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Durch Bildung Demokratie stärken

Mit einer neuen interdisziplinären Professur stärkt die PHHD Demokratiebildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besetzt wird sie ab dem Wintersemester 2026/2027 mit PD Dr. Mitscherlich-Schönherr.

Die neue Professur für anthropologischen Grundlagen hat eine hohe Bedeutung für die Lehrer:innenbildung und für die gesellschaftliche Verantwortung einer bildungswissenschaftlichen Hochschule [Symbolbild]

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg setzt einen starken Akzent in der bundesweiten Demokratiebildung: Eine neue innovative Professur wird sich der Frage widmen, wie Bildung angesichts gesellschaftlicher Veränderungen Orientierung und demokratische Verantwortung stärken kann. Hierfür sollen Perspektiven aus Philosophie und Ethik, Politikwissenschaft und Theologie verbunden werden. Auf die Professur berufen wurde PD Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr. Die anerkannte Expertin für philosophische Anthropologie verbindet in ihrer Arbeit konsequent interdisziplinäre Perspektiven.

Demokratische Gesellschaften stehen vor tiefgreifenden Herausforderungen: Öffentliche Debatten verändern sich, digitale Desinformation erschwert die Orientierung, das Vertrauen in politische sowie gesellschaftliche Institutionen nimmt ab und populistische Empörung prägt zunehmend den öffentlichen Diskurs. "Demokratiebildung ist daher keine Aufgabe, die sich auf eine einzelne Situation beschränkt“, sagt Professorin Dr. Karin Vach, Rektorin der PHHD. „Vielmehr gehört es zu den dauerhaften Aufgaben von Bildung und damit unserer Hochschulen, Menschen dazu zu befähigen, sich in einer pluralistischen Gesellschaft zu orientieren, unterschiedliche Perspektiven einzuordnen und Verantwortung für das demokratische Gemeinwesen zu übernehmen."

Demokratie als dauerhafte Bildungsaufgabe

An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wird dieser Herausforderung ab dem Wintersemester 2026/2027 mit einer innovativen Professur für anthropologischen Grundlagen begegnet. Diese ist organisatorisch dem Institut für Philosophie und Theologie zugeordnet, soll jedoch systematisch Perspektiven aus eben Philosophie und Theologie mit Ethik und Politikwissenschaft verbinden. Professor Dr. Christian Rietz, der als Prorektor die Bereiche Studium und Lehre verantwortet, erklärt: "Mit der Professur ist die Neukonzeption des Moduls ‘Grundfragen der Bildung’ verbunden.Und damit das langfristige Ziel, insbesondere angehende Lehrer:innen darin zu bestärken, Demokratiebildung als integralen Bestandteil ihres Bildungsauftrags zu verstehen und aktiv zu gestalten." Im Mittelpunkt soll daher laut Rietz die Frage stehen, wie Bildung unter den Bedingungen einer sich verändernden Gesellschaft Orientierung geben und demokratische Verantwortung stärken kann.

Die Professur soll zudem eine Forschungsperspektive auf die Bedingungen von Bildung in einer sich verändernden Gesellschaft eröffnen. Aktuelle gesellschaftliche Krisen und Transformationsprozesse können dabei ebenso zum Gegenstand interdisziplinärer Forschung werden wie grundlegende Fragen nach Orientierung, Verantwortung und den normativen Grundlagen von Bildung. Die Professur nimmt daher auch in ihrer Denomination eine besondere Stellung ein: Sie ist weder erziehungswissenschaftlich noch fachdidaktisch ausgerichtet, sondern verbindet – um ein fachlich bislang wenig erforschtes Feld zu erschließen – unterschiedliche Disziplinen. "Gerade diese Offenheit macht die Professur zu einem innovativen Querschnittsangebot mit hoher Bedeutung für die Lehrer:innenbildung ebenso wie für die gesellschaftliche Verantwortung einer bildungswissenschaftlichen Hochschule", so Vach. Die Rektorin sprach in dem Zusammenhang insbesondere Professor Dr. Georg Zenkert ihren Dank aus. Der Dekan der Fakultät für Kultur- und Geisteswissenschaften hatte den Impuls für die Einrichtung der Professur gegeben und hat deren Umsetzung gemeinsam mit weiteren Beteiligten maßgeblich begleitet.

Philosophische Anthropologie trifft gesellschaftliche Gegenwartsfragen

Auf die Professur berufen wurde PD Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr. Die ausgewiesene Expertin für Helmuth Plessner verbindet die entsprechende philosophische Reflexion, interdisziplinäre Forschung und gesellschaftliche Gegenwartsanalyse bestmöglich miteinander. Dem Ruf nach Heidelberg folgt sie im Oktober 2026 und wird hier unter anderem ihre ausgeprägte Präsenz in öffentlichen Debatten fortsetzen.

Text: Verena Loos
Bild: Birgitta Hohenester

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