dr. Christian Rietz, Prorektor für Studium und Lehre, hebt die Bedeutung des Rankings hervor: “Studycheck macht die Stimmen der Studierenden sichtbar. Dass sie uns so positiv bewerten, bestätigt unseren Anspruch, Studium und Lehre kontinuierlich weiterzuentwickeln und nah an den Bedürfnissen der Studierenden auszurichten.”

In den Bewertungen loben Studierende insbesondere die Qualität der Lehre und die enge Betreuung. So beschreiben sie die Studieninhalte als "vielseitig" und "anregend zur tiefen Selbstreflexion". Hervorgehoben werden zudem die engagierten Lehrenden: "Durch die sehr guten Dozentinnen und Dozenten macht das Studieren wirklich Spaß und man wird sehr gut auf den Beruf vorbereitet." Auch Themen wie Digitalisierung und Inklusion werden als großer Gewinn für die Ausbildung angehender Lehrkräfte genannt. Viele Studierende empfinden das Studium insgesamt als "unglaublich bereichernd" und schätzen das unterstützende Umfeld sowie das lebendige Campusleben.

Studycheck zählt zu den reichweitenstärksten Studierendenportalen im deutschsprachigen Raum. Die Rankings basieren ausschließlich auf freiwilligen, unabhängigen Erfahrungsberichten von Studierenden und Alumni und gelten daher als besonders glaubwürdiger Gradmesser für Studienzufriedenheit.

Informationen zum Studienangebot der PHHD gibt es unter .


Das Foto zeigt Professorin Dr. Steffi Sachse mit Teilnehmer:innen der Weiterbildung "Qualifizierung zur Fachkraft Sprache und Kommunikation".

[ka] Ein Jahr lang haben sich die Fachkräfte in der „Qualifizierung zur Fachkraft Sprache und Kommunikation" (QFSK) intensiv mit frühkindlicher Sprachentwicklung und deren Förderung in Kindertagesstätten auseinandergesetzt. In einer Abschlusspräsentation zeigen sie, wie sie ihr neues Wissen in der Praxis umsetzen – und gehen am Ende des Tages als zertifizierte Fachkräfte für „Sprache und Kommunikation“ nach Hause.

Maryam Jahangiri stellt das Sprachkonzept ihrer KiTa vor und ist dabei doppelt gefordert. „Meine Muttersprache ist persisch. Auf Deutsch zu präsentieren, ist aber eine gute Übung,“ erzählt sie, während sie sich am Whiteboard positioniert. Womit wir direkt bei einem Thema der Veranstaltung sind: dem Umgang mit Mehrsprachigkeit. Etwa 20 pädagogische Fachkräfte aus baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen sprachen Anfang Februar im Transferzentrum der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Gesprächsanlässe schaffen

Der Umgang mit Mehrsprachigkeit gehört in KiTas längst zum Alltag. Wie lässt sich hier sprachliche Bildung und Förderung gezielt einsetzen? Im Qualifizierungskurs der PHHD ist das Schlüsselwort „alltagsintegriert“: Unterstützung der Sprachentwicklung findet nicht nur in geplanten Settings und Zusatzangeboten statt, sondern vor allem bei alltäglichen Kommunikationsanlässen wie Essen oder Anziehen. Dafür braucht es geschulte pädagogische Fachkräfte, die geeignete Anlässe wahrnehmen und sprachliche Interaktionen an den kindlichen Äußerungen ausrichten.

„Wir beobachten unsere Kinder kontinuierlich und machen sie mit unbekannten Wörtern vertraut“, berichtet Fachkraft Jahangiri. Auch die anderen KiTas haben sich einiges einfallen lassen, um Kinder spielerisch, aber systematisch an Sprache heranzuführen. Kompetenzen in der deutschen Sprache sollen gefördert und gleichzeitig die Mehrsprachigkeit der Kinder unterstützt werden. So nimmt der Einsatz mehrsprachiger Bücher und Lieder beispielsweise alle Kinder mit. Ein Adventskalender mit den Weihnachtsbräuchen anderer Länder thematisiert verschiedene kulturelle Hintergründe. Die Materialsammlung, die ältere Kinder in Fächer mit dem richtigen Anfangsbuchstaben einsortieren dürfen, macht Lust auf Sprachlernen. Auf dem „Erzähltisch“ können Bilderbuchgeschichten dreidimensional nachgespielt werden. Und in der „Sommerferien-Box“ sammeln Kinder über die Ferien Gegenstände und berichten anschließend, was es damit auf sich hat.

Manche Einrichtungen kooperieren mit Buchläden und Büchereien oder laden zum internationalen Vorlesetag ein, bei dem Eltern in ihren Familiensprachen vorlesen. Überhaupt gilt ein enger Kontakt zu den Familien als wichtiger Baustein: Sie haben einen entscheidenden Anteil an der kindlichen Sprachentwicklung, auch wenn sie selbst nur wenig Deutsch sprechen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Anwendung

Fachbegriffe wie standardisierte Sprachstandserhebung, Sozialraumanalyse oder Förderplanung fallen heute ganz selbstverständlich - zu den Kursinhalten gehört auch umfangreiches theoretisches Wissen. Der Input dafür kommt von den Leiterinnen Professorin Dr. Jeanette Roos und Professorin Dr. Steffi Sachse vom Institut für Psychologie der PHHD. Mit ihrem Team schulen und begleiten sie seit 2021 Fachkräfte in fortlaufenden Kursen.

Jeanette Roos hat über 20 Jahre Erfahrung in der Konzeption von Fort- und Weiterbildungen zur frühkindlichen Bildung und für verschiedene Bildungsinitiativen. Die „Qualifizierung zur Fachkraft Sprache und Kommunikation" (QFSK) resultiert aus einer Zusammenarbeit mit dem Baden-Württembergischen Kultusministerium und dem Bund. Nun freut sich die Wissenschaftlerin, dass QFSK künftig auch zum neuen Landesprogramm „SprachFit“ beiträgt. „Dort ist die ‚Stärkung der alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in der KiTa‘ als eine von fünf Säulen verankert. Die Weiterbildung von Fachkräften spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.“

Die Theorie soll dabei immer gut mit der Praxis verzahnt sein: Nach jedem Modul erhalten Teilnehmer:innen „Transferaufgaben“, mit denen sie das Gelernte im Kita-Alltag umsetzen. Zudem durchlaufen sie im Qualifizierungskurs das wissenschaftlich evaluierte „Heidelberger Interaktionstraining“ (HIT) des Kooperationspartners „Zentrum für Entwicklung und Lernen“ (ZEL). In einem intensiven Training reflektieren sie ihr eigenes Interaktionsverhalten mit den Kindern und lernen, Situationen gezielt für Sprachbildung und -förderung zu nutzen. „Wir möchten Fachkräfte befähigen, sich in der Interaktion sensibel zu verhalten und das Kind sprachlich anzuregen“, sagt ZEL-Leiterin Professorin Dr. Anke Buschmann, die das HIT entwickelt hat.

Während des Kurses besuchen die Leiterinnen zudem teilnehmende Einrichtungen und stellen Aufbau und Ziele der Qualifizierung vor. Das schafft Transparenz und klärt offene Fragen. Zudem ist zentral, dass die Fachkräfte als Multiplikator:innen die Themen der Qualifizierung weitergeben. „Wir brauchen für die Umsetzung das gesamte Team einer KiTa im Boot, das ist der Knackpunkt“, sagt Steffi Sachse. „Eine Person allein kann das nicht stemmen.“

Multiplikator:innen für die Praxis

Deshalb benötigen die Teilnehmer:innen Rückenwind für eine ungewohnte Rolle, auf die sie im Kurs vorbereitet werden: Sie werden das eigene Team dafür schulen, sprachförderliche Interaktionen systematisch im Alltag einzusetzen. Viele sind hier schon aktiv geworden und berichten von allerlei Lernerfahrungen, vom Finden eines gemeinsamen Termins bis zu den Details der Umsetzung in allen Kita-Bereichen.

Auch darüber spricht man im Kurs offen: Alltagsstress, Jobwechsel und andere Umstände, die eine Umsetzung ausbremsen können. Gleichzeitig wird in den Präsentationen spürbar, wie motiviert alle sind, „ihre“ Kinder bestmöglich zu fördern, und auch Stolz auf bereits Erreichtes schwingt mit.

Martin Solbach erzählt, dass er herausfordernd finde, auch bei Personalknappheit in Sachen Sprachförderung dranzubleiben. „Wenn Sie das Konzept leben, spricht das vielleicht auch andere im Team an“, sagt Anke Buschmann. „Sie sind sozusagen der Garant, dass es in Zukunft weitergeht“. Die Grundlagen sind mit dem Kurs jedenfalls gelegt, wie auch Solbach bestätigt. „Wir haben direkt gemerkt, dass man schon mit einfachen Mitteln gute Erfolge bei den Kindern erzielt.“

Hinweis
Kurs 14 startet am 23. Juni 2026, Bewerbungen ab sofort unter
Alle Informationen zur Weiterbildung unter


Jochen Laub, Karin Vach, Petra Olschowski, Priska Sprenger

[velo] Am Neuberufenenempfang des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Neuen Schloss in Stuttgart nahm Rektorin Professorin Dr. Karin Vach gemeinsam mit drei der im Jahr 2025 berufenen Professor:innen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg teil. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski würdigte bei der Feierstunde Anfang Februar den Mut, die Exzellenz in Wissenschaft und Lehre sowie das große Engagement der Neuberufenen und hob die Bedeutung vielfältiger wissenschaftlicher Perspektiven hervor. Der Neuberufenenempfang machte deutlich, wie attraktiv Baden-Württemberg und die Pädagogische Hochschule Heidelberg als Wissenschaftsstandort sind.

Die PHHD ist stolz auf ihre neuen Professor:innen, die mit ihren fachlichen Profilen und ihrer Expertise wichtige Impulse für Forschung, Lehre und Transfer setzen. 
Dr. Priska Sprenger ist Juniorprofessorin mit Tenure-Track für “Mathematik und ihre Didaktik”. Sie ist national und international äußerst präsent in der mathematikdidaktischen Forschungsgemeinschaft, überzeugt mit zahlreichen Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften sowie als Keynote-Speakerin und als Mitglied in leitender Funktionen in wissenschaftlichen Fachgesellschaften. 
Dr. Stine Albers ist Professorin für “Didaktik des Sachunterrichts aus grundschulpädagogischer Perspektive”. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere auf Fragen von Bildung, Heimat und kindlichen Zugängen zur Welt sowie auf einer Sachunterrichtsdidaktik und (Selbst-)Reflexion in der pädagogischen Ausbildung. Darüber hinaus ist Albers unter anderem als Herausgeberin der Landesfachschaft Sachunterricht Baden-Württemberg und als affiliiertes Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung engagiert. 
Dr. Jochen Laub ist Professor für "Humangeographie und ihre Didaktik im Kontext von Mensch-Umwelt-Systemen". In den lehramtsbezogenen Studiengängen lehrt er zur räumlichen Organisation menschlichen Handelns sowie zu den Beziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Raum. Als Geographiedidaktiker mit humangeographischem Schwerpunkt bewegt sich seine Arbeit an der Schnittstelle von Fachwissenschaft, Pädagogik und Ethik; seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Neuen Kulturgeographie und der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Professor Dr. Thomas Knaus, der den digitalen Wandel in Bildungseinrichtungen erforscht und sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in Schule und Hochschule befasst, konnte nicht vor Ort teilnehmen.


Das Foto zeigt Dorothea Barth, wie sie sich ums Studierendenmarketing der Hochschule kümmert.

[hop] Der campusblog gewährt wieder neue interessante Einblicke ins Hochschulleben: Dorothea Barth, ab sofort fürs Studierendenmarketing zuständig, stellt sich vor, Florian Helfer vom Fach Geschichte berichtet von den vielfältigen Initiativen zum Holocaust-Gedenktag, und ein bildreicher Beitrag blickt auf die schöne Akademische Abschlussfeier zurück. Diese und weitere Themen finden sich auf . Unter „Kontakt“ sind Infos für diejenigen aufgeführt, die einen Beitrag einreichen möchten. 




Das Foto zeigt Studierende im Seminar.

Was geschah im Rahmen der sogenannten “Euthanasie”? Welches Erbe trägt die Sonderpädagogik noch heute aus der Zeit des Nationalsozialismus? Diesen Fragen widmete sich ein Masterseminar, in dem Teilnehmende und Lehrende gemeinsam neue Wege gingen. In einer heterogenen Lerngruppe von Studierenden und Bildungsfachkräften setzten sich diese intensiv mit historischen und politischen Aspekten zum “Gnadentod für Menschen mit Behinderung” zur Zeit des Nationalsozialismus auseinander. 

Das Seminar war im sonderpädagogischen Schwerpunkt “Geistige Entwicklung” verortet. Mit einer vielschichtigen inklusiven Hochschuldidaktik wurden unterschiedliche Zugänge zum Lernen eröffnet, die eine aktive Auseinandersetzung sowie den Austausch aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellten.

Erwartungen und Ziele

Zu Beginn des Seminars tauschten sich alle Beteiligten über ihre Erwartungen aus: “Ich gehe davon aus, dass wir gemeinsam anschaulich lernen und ich didaktische Anregungen für die Thematik sowie vielfältige Methoden für die Schulpraxis lernen kann.“ “Es ist mir wichtig, dass das Thema sensibel aufbereitet wird und im Seminar eine offene Fehlerkultur realisiert wird.” So formulierten Teilnehmende ihre Erwartungen an die gemeinsame Seminararbeit. 

Herausforderndes Ziel des Seminars war es, die Komplexität der Inhalte sowie ihre Zusammenhänge aufzuzeigen und gleichzeitig verständlich zugänglich zu machen. Umso wichtiger war die Verständigung aller Beteiligten auf eine verständliche Sprache. Dafür übernahmen drei Teilnehmende pro Sitzung die Rolle der Verstehensassistenz. Diese behielten die Gruppe im Blick und griffen bei Bedarf ein. Um Verstehensprozesse darüber hinaus zu ermöglichen, wurden theaterpädagogische Methoden eingesetzt, um komplexe und emotional schwierige Themen - auch ohne abstrakte Sprache - körperbezogen erleb- und verarbeitbar zu machen. 

Worum ging es?

Um das Vorwissen zu aktivieren, starteten wir mit einer gemeinsamen Rekonstruktion eines Zeitstrahls von 1933-1945 mit Daten und Bildern von bedeutsamen Ereignissen. Es schloss sich die Unterscheidung von Menschen in die Gruppen „erfasst, verfolgt, vernichtet“ und „anerkannt, unterstützt, geachtet” an, die wir mit Bezügen zu Biografien erarbeiteten. „Das waren ja Menschen mit Familie, mit einer Geschichte. "Ich mag nicht daran denken, was mir als Mensch mit Behinderung damals passiert wäre.” brachte Helmuth Pflanzer in die Diskussion ein. Wir suchten daher auch in Heidelberg nach Stolpersteinen von Menschen, die in der Tötungsanstalt Grafeneck aufgrund von kognitiven oder psychischen Behinderungen ermordet wurden. Die Frage, warum so viele Menschen die nationalsozialistische Ideologie unterstützten, führte zur Auseinandersetzung mit Propaganda und deren Wirkung auf Denken, Fühlen und Handeln. 

In stabilen Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden Inhalte und sammelten ihre Fragen für die Exkursion zur Gedenkstätte Grafeneck. Erinnern und Trauern war das Thema vor Ort. Die Wege gehen, die Orte sehen, an denen Grausamkeiten stattfanden und wahrzunehmen, dass heute auf dem Gelände der Gedenkstätte wieder Menschen mit Beeinträchtigungen leben und arbeiten, war eine intensive Erfahrung.

Die Rolle der Sonderpädagogik - damals und heute

Ein zentrales Thema war die Rolle der Sonderpädagogik im Nationalsozialismus. Sie war maßgeblich an der Erfassung und Dokumentation von Kindern und Jugendlichen beteiligt, die nicht dem nationalsozialistischen Ideal des “erbgesunden Menschen” entsprachen. Eine Studierende fasste es so zusammen: “Auch heute noch zu verstehen, welche Rolle die Sonderpädagogik damals hatte, war für mich erschreckend". Die Teilnehmenden reflektierten institutionelle und fachliche Verstrickungen der damaligen Fachpersonen kritisch und diskutierten Fragen professioneller Verantwortung sowie ethische Dimensionen (sonder-)pädagogischen Handelns im Kontext der Gegenwart. So konnten die Teilnehmenden Strukturen und Praktiken von Ausgrenzung, Anpassung und (Macht-)Legitimation erkennen und Bezüge zu aktuellen politischen Entwicklungen herstellen. 

Was nehmen wir mit?

“In der Reflexion unseres Seminars stellten wir immer wieder fest, wie aktuell das Thema auch heute noch ist. Wie vielfältig kann und darf unsere Gesellschaft heute sein?” fragte Thorsten Lihl der als Bildungsfachkraft am AW-ZIB arbeitet.

Miteinander und voneinander lernen war ein Gewinn, wenn auch noch kein Selbstläufer. Differenzierte Lernsituationen in der Erwachsenenbildung gemeinsam zu planen und umzusetzen ist eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung einer inklusiven Hochschule. Das nächste inklusive Seminar ist bereits in Planung. 

Text: Noemi Heister, Sarah Maier und Karin Terfloth (AW-ZIB)




Das Foto zeigt Elisabeth Schönhals im Porträt

[ka] Bis zu 2,4 Millionen Euro für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft! Das PHÖNIX Förderprogramm startet – Elisabeth Schönhals koordiniert im Gleichstellungsbüro die Maßnahmen.
Wo sind sie nur hin, die Frauen? 77 Prozent der Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sind weiblich. Doch mit jeder Karrierestufe in der Wissenschaft werden es weniger, von 68 Prozent bei den Promovierenden bis zu 46 Prozent der Professuren. 

Die berüchtigte „Leaky Pipeline“ zieht sich durch das gesamte Wissenschaftssystem. Mit einer (fast) paritätischen Besetzung der Professuren ist die PHHD hier noch gut aufgestellt – aber längst nicht am Ziel eines echten Kulturwandels. „Auch im Wissenschaftssystem zeigt sich die strukturelle Benachteiligung von Frauen. Dem will die PHHD mit einem neuen Förderprogramm entgegenwirken“, sagt Elisabeth Schönhals.

Sie koordiniert künftig im Gleichstellungsbüro das neu aufgelegte Programm „PHÖNIX - Förderung von Frauen in der Wissenschaft“, das Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere bei ihrer Qualifizierung und wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützt. Die Gelder hierfür bekommt die Hochschule aus dem „Professorinnenprogramm 2030“, für das sie sich mit ihrem Gleichstellungskonzept qualifizieren konnte. Damit kann die Hochschule mit der Berufung von bis zu drei Frauen auf eine Erstprofessur gleichzeitig Mittel für gleichstellungsfördernde Maßnahmen beantragen. Bei einer Programmlaufzeit von fünf Jahren könnte sie so insgesamt bis zu 2,4 Millionen Euro einwerben. 

Eine Menge Geld und eine echte Chance, dem Thema Gleichstellung einen Schub zu geben. Die ersten Maßnahmen starten zum Sommersemester 2026, hierzu informierte das Gleichstellungsbüro am 23. Januar hochschulintern in einer Online-Veranstaltung: Über PHÖNIX können Wissenschaftlerinnen der PHHD Mittel für eine Hilfskraft oder für Reise- und Tagungskosten beantragen. Um sich auf ihre Forschung zu konzentrieren, können sie sich - in Absprache mit  Institut und Dekanat - temporär von Lehrverpflichtungen entlasten lassen. Die Lehre wird für diese Zeit von Lehrbeauftragten übernommen. Und es gibt eine halbjährige Überbrückungs- bzw. Anschlussfinanzierung, um die End- oder Zwischenphasen von Qualifikationsabschnitten zu überbrücken.

„Es tut gut, gesehen zu werden“

Elisabeth Schönhals weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade für Eltern im Wissenschaftssystem gelegentliche Unterstützung hilfreich sein kann: Sie kam schon als Studentin für das Lehramt Sekundarstufe I in Kontakt mit dem Gleichstellungsbüro der PHHD. „Das war damals für mich eine wichtige Instanz; als Studentin mit Kind ist man ja ein Sonderfall“, erzählt sie. Es habe gut getan zu wissen, dass ihre Situation gesehen werde und sie bei Bedarf Hilfe bekomme. „Auch die Vernetzung mit anderen Familien ist hilfreich, vor allem wenn die Kinder klein sind.“

Schon während des Studiums begeisterte sie sich für außerschulische Bildungsarbeit, vor allem im Bereich Antidiskriminierung, politische und sexuelle Bildung. Als freie Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung führt sie seitdem Projekttage zu Extremismusprävention und „Argumentationstrainings“ gegen Hass und Hetze mit Jugendlichen und Erwachsenen durch. An der PHHD arbeitete sie zudem als Hilfskraft im Ökogarten, im Gleichstellungsbüro und im Transferzentrum mit.

Spätestens nach dem Bachelor stand fest, dass sie statt Lehrplänen lieber gezielt Themen vermitteln wollte, die ihr am Herzen liegen. „Die fehlen oft in Lehrplänen, tragen aber zu einem friedlichen gesellschaftlichen Miteinander bei und sind wichtig, um strukturellen Chancenungleichheiten entgegenzuwirken.“

Schönhals belegte den Master Bildungswissenschaften der PHHD, mit dem Profil „Außerschulische Bildung im Kontext gesellschaftlicher Heterogenität“. „Meine Schwerpunkte waren Diskriminierungsforschung und Ungleichheitsforschung“, sagt sie. „Dabei habe ich viel über Differenzkategorien und ihre Überschneidungen gelernt und mich mit meinen eigenen Positionen auseinandergesetzt. So konnte ich ein tiefes Verständnis dafür entwickeln, dass unterschiedliche gesellschaftliche Ausgangslagen Barrieren schaffen und Menschen Zugänge verwehrt bleiben.“ 

Netzwerke für Wissenschaftlerinnen

Während eines Semesterpraktikums und einer einjährigen Tätigkeit bei Mosaik Deutschland e. V. lernte sie Projektarbeit und praktische Ansätze der Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit kennen. Seit 2023 war sie zudem als Hilfskraft im Gleichstellungsbüro der PHHD tätig und verantwortete dort insbesondere Beratungsangebote sowie den Social-Media-Auftritt. In ihrer neuen Rolle als Koordinatorin des PHÖNIX-Förderprogramms verbindet sie diese Erfahrungen aus Projekt- und Kommunikationsarbeit mit ihrem Schwerpunkt auf diversitätssensibler Bildungsarbeit und dem Anspruch, aktiv zur Chancengleichheit beizutragen.

Zum Sommersemester 2026 startet eine Testphase mit der Umsetzung der ersten Fördermaßnahmen. Das PHÖNIX-Programm soll schnellstmöglich bekannt gemacht werden, damit PHHD-Wissenschaftlerinnen davon profitieren können. Zu den Bausteinen des Konzepts gehört unter anderem eine Berufungsmanagerin, die in Kürze an der PHHD beginnt. Sie wird Berufungsverfahren begleiten und durch Rekrutierungs- und Onboardingmaßnahmen sowie Anti-Bias-Training dazu beitragen, die Präsenz von Frauen in bestimmten Bereichen zu erhöhen. 

Zudem finden im Rahmen von „PHÖNIX“ künftig themengezogene Lehraufträge, Gastvorträge, Lunch Talks und Workshops statt. „Wir wollen Frauen aller Karrierestufen dabei unterstützen, sich zu vernetzen, auszutauschen und zu empowern, von der Promotion bis zur Professorin“, sagt Schönhals.

„PHÖNIX soll nicht nur individuelle Karrieren unterstützen, sondern langfristig Strukturen verändern und die Hochschule weiter für Gleichstellung sensibilisieren“, sagt Schönhals. „Ich wünsche mir, dass Wissenschaftlerinnen den Mut haben, die Fördermöglichkeiten zu nutzen und, dass sie spüren: Ihre Forschungsarbeit, ihre Perspektiven und Lebensrealitäten sind an der PHHD ausdrücklich erwünscht und werden gesehen.“

Weitere Informationen unter


Auf dem Foto ist Frau Engin in der Gruppe Diskutierender zu sehen

[ka] Polizeipräsenz an Schulen kann keine Dauerlösung sein, sagt Professorin Dr. Havva Engin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Im Interview mit dem TV-Magazin „Brisant“ des Mitteldeutschen Rundfunks ordnet sie die Situation an einer Ludwigshafener Realschule ein. Dort patrouilliert - nach drei Reizgas-Vorfällen - die Polizei nun regelmäßig auf dem Gelände, um für Sicherheit zu sorgen. Lehrkräfte der Schule hatten bereits im November in einem Brandbrief die Zustände im Schulalltag beschrieben und Hilfe angefordert. Wie das Magazin in der Sendung vom 2. Februar berichtet, gab es dort in den vergangenen zwei Jahren fast 100 Anzeigen, auch zu Fällen von Körperverletzung.

Die Polizei sei als Hilfe für Ausnahmesituationen gedacht, sagt Engin . „Aber sie ist nicht Teil des Bildungsauftrags. Wenn das zum Alltagsgeschäft wird, wird es bedenklich.“ Lehrkräfte seien dafür ausgebildet, Unterricht durchzuführen und nicht für solche Ausnahmesituationen. „Wir brauchen dringend multiprofessionelle Teams an Schulen, die genau dafür geschult sind und Expertise mitbringen. Und das nicht nur, wenn der Brandbrief geschrieben wurde und dann nur für drei Wochen.“


Das Portätfoto zeigt Jan-Henning Ehm.

[ka] Aus Kostengründen schlagen Baden-Württembergische Bürgermeister:innen vor, den Stichtag für die Einschulung zu verschieben. Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Jan-Henning Ehm hält dies für wenig zielführend. Er argumentiert, dass die Fixierung auf das Alter aus entwicklungspsychologischer Sicht problematisch ist und plädiert daher für mehr Flexibilisierung.  Was darunter zu verstehen ist, hat er im Gespräch mit Forschungskommunikatorin Anje Karbe erläutert.

Herr Ehm, was würde eine Verlegung des Stichtags für Eltern und Kinder bedeuten?
Kinder, die bis zum Stichtag das 6. Lebensjahr erreichen, müssen im gleichen Jahr eingeschult werden. Es kämen also mehr jüngere Kinder in die Schule. In den meisten Bundesländern ist der Stichtag der 30. Juni. Baden-Württemberg war – wie Bayern und Berlin – schon mal beim 30. September und ging in den vergangenen Jahren schrittweise auf den 30. Juni zurück.

Die Idee ist nicht neu?
Keineswegs! Seit den späten 1990er Jahren wird immer wieder über das richtige Einschulungsalter debattiert. Alle Bundesländer haben experimentiert, dabei ging es oft um eine frühere Einschulung.

Halten Sie die Verschiebung des Stichtags für eine gute Idee?
Die Fixierung auf das Alter ist aus entwicklungspsychologischer Sicht problematisch. Wenn Kinder in die Schule kommen unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer individuellen Voraussetzungen ohnehin extrem. Sinnvoller scheint eine Flexibilisierung. So gibt es ja bereits „Einschulungskorridore“: Fünfjährige sind „Kann-Kinder“ und dürfen bei entsprechender Einschätzung von Eltern und Lehrkräften frühzeitig eingeschult werden. Gleichzeitig ist nachvollziehbar, dass ein Bildungssystem aus administrativen Gründen feste Stichtage und Planbarkeit für Schulen, Kitas und Eltern braucht. 

Gibt es wissenschaftliche Evidenz zum richtigen Einschulungsalter?
Die gibt es nicht. Schulbereitschaft ist kein fixer Alterswert, sondern ein individueller Entwicklungsprozess. Sie hängt von vielen Faktoren ab – vom Kind selbst, seinem sozialen Umfeld, aber auch davon, wie gut eine Schule auf unterschiedliche Entwicklungsstände vorbereitet ist. Klar ist aber auch: Alter und Entwicklungsstand hängen eng zusammen. Je jünger Kinder in die Schule kommen, desto weniger gelingt es ihnen möglicherweise lange Zeit aufmerksam zu sein –eine zentrale Voraussetzung, um bestmöglich von Unterricht zu profitieren. 

Um die Kompetenzen der Kinder hier zu fördern, verändert Baden-Württemberg gerade mit dem Landesprogramm „SprachFit“ grundlegend den Einschulungsprozess. Schulpflichtige Kinder, die noch Unterstützung brauchen, werden künftig in „Juniorklassen“ auf die Schule vorbereitet. Wir begleiten das Programm von PH-Seite wissenschaftlich, die ersten Klassen laufen dieses Jahr an. Welche Effekte diese neuen Übergangsformate auf die Entwicklung und Lernprozesse der Kinder haben – und unter welchen Bedingungen sie wirksam sind – ist noch offen und Gegenstand unserer Begleitforschung.

Woran erkenne ich überhaupt, ob mein Kind bereit für die Schule ist?
Das lässt sich nicht mit einem einfachen Kriterium beantworten. Eltern, pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und die Wissenschaft beschäftigen sich damit ständig. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die sprachlichen Voraussetzungen zentral, weil Sprache die Schlüsselrolle für Lernen und Teilhabe hat. Wichtig sind auch Selbstregulation, Aufmerksamkeit, der motorische Bereich und Eigenständigkeit.

Man kann es als begrifflichen Fortschritt sehen, dass wir heute von „Schulbereitschaft“ sprechen (statt „Schulreife“): Nicht nur das Kind soll bereit für die Schule sein, sondern auch die Schule für die individuellen Voraussetzungen, die das Kind mitbringt. Richtig toll wären Orte des gemeinsamen Lernens für Kindergarten- und Grundschulkinder. Solche Lernorte machen Anschlussfähigkeit sichtbar und erlebbar. Sie erleichtern Übergänge, weil Lernen nicht abrupt neu beginnt, sondern auf vorhandene Erfahrungen aufbaut.


Porträt von Carolyn Blume

[ka] Professorin Dr. Carolyn Blume ist in die Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre aufgenommen worden. Die Akademie ist ein bundesweites Netzwerk von Lehrenden aller Fachrichtungen und Hochschultypen. Die Mitgliedschaft wird in einem Auswahlverfahren an Menschen mit außergewöhnlicher Lehrpersönlichkeit und innovativen Lehransätzen verliehen. 

Carolyn Blume ist seit 2024 Professorin für englische Sprache, Literatur und Kultur an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Vorher war sie an der Technischen Universität Dortmund als Juniorprofessorin tätig. Die Wissenschaftlerin studierte an der Stanford University (Kalifornien, USA), der Harvard University (Massachusetts, USA) und dem Mercy College (New York, USA) und arbeitete sowohl in den USA als auch in Deutschland als Lehrkraft. Promoviert wurde sie an der Leuphana Universität Lüneburg.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Digitalisierung und der Umgang mit Diversität im Englischunterricht. Ihre Lehre wurde bereits zweimal ausgezeichnet. „Ich freue mich, nun Mitglied der Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre zu sein“, sagte Blume. „Ich denke, die Fremdsprachendidaktik kann hier Impulse einbringen und auch Neues aus der Arbeit des Netzwerks mitnehmen.“

Die Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre e.V. ging aus einem Programm des Stifterverbands und der Baden-Württemberg-Stiftung hervor. Heute ist sie eine Plattform, die gute Lehre sichtbar macht, gemeinsam weiterentwickelt und über Hochschul- und Fachgrenzen hinweg in die Breite trägt. Ihr Ziel ist es, die Grenzen der traditionellen Lehre zu erweitern und eine dynamische Lernumgebung zu schaffen, in der kreative Ideen gefördert und geteilt werden. 

In der Ausschreibungsrunde 2025 habe man dreimal mehr Bewerbungen erhalten als Plätze vergeben wurden, teilte das Netzwerk mit. In einem kompetitiven Peer-Review-Verfahren seien schließlich 19 Lehrpersönlichkeiten ausgewählt worden, die die Akademie künftig mit ihren Perspektiven, Lehrprojekten und Engagement bereichern.

Mehr Informationen unter




Blick ins Publikum der DGFF-Tagung, wobei der Fokus auf einer jungen Wissenschaftlerin liegt, die eine andere Teilnehmerin anstrahlt. Das Bild wurde in der Aula der PHHD aufgenommen.

[red] Contemporary societies are in a constant state of alert due to multiple crises, including wars, climate change, environmental disasters, displacement and migration, and pandemics. These crises put pressure on social coexistence and democratic political systems, both of which are under threat from radical positions. The same applies to the values and goals of the European Union, defining itself through freedom, democracy, equality, and the rule of law. During times of crisis it is thus vital that European citizens – with their different cultural, religious and linguistic backgrounds – actively promote these fundamental values and rights. School teachers are key influencers, educating and training young people to empower them for the future.

Educational institutions – and schools in particular – must teach, learn and live fundamental democratic values so that future generations are equipped to meet current and future challenges. Alongside self-reflection, tolerance of ambiguity and conflict management, necessary skills include tolerance, intercultural competence and resilience to extremist tendencies and attitudes.

Drawing on examples from German democracy education, our Staff Week gives teacher educators from various European countries the chance to share ideas on how to implement democracy education in different contexts, identify similarities and differences across Europe, and gain inspiration for their own teacher education activities.

The Erasmus+ Staff Week (STT) includes inspiring lectures, interactive workshops, cultural activities as well as a poster presentation, where participants will introduce their university as detailed in the programme below. More detailed information will follow after the participants have been selected. 

To apply, please visit to submit a letter of motivation (500 words) explaining why you are interested in participating and how your expertise could contribute to the programme by 22nd February 2026. As diversity of perspectives matters to us, a maximum of two participants will be accepted from each university.  

The registration fee is 350 euros (excluding accommodation and travel expenses). It includes workshops, training sessions, selected entrance tickets and transportation to cultural trips, a welcome dinner, lunch for three days and daily coffee and snacks.

Please check with your local International Office whether you are eligible for Erasmus funding to cover the costs for participation in this Erasmus+ Staff Week. The Erasmus Code of Heidelberg University of Education is: D HEIDELB02.

The Staff Week takes place at Heidelberg University of Education (PH Heidelberg), Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg. It is organised by the and the , a joint academic institution of PH Heidelberg and Heidelberg University (Universität Heidelberg). If you have any individual questions, please contact us at .


Das Foto zeigt zwei Schüler im Chemieunterricht beim Experimentieren.

[red] Im Kontaktstudium „Deutsch als Zweitsprache“ vom 20.3. bis 30.9. erwerben Sie einen kompetenten Umgang mit den besonderen Bedürfnissen beim Zweitspracherwerb. Denn mehrsprachig aufwachsende Kinder bilden in vielen Klassen eine wachsende Gruppe. Traumapädagogische Grundlagen im Lernprogramm des Kontaktstudiums ergänzen die Themen rund um die Sprachförderung und ermöglichen Ihnen eine angemessene emotionale Begleitung zugewanderter Schülerinnen und Schüler. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen sowie an schulnah arbeitende Pädagog:innen mit mindestens einjähriger Berufserfahrung.

Inhalte
1. Block: Grundlagen des Zweitspracherwerbs und der Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen
Im ersten Block werden die Teilnehmenden in die Grundlagen des Zweitspracherwerbs und der Sprachförderung in mehrsprachigen Klassen/Klassen mit zugewanderten Schüler:innen eingeführt. Dabei werden u.a. verschiedene Diagnoseinstrumente vorgestellt und der Orientierungsrahmen für Vorbereitungsklassen in Baden-Württemberg sowie die Situation mehrsprachiger Schüler:innen und ihrer Lehrkräfte in Deutschland reflektiert.

2. Block: Flucht und Trauma – Wissen für Lehrkräfte
Die Teilnehmenden setzen sich in diesem Block mit den Auswirkungen von Flucht und Migration auf das Lernen und Verhalten der Schüler:innen auseinander. Sie erwerben dabei Wissen zu Traumapädagogik sowie Traumafolgestörungen und erarbeiten Möglichkeiten des Umgangs mit traumatisierten Schüler:innen. Im Anschluss an den Block stellen sie in kleineren Fallbesprechungsgruppen eigene Fälle vor, diskutieren ihr Vorgehen und erhalten Rückmeldungen durch die Gruppe und die Dozentin.

3. Block: Methodik und Didaktik des DaZ-Unterrichts
In diesem Block stehen Grundlagen der Methodik und Didaktik des DaZ-Unterrichts in den verschiedenen Kompetenzbereichen im Mittelpunkt. Dazu gehören Sprechen und Hörverstehen, Lesen und Leseverstehen, Schreiben sowie Grammatik und Sprachbetrachtung im DaZ-Unterricht.

Format und Termine
Das Kontaktstudium besteht aus drei Blöcken mit je 1,5 online-Seminartagen: freitags 16.30–20 Uhr, samstags 10–17 Uhr. Die online-Seminare kombinieren forschungsbasierten Input, die Reflexion von Unterrichtsbeispielen sowie konkrete Aufgaben und den Austausch in der Gruppe. 

An jedes der Online-Seminare schließen sich Selbstlernphasen von 4-6 Wochen an, in denen Ihnen Material auf der E-Learning Plattform Moodle zur Verfügung steht.

Mindestens 15, maximal 20 Teilnehmende

Block 1: 20. + 21.03.2026
Block 2: 24. + 25.04. 2026
Block 3: 12. + 13.06.2026
Abgabe des Portfolios: 30.09.2025

Abschluss
Bei regelmäßiger Teilnahme und einem als bestanden bewerteten Leistungsnachweis erhalten die Teilnehmenden nach Abschluss ein Hochschulzertifikat mit 6 ECTS-Punkten.

Der Leistungsnachweis besteht aus zwei Teilen:
1. aktive Teilnahme an einer Kollegialen Fallberatung (online).
2. schriftlich ausgearbeitetes Portfolio, in dem Sie zwei Anwendungsaufgaben dokumentieren und die Anwendung Ihrer Instrumente reflektieren.

Bewerbungsverfahren
Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie von den Organisator:innen eine E-Mail. Darin bitten wir Sie um die Einreichung von Dokumenten, die Ihre Zugangsvoraussetzungen dokumentieren. Diese senden Sie bitte an .
Nach Einreichung der Nachweise werden diese geprüft. Bei erfolgreicher Zulassung erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail sowie eine Vereinbarung.




Porträt Patrik Vogt

[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat Dr. Patrik Vogt zum Professor für Physik und ihre Didaktik berufen. Er wird ab sofort am Institut für naturwissenschaftliche und technische Bildung forschen und in den lehramtsbezogenen Studiengängen lehren. Mit seiner insbesondere praxisorientierten Expertise, seiner engen Vernetzung zwischen Hochschule und Schule sowie mit seinem klaren Fokus auf eine fachlich hochwertige Lehrkräfteausbildung ist Vogt ein erheblicher Gewinn für die Qualifizierung von MINT-Lehrkräften in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Vogt vertritt eine stärker fachlich und weniger empirisch ausgerichtete Fachdidaktik mit ausgeprägter Nähe zur Unterrichtspraxis. Seine wissenschaftlichen Publikationen erscheinen primär in schulnahen Fachzeitschriften und befassen sich primär mit fachdidaktischen Entwicklungen im Kontext digitaler Medien im Physikunterricht. Überregional bekannt wurde er durch seine innovativen Smartphone-Experimente, mit denen er neue Zugänge zu physikalischen Fragestellungen eröffnet und für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.

Zu seinen thematischen Schwerpunkten zählen darüber hinaus Kontexte und Alltagsphänomene im Physikunterricht sowie der reflektierte Einsatz Künstlicher Intelligenz, deren didaktische Potenziale er auf vielschichtige Weise analysiert. Mit seinem unterrichtspraktischen und zugleich auf Digitalisierung ausgerichteten Ansatz bietet er hervorragende Voraussetzungen für den Aufbau eines zukunftsweisenden Forschungsfeldes.

Auch in der Lehre verfügt Vogt über ein außerordentlich breites Erfahrungsspektrum in der Gestaltung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Lehrveranstaltungen. Hinzu kommen seine langjährige Tätigkeit in der Lehrkräftefortbildung und im Wissenstransfer zwischen Hochschule und Schule, unter anderem als Fachbereichsleiter am Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung in Mainz.

“Ich freue mich sehr darauf, an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg in Forschung und Lehre tätig zu sein. Die PH Heidelberg bietet als Profilstandort für Lehrkräftebildung hervorragende Voraussetzungen, um Physikdidaktik fachlich fundiert, praxisnah und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln”, sagt Vogt. “Besonders wichtig ist mir die enge Verbindung von Hochschule und Schule, in der schulische Praxis und fachdidaktische Forschung ineinandergreifen. Der reflektierte Einsatz digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz eröffnet dabei neue Wege für das Lernen und Lehren von Physik.”

Weitere Informationen finden Sie in Kürze unter .


Das Bild zeigt David Dörrer, nach seiner erfolgreichen Disputation. Er steht in der Mitte eine Seminarraums, um ihn herum knien und stehen Freunde, Familienmitglieder und ein Teil des AW-ZIB-Teams. David Dörrer hält einen Basketball in der Hand und trägt auf dem Kopf einen Doktorhut.

[red] David Dörrer war von August 2020 bis Ende Januar 2024 an das AW-ZIB abgeordnet, um zu promovieren. Am 30. Januar hat er seine Dissertation mit dem Titel "Erfahrungsexpertise als Bestandteil pädagogischer Professionalisierung - Eine explorative Studie zur Entwicklung von Qualitätskriterien für die Beteiligung von Erfahrungsexpert:innen in hochschulischen Bildungsangeboten" erfolgreich verteidigt. 
Das ist die zweite abgeschlossene Promotion am AW-ZIB. Weitere werden folgen. Herzlichen Glückwunsch wünscht das gesamte AW-ZIB-Team!


Preisträgerin Alina Schneiderberger mit Prorektor Christian Rietz

[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat auch im Wintersemester 2025/2026 zwei Absolventinnen mit dem Höchstetter-Stiftungspreis für exzellente Masterarbeiten ausgezeichnet. Prämiert wurden die Arbeiten von Alina Schneiderberger und Johanna Maria Täuber, die von ihren Betreuer:innen für die Auszeichnung vorgeschlagen wurden. Der Höchstetter-Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert, die von der Klaus Höchstetter Stiftung gestiftet werden.

Die Preise überreichte Professor Dr. Christian Rietz, Prorektor für Studium, Lehre und Digitalisierung. In seiner Ansprache hob er die hohe Qualität der Masterarbeiten hervor, die ihn auch angesichts seiner langjährigen Betreuungserfahrung immer wieder beeindrucke. Der Höchstetter-Preis biete eine wichtige Gelegenheit, diese besonderen wissenschaftlichen Leistungen sichtbar zu machen und angemessen zu würdigen.

Vielfaltsensible Bilderbücher für die Grundschule

In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Sexuelle Bildung in der Grundschule – Entwicklung und Erprobung von Analysekriterien für die Auswahl vielfaltsensibler Bilderbücher“ widmet sich Alina Schneiderberger einer zentralen Frage schulischer Praxis: Wie können Lehrkräfte Bilderbücher auswählen, die Diversität sensibel abbilden und zugleich fachlich fundiert einsetzbar sind? Betreut wurde die Arbeit von Dr. Klarissa Schröder und Professor Dr. Daniel Scherf.

Ausgangspunkt der Arbeit war die Feststellung, dass es bereits verschiedene Auswahlhilfen gibt, diese jedoch entweder sachunterrichtliche oder literaturdidaktische Aspekte berücksichtigen. Schneiderberger leitete daraus überzeugend die Notwendigkeit eines fächerübergreifenden Kriterienrasters ab und entwickelte ein entsprechendes Analysetool.

In einem empirischen Vorgehen untersuchte sie sechs Bilderbücher anhand von 14 fundiert hergeleiteten Kriterien und prüfte zusätzlich deren Praktikabilität. Ergänzend führte sie Interviews mit Lehrkräften, um das Instrument in der schulischen Praxis zu validieren.

Prorektor Rietz zeigte sich besonders beeindruckt vom Reflexionsniveau der Arbeit und der Verbindung von Theorie und Praxis. Die Arbeit leiste nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag, sondern biete Lehrkräften eine konkrete Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Materialien und stärke ihre professionelle Handlungssicherheit.

Negationen verstehen lernen mit digitalen Büchern

Die zweite ausgezeichnete Masterarbeit stammt von Johanna Maria Täuber und trägt den Titel „Sätze mit Negationen verstehen mit einem Adaptable Book – Eine Untersuchung zur Handhabung und Wirksamkeit bei Vorschülerinnen mit dem Förderschwerpunkt Sprache“. Betreut wurde sie von Professorin Dr. Wilma Schönauer-Schneider und Professor Dr. Jürgen Cholewa.

Täuber greift ein sprachlich zentrales, im Alltag jedoch oft unterschätztes Thema auf: das Verstehen von negierten, also verneinten Aussagen. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie digitale Adaptable Books – interaktive, gemeinsam mit Kindern gestaltete Bücher – den Erwerb dieses sprachlichen Verständnisses unterstützen können.

In einer methodisch anspruchsvollen Studie mit Experimental- und Kontrollgruppe kombinierte sie verschiedene Datenquellen wie Tests und Beobachtungen. Die Ergebnisse liefern vielversprechende Hinweise darauf, dass das von ihr entwickelte Adaptable Book Vorschulkinder mit Sprachentwicklungsstörungen beim Verständnis von Negationen unterstützen kann.

Rietz hob in seiner Laudatio hervor, wie überzeugend die Ergebnisse aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt wurden: Eine Masterarbeit auf diesem Niveau zu lesen, sei für ihn etwas Besonderes gewesen.

Hohe Relevanz für Forschung und Praxis

Sowohl die Arbeit von Alina Schneiderberger als auch die von Johanna Maria Täuber haben laut Rietz großes Potenzial für weiterführende Forschungsprojekte. Dies würdigt die Hochschule durch die Auszeichnung mit dem Höchstetter-Stiftungspreis für exzellente Masterarbeiten. Die PHHD unterstreicht zugleich ihren Anspruch, Forschung und Praxis eng miteinander zu verbinden.

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Das Foto zeigt die fünf ausgezeichneten Studierenden mit ihren Urkunden.

[red] Das Institut für Sachunterricht hat herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten ausgezeichnet: Die Preisverleihung fand am 13. Januar im Rahmen der Vorlesung „Einführung in den Sachunterricht“ statt. Möglich war die Auszeichnung durch die private Spende von Herwig Weidmann, einem langjährigen Förderer und Mitbegründer des Instituts.

Eine Würdigung für ihre Bachelorarbeiten erfuhren Anne Igney für ihre Arbeit über „Präkonzepte von Kindern zu Care-Arbeit“ und Benjamin Henkes für seine Arbeit über „Technische Bildung im Sachunterricht. Konzeption eines Workshops für Sachunterrichtsstudierende“.

Für ihre Masterarbeiten erhielten drei Absolvent:innen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Auszeichnung: Nelia Metzler für ihre Arbeit „Mit Grundschüler*innen über gemeinsame Entscheidungen philosophieren - Eine qualitativ-empirische Untersuchung zu Demokratiebildungspotenzialen im Sachunterricht“, Leonie Schulze für ihre Arbeit zu „Vorstellungen von Grundschüler:innen zu Kinderrechten – eine wimmelbildgestützte empirische Untersuchung“ sowie Louise Zöller für ihre Arbeit über „Rassismuskritische Bildungsarbeit an Schulen: Die Rolle von Lehrkräften in der Förderung von sozialer Gerechtigkeit und einem respektvollen Miteinander“.

Prof.in Dr. Marita Friesen, Prorektorin für Forschung und Internationales, hielt ein Grußwort zur Verleihung. Nach den Laudationes durch die jeweiligen Gutachter:innen der Arbeiten, stellten die Preisträger:innen selbst ihre Arbeiten dem Publikum vor.


Das Foto zeigt vier Personen in die Kamera lächeln.

[red] Am 29. Januar 2026 wurden zwei Studentinnen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten am Institut für Geographie & Geokommunikation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit den GeoAwards ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen des Geographischen Colloquiums statt.

GeoAward für eine herausragende Bachelorarbeit
Frau Katja Wissmann wurde für ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Serious Games verständlich für alle? – Eine qualitative Untersuchung von Klim:S21 für Schüler*innen mit Sprachentwicklungsstörungen“ ausgezeichnet. 

GeoAward für eine herausragende Masterarbeit
Frau Clarissa Bohn wurde für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Von Afrika, Vorderasien und dem postsowjetischen Raum nach Deutschland: Drei Perspektiven auf Migration“ ausgezeichnet.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen herzlich zu ihren herausragenden Leistungen und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg auf ihrem akademischen und beruflichen Weg!




Ausschnitt des Buchcovers

[red] Der Sammelband, herausgegeben von Christine Sälzer, Kristina Kögler, Ronny Nawrodt und Steffen Schaal, bietet auf 182 Seiten einen breit gefächerten Überblick über Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und nachhaltige Ergebnisse der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) im Land. Der Band versammelt Beiträge zu Steuerung, Kooperation, Digitalisierung und Professionalisierung an unterschiedlichen Hochschulstandorten und verdeutlicht: Nachhaltige Lehrkräftebildung braucht gefestigte Strukturen, geteilte Verantwortung und verbindliche Formen der Zusammenarbeit. Mit zwei Beiträgen bringt die Heidelberg School of Education ihre Expertise in den Sammelband ein. 

Im Fokus stehen zentrale Weiterentwicklungen der kooperativen Heidelberger Lehrkräftebildung in Forschung und Transfer sowie im Bereich curricularer Strukturen, die auf dem QLB-Projekt heiEDUCATION (2015-2023) aufbauen.

Der Beitrag „Kollaborative Räume in Heidelberg – von Fächerclustern zu Querschnittsthemen“ von Petra Deger, Dennis Dietz, Michael Haus und Lina Pranaitytė nimmt den Forschungs- und Transferansatz des QLB-Projekts heiEDUCATION in den Blick. Er beschreibt Aufbau, Arbeitsweise und Weiterentwicklung interdisziplinärer heiEDUCATION-Cluster, in denen Forschende und Lehrende beider Heidelberger Hochschulen gemeinsam an der Qualitätsentwicklung der Lehrkräftebildung arbeiteten. Die Neuausrichtung von fächerzentrierten Verbünden hin zu Querschnittsthemen erwies sich dabei als wichtiger Impuls für dynamischere Forschungs- und Transferaktivitäten sowie produktivere Kollaborationen und bereitete den Weg für das heutige Konzept „Enhancing Future Literacies in Teacher Education“.

Im Beitrag „Fachwissenschaft und Fachdidaktik inhaltlich und strukturell verbinden“ stellen Johanna Ruge, Petra Deger, Marita Friesen, Anuschka Holste-Massoth, Sebastian Mahner, Jennifer Miller und Christiane Wienand das Verschränkungsmodul im Heidelberger Master of Education Sekundarstufe I/Gymnasium vor. Das in der curricularen Grundstruktur verankerte innovative Element soll Studierenden eine enge Verzahnung von fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Perspektiven ermöglichen und den Dialog zwischen den Disziplinen nachhaltig stärken. Der Beitrag zeichnet systematisch nach, wie das Verschränkungsmodul eingeführt, etabliert und kontinuierlich weiterentwickelt wurde, und unterstreicht seine Bedeutung für eine kohärente und professionsorientierte Lehrkräftebildung.

Der Sammelband bildet den Auftakt der Reihe Qualitätsoffensive Lehrerbildung konkret: Lehrkräftebildung in den Ländern. Er ist unter CC BY-SA als Open-Access-Publikation erschienen und steht via frei zur Verfügung.

Sälzer, C., Kögler, K., Nawrodt, R., Schaal, S. (Hrsg.): QLB@BW – Eine Bestandsaufnahme der Lehrkräftebildung in Baden-Württemberg, Verlag Waxmann 2026, 182 Seiten.


Ausschnitt des Buchcovers

[red] Der Band, mitherausgegeben von PH-Professorin Melanie Kuhn, betont die Relevanz des Intersektionalitätsansatzes in der Analyse des Wohlfahrtsstaates, indem er überschneidende Ungleichheiten innerhalb der sich wandelnden institutionellen Grenzen und organisatorischen Prozesse in verschiedenen Wohlfahrtskontexten untersucht. Er erforscht die Stärken und Herausforderungen theoretischer und methodologischer Ansätze zur Intersektionalität und behandelt deren räumliche, zeitliche und vergleichende Dimensionen. 

Der Band verfolgt einen kritischen und prozessorientierten Ansatz, während er die Handlungsfähigkeit von Individuen als Subjekte staatlicher Politiken anerkennt. 

Die Beiträge stellen kritisch die Verbindung zwischen Intersektionalität und anderen theoretischen Rahmenwerken sowie Forschungsparadigmen her, einschließlich der marxistischen Theorie der sozialen Reproduktion, kritischer Rassismusforschung, Bourdieuscher Klassenanalyse, kritischer Geographie, Kindheitsforschung, Queer Studies, Migrationsforschung und Disability Studies. Die Beiträge bieten Einblicke in die institutionellen Bereiche Gesundheit, Bildung, soziale Dienste und Pflegearbeit und untersuchen staatliche Praktiken und Polizeiarbeit in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten. Insgesamt zeigen die Beiträge die Stärken des Intersektionalitätsansatzes in empirischen Untersuchungen auf und bieten gleichzeitig kritische Reflexionen über dessen Grenzen. Leser aus einer Vielzahl sozialwissenschaftlicher Disziplinen werden dieses Buch als wertvoll erachten. 

Overlapping Inequalities in the Welfare State, Strengths and Challenges of Intersectionality Framework. Editors: Başak Akkan, Julia Hahmann, Christine Hunner-Kreisel & Melanie Kuhn; Springer Switzerland 2024.

Hardcover ISBN 978-3-031-52226-0
Softcover ISBN 978-3-031-52229-1
eBook ISBN 978-3-031-52227-7
Published: 18 June 2024




Das Foto zeigt eine Frau bei einem Vortrag.

[red] Am 23.1. fand eine Infoveranstaltung zu Fördermöglichkeiten des PHÖNIX-Programms der Pädagogischen Hochschule statt, das durch Mittel aus dem Professorinnenprogramm von Bund und Ländern finanziert wird. Doktorandinnen, Post-Docs und Professorinnen können sich auf zielgruppenspezifische Fördermöglichkeiten (u.a. Lehrdeputatsreduktion, Hilfskraftmittel, Bezuschussung von Reisekosten) bewerben. Antragsformulare und weitere Informationen sind auf der Homepage des Gleichstellungsbüros unter




Das Foto zeigt eine Gruppe von Kinderen im Hof des Altbaus.

In der Reihe „Gastvorträge“ lud die Sprecherziehung zu einer Zoom-Veranstaltung am 7. Januar 2026 ein. Das Thema „Elternarbeit“ lockte 30 Interessierte an, die eine lebendige Veranstaltung erlebten. Dr. Ramona Benkenstein, Lehrerin, Fortbildnerin und Sprecherzieherin, konnte auf der Basis ihres großen Wissens- und Erfahrungsschatzes angehenden Lehrer:innen einen Einblick bieten, was auf sie zukommen kann, wenn die Zusammenarbeit mit Eltern ansteht. Folgende Gebiete wurden vorgestellt: Konflikte in der Elternarbeit, Erziehungspartnerschaft, Schülerorientierte Elternarbeit, Impulse zu Gesprächsführung.

Die Perspektive der Eltern einzunehmen ist wichtig, da Eltern oft unter einem enormen Druck stehen. Das können Scheidung, Verschuldung, Überforderung etc. sein. Ramona Benkenstein unterrichtet in heterogenen Klassen und trifft auf Eltern, die wenig oder kaum Deutsch verstehen und die das deutsche Schulsystem nicht kennen. Um sich besser mit den Eltern austauschen zu können, hat Ramona Benkenstein sogar Arabisch gelernt. Sie sagt, als Geschichtslehrerin und mehrere Fremdsprachen beherrschend sei das aus eigenem Interesse. Der regelmäßige Kontakt zu den Eltern sei ihr wichtig. Auch ihre Schüler:innen möchte sie gut kennen und ihnen auf Augenhöhe begegnen.

Spannend war auch, dass Elternarbeit und Aufgaben der Lehrperson gesetzlich festgehalten sind. So steht im Grundgesetz zu den Rechten und Pflichten der Eltern Folgendes: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (GG Art. 6, Abs. 2). Jedes Bundesland hat eigene Paragraphen zu Erziehung und Bildung als Aufgabe der Schule, die es wert sind, konsultiert zu werden. 

Elternarbeit gilt bei Lehrpersonen oft als sehr belastend, da Eltern viel erwarten. So können Ängste auf beiden Seiten entstehen. Dabei spielen die gegenseitige Wahrnehmung und blinde Flecken eine große Rolle. Ein veraltetes Bild des Status – wer hat welche Autorität und Zuständigkeit – ist heutzutage nicht mehr zielführend. Beide Seiten müssen erziehen, beobachten und gemeinsame Vereinbarungen auf Augenhöhe treffen. Dafür braucht es auch Kompetenzen in der Gesprächsführung und Gesprächsfähigkeit. Student:innen der Hochschule bekommen einen Einblick hierüber auch in den ÜSB03-Veranstaltungen der Sprecherziehung „Grundlagen in der mündlichen Kommunikation“. 

Bereichernd war der Gastvortrag für die Teilnehmenden auch, weil Ramona Benkenstein ihre langjährigen Erfahrungen quasi aus erster Hand weitergab. Sie teilte persönliche Einblicke in unangenehme Erfahrungen mit Eltern, die sehr eindrücklich waren. 

Nach dem spannenden Vortrag hatten alle die Möglichkeit, Fragen zu stellen - auch über die Chat-Funktion -, die zu aller Zufriedenheit von Ramona Benkenstein beantwortet werden konnten.  So gab es Tipps zur Dauer des Elternabends, zur Vorbereitung, zur Rollenverteilung und Zuständigkeit, zur Mehrsprachigkeit u. v. m. Ein Leitspruch der Referentin ist: „BE-ziehung geht vor ER-ziehung!“ Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist ein entscheidender Faktor für den Bildungserfolg und das Wohlbefinden der Kinder. 

Das Fachgebiet Sprecherziehung dankt der Fakultät II und der Referentin Dr. Ramona Benkenstein ganz herzlich. Die Reihe der Gastvorträge wird fortgesetzt, zwei Vorträge sind für das Sommersemester 2026 geplant.

Text: Andrea Brunner


Das Foto zeigt eine Person vor einem Bücherregal in einem abgedunkelten Raum.

[red/mo] Manchmal sind es nicht die Geschichten selbst, die uns besonders berühren, sondern die Orte, an denen sie erzählt werden: Das neue Stück der English Drama Group der Pädagogischen Hochschule führte ins Völkerkundemuseum im Palais Weimar in Heidelberg. Dort wurde erneut ein Stück von Ed Hartland aufgeführt, das als „site-specific theatre“ über klassisches Theater hinausging. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theater kommt hier nicht das Publikum zur Bühne – die Bühne kommt zum Ort. Oder genauer: Der Ort ist die Bühne. 

Die English Drama Group verbindet Theaterarbeit mit der englischen Sprache und bietet Studierenden die Möglichkeit, Englisch in einem künstlerischen und performativen Kontext zu nutzen. Als Teil der theaterpädagogischen Arbeit an der PH Heidelberg entstehen hier regelmäßig Inszenierungen, die über klassische Bühnenformate hinausgehen. Ed Hartland hat bereits mehrfach mit der English Drama Group zusammengearbeitet.

Im Zentrum des Stücks steht John Gaunt, ein True-Crime-Autor, der viele Jahre nach dem Mord an seiner Frau an den Ort des Geschehens zurückkehrt: das gemeinsame Haus. Der Mord wurde nie vollständig aufgeklärt, Gerüchte und offene Fragen blieben bestehen. Gaunts Rückkehr ist weniger von dem Wunsch nach einer eindeutigen Wahrheit geprägt als von der Konfrontation mit Erinnerungen, Schuld und Verdrängung. Vergangenheit und Gegenwart beginnen dabei zunehmend zu verschwimmen, Szenen wiederholen sich oder variieren, Perspektiven verschieben sich. Zunehmend steht die Frage im Raum, welches dunkle Geheimnis das Gebäude umgibt und ob es tatsächlich Zufall ist, dass sich hier in regelmäßigen Abständen grausame Mordfälle ereignen.

Was diesen Abend besonders gemacht hat, war die Perspektive des Publikums. Als Zuschauer:in war man nicht an einen festen Platz gebunden, sondern ständig in Bewegung. Das Gebäude konnte – und sollte – erkundet werden: vom Garten über die Flure bis hin zur Bibliothek und hinunter in den Keller. Jeder Raum eröffnete neue Szenen, neue Figuren und weitere Fragmente der Geschichte. Dabei spielten die Schauspieler:innen alle Handlungsstränge parallel. Es gab keinen eindeutigen Weg durch die Inszenierung und keine klare Reihenfolge der Szenen. Stattdessen traf man als Zuschauer:in permanent Entscheidungen: Wem folge ich? Wo bleibe ich stehen? Dadurch war man die gesamte Zeit aktiv eingebunden – mit dem Erkunden des Gebäudes, dem Zusammensetzen und gleichzeitig dem Versuch, das zugrunde liegende Geheimnis zu entschlüsseln. 

Besonders beeindruckend war die dadurch entstehende dichte Atmosphäre. Man hatte nie das Gefühl, nur zu beobachten – vielmehr war man Teil eines komplexen Geflechts aus Zeit, Raum, Bewegung und Spiel. Das Stück verlangte Aufmerksamkeit, Neugier und die Bereitschaft, Unvollständigkeit auszuhalten.

Wer noch mehr über die Aufführung erfahren möchte, kann den ausführlichen Beitrag von Campusreporter Moritz lesen – und sich auch einige visuelle Eindrücke des Stücks machen: h.




Das Foto zeigt den Haupteingang des Altbaus der PH Heidelberg.

Symposium am 20.2.: Spuren hinterlassen – Perspektiven eröffnen:

4. Heidelberger bildungspolitisches Gespräch am 29.4: