JProf. Dr. Nicola-Hans Schwarzer und Robert Vrban erklären im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung, wie angehende Lehrkräfte mit herausfordernden Situationen im Unterricht umzugehen lernen.
Herausforderndes Verhalten von Schüler:innen stellt Lehrkräfte im Unterricht oft vor schwierige Situationen: Unterrichtsabläufe werden gestört, Mitschüler:innen reagieren verunsichert und auch für Lehrkräfte ist es mitunter schwierig, angemessen zu handeln. Häufig wird dann mit Strafen reagiert – doch damit lässt sich die Ursache des Verhaltens meist nicht lösen.
Wie angehende Lehrkräfte lernen können, in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben, erläutern JProf. Dr. Nicola-Hans Schwarzer und Dr. Robert Vrban (Institut für Sonderpädagogik) im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Seit 2024 bieten die beiden Wissenschaftler das Wahlmodul „Herausforderndes Verhalten im Unterricht“ an. Dieses steht PHHD-Studierenden aller Lehramtsfächer offen und verbindet Ansätze aus der Sonderpädagogik mit konkreten Situationen aus dem Unterrichtsalltag.
Im Mittelpunkt steht dabei ein Perspektivwechsel: Die Studierenden lernen, hinter auffälliges Verhalten zu schauen und mögliche Ursachen zu verstehen, statt ausschließlich auf die sichtbare Störung zu reagieren. In Vorlesungen vermitteln Schwarzer und Vrban theoretische Grundlagen und Erklärungsansätze. Im begleitenden Seminar erproben die Studierenden anhand von Unterrichtssituationen unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. „Sie bekommen zwar kein Rezept. Aber sie erhalten ein Gefühl dafür, wie sie handlungsfähig werden“, erklärt Vrban.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die angehenden Lehrkräfte für ihre eigenen Grenzen zu sensibilisieren und ihnen zu vermitteln, dass sie in herausfordernden Situationen Unterstützung in Anspruch nehmen können. Professionelles Handeln bedeutet demnach auch, sich nicht selbst für jede schwierige Situation verantwortlich zu machen.
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Text: Verena Loos
Fotos: Birgitta Hohenester