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Das Foto zeigt eine Klasse beim Chemieunterricht, im Vordergrund ist ein Chemiebuch zu sehen

[ka]  Prof. Dr. Carsten Rohlfs zur PISA-Studie: Mehr Fokus auf soziale Gerechtigkeit, individuelle Förderung und anwendungsbezogenes Lernen
Das deutsche Bildungssystem ist sozial ungerecht. Wie die aktuelle PISA-Studie zeigt, hängt Erfolg in Deutschland weiterhin sehr von der sozialen Herkunft ab – wie schon zu Beginn der PISA-Erhebungen vor 26 Jahren. Dass sich daran kaum etwas geändert hat, ist für Prof. Dr. Carsten Rohlfs von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ein dramatischer Befund: „Genau hier müssen Bildungsreformen verstärkt ansetzen“, sagt der Professor für Schulpädagogik und Bildungsforschung, der in seiner Forschung unter anderem Datensätze der internationalen PISA-Vergleichsstudien auswertet.

Die am 8. September veröffentlichte Studie „Pisa 2025“ zeigt, dass 15-Jährige an deutschen Schulen häufig nicht die erforderlichen Basiskompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erreichen – damit liegt Deutschland nun im Mittelfeld der OECD-Länder. Gleichzeitig hätten die Kompetenzunterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schüler:innen etwa in den Naturwissenschaften weiter zugenommen, so der Bericht, und seien heute größer als zu Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.

Der Wissenschaftler wünscht sich, dass aus diesem Befund stärker Konsequenzen gezogen werden. „Der Diskurs zu den PISA-Studien dreht sich in der Regel primär um die fehlenden Basiskompetenzen, die natürlich nicht zu vernachlässigen sind“, so Rohlfs. „Die Frage aber, wie wir sozial benachteiligte Familien besser einbeziehen können, gerät dabei regelmäßig aus dem Fokus. Dabei ist sie meines Erachtens der Schlüssel für ein erfolgreiches Bildungssystem.“

Ansätze wie das Startchancen-Programm stellen aus Rohlfs Sicht die richtigen Weichen. Auch Baden-Württemberg fördert hier gezielt Schüler:innen mit Unterstützungsbedarf, beispielsweise Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwierigen Lebenssituationen. Insgesamt müssten Kinder und Jugendliche individuell begleitet und Lernprozesse noch genauer an die Lernenden angepasst werden, so der Bildungsforscher. Individualisierte Fördermaßnahmen hält er dabei für sinnvoller als noch mehr Testungen, wie in erster Reaktion auf PISA erneut gefordert wurde. „Wir testen in den Schulen bereits hochfrequent, das bringt nichts außer noch mehr Druck und Stress für Lernende, Lehrende und Familien.“ 

Auch dürften nicht immer nur die frühe Bildung und die Grundschule – wie ebenfalls regelmäßig gefordert - Ansatzpunkt für Änderungen und Projektionsfläche für Ursachenzuschreibungen sein. „Es braucht auch an weiterführenden Schulen verstärkt Formen des Unterrichtens und der Kompetenzentwicklung, die einer modernen und demokratischen Gesellschaft entsprechen.“ Zu volle Bildungspläne seien kontraproduktiv. „Statt Heranwachsenden in kaum leistbarer Taktung ein möglichst breites und vielfach unzusammenhängendes Wissen abzuverlangen, sollten wir den Fokus stärker auf eine vertiefte, anwendungsbezogene und nachhaltige Kompetenzentwicklung legen“, so Rohlfs. Das gebe auch Lehrkräften mehr Zeit, passgenaue Unterrichtskonzeptionen zu entwickeln.

Auch sei das selektive Schulsystem der Bildungsgerechtigkeit nicht zuträglich, so Rohlfs, er erwarte aber in absehbarer Zeit keine grundlegenden Reformen dazu. Zu denken geben sollte der Gesellschaft zudem der vielfach belegte Zusammenhang zwischen Bildung und Demokratieunterstützung, wie der Bildungsforscher sagt. „Der Handlungsbedarf, den PISA 2025 erneut formuliert hat, ist auch vor diesem Hintergrund dringlicher als je zuvor.“

PISA-Studie
Die größte internationale Vergleichsstudie untersucht seit dem Jahr 2000, wie gut 15-Jährige zum Ende ihre Schulpflichtzeit alltagsnahe Problemstellungen verstehen und lösen können. Dabei nimmt sie unter anderem die Bereiche Lesen, Mathematik und englische Sprachkenntnisse in den Blick. 2025 bildeten Naturwissenschaften den Schwerpunktbereich und es wurde erfasst, wie gut Jugendliche mit digitalen Werkzeugen komplexe Probleme strukturieren und lösen können. An der Untersuchung nahmen mehr als 760.000 Schüler aus 91 Ländern teil - aus Deutschland rund 6.700 Schüler von etwa 250 Schulen. Mehr Informationen unter

Gemeinsame Stellungnahme der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württemberg zur PISA-Studie:  


Zu sehen ist das neue Kunstwerk "Seed" vor dem C-Bau

[red] „Man erntet, was man sät“: Die bewegliche Skulptur SEED erinnert an eine Samenkapsel und stellt eine Verbindung zur Natur her. Gebäude und Kunstwerk werden im Herbst offiziell eingeweiht. Der neue C-Bau der Pädagogischen Hochschule Heidelberg hat nun ein eigenes Kunstwerk: Anfang August wurde die Skulptur „SEED“ im Neuenheimer Feld aufgestellt, im Beisein der Künstlerin Jeewi Lee und des Amts Vermögen und Bau. 

Für ihre Skulptur ließ sich die deutsch-koreanische Künstlerin von der Samenkapsel der afrikanischen Ringelblume (Tagetes erecta) inspirieren, die mit Stärke, Vitalität und dem inneren Licht des Menschen in Verbindung gebracht wird. Die runde Form und leuchtenden Farben sind charakteristisch für die Pflanze, deren Bestandteile auch als Gewürze, Farbstoffe und Heilmittel verwendet werden.

Das Kunstwerk besteht aus einem schweren zentralen Kern und einer äußeren Schote, die in einem präzise berechneten Gleichgewicht stehen: Es reagiert sanft auf den Wind und bleibt dennoch stabil. „Die subtile Bewegung wird zu einer suchenden Geste – einem fortwährenden Prozess der Gleichgewichtsfindung und einem Mittel zur Orientierung“, so die Künstlerin.

Nach dem Motto „Man erntet, was man sät“ soll die Skulptur alle, die im C-Bau studieren und arbeiten, an die Natur erinnern und zum Nachdenken anregen, über den Zusammenhang zwischen Lehre, Lernen, Forschung und Nachhaltigkeit. Sie verweise auf Prozesse der persönlichen und institutionellen Entwicklung und stelle zudem eine Verbindung zum ÖKogarten der PHHD und dem nahegelegenen Botanischen Garten der Universität Heidelberg her.

Das Kupfer wird mit der Zeit seine Farbe verändern. Die Entstehung einer natürlichen Patina gehöre zum Konzept, so die Künstlerin. „Die Skulptur verkörpert den Lauf der Zeit und macht Veränderungsprozesse sichtbar.“

Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Kunst am Bau“ des Landes Baden-Württemberg und wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Romano Tiedje, einem jungen Architekturbüro aus St. Gallen, entwickelt und umgesetzt. Die Skulptur wurde von der Kunstgießerei St. Gallen hergestellt.


Die Lehrkräftebildung an den Hochschulen im Land gemeinsam weiterzuentwickeln steht im Fokus des 2025 gegründeten „Verbund Lehrkräftebildung Baden-Württemberg“. Um dieses Ziel aktiv voranzutreiben, kamen im Juli rund 70 Akteure der hochschulischen Lehrkräftebildung im Land zu vier dezentralen AG-Sitzungen und einer digitalen Vollversammlung zusammen.
 

Welche Daten und Kennzahlen benötigen wir an den Hochschulen, um die Lehrkräftebildung evidenzbasiert und datengestützt weiter zu optimieren? Wie können wir zukunftsorientierte Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit oder Demokratiebildung systematisch in die Lehrkräftebildung integrieren und Good Practices gegenseitig zur Verfügung stellen? Was bedeutet lehramtsbezogene Professionsorientierung in den Fachwissenschaften und wie können wir diese konkret in verschiedenen Lernsettings umsetzen? Wie lässt sich die Attraktivität des Studiums der Mathematik als schulischem Kernfach erhöhen, wie kann man Übergänge von der Schule in die Hochschule und zurück inhaltlich und strukturell gut gestalten?

Die Mitglieder der Arbeitsgruppen diskutierten diese und weitere Fragen intensiv und präsentierten die Ergebnisse in einem gemeinsamen digitalen Abschlussplenum. Auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg brachte ihre Perspektiven in die Arbeitsgruppen des Verbunds ein und arbeitete gemeinsam mit Vertreter:innen anderer Hochschulen an Fragen zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung.

Fachlicher Austausch am Beispiel Mathematik

Ein Beispiel für die konkrete Arbeit der Arbeitsgruppen zeigte die Sitzung der AG Mathematik, an der Professorin Dr. Marita Friesen, Prorektorin für Forschung und Internationales der PHHD sowie geschäftsführende Direktorin der Heidelberg School of Education, teilnahm.

Im Mittelpunkt standen dabei aktuelle Herausforderungen wie die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die Lehre im Fach Mathematik und die damit verbundene Weiterentwicklung von Lehr-, Übungs- und Prüfungsformaten. Zudem wurden der Austausch über Good Practices und gemeinsame Leitlinien sowie die Gestaltung von Bildungsübergängen von der Primarstufe bis zur Hochschule aus fachlicher und fachdidaktischer Perspektive thematisiert. Weitere Schwerpunkte bildeten mathematikspezifische Überlegungen zur Attraktivität des Lehramts und zu alternativen Zugängen: So sollen bestehende Konzepte und Materialien gesammelt, evaluiert und gemeinsam weiterentwickelt werden, um den Studieneinstieg und die Qualität der ersten Ausbildungsphase zu stärken.

Ergänzt wurde der Austausch durch einen Beitrag von Professor Dr. Florian Schacht, erster Vorsitzender der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik, zur aktuellen Fortschreibung der KMK-Standards für die Lehrkräftebildung. Diese sollen zukünftigen Lehrkräften einen inhaltlich kohärenten sowie phasenübergreifenden Kompetenzaufbau ermöglichen und damit die Qualität des erworbenen Professionswissens erhöhen.

Nächste Schritte für die starke Lehrkräftebildung

Zum Abschluss des Tages unternahmen der gesamte Verbund einen digitalen Ausblick auf die nächste Vollversammlung des Verbunds, die im Beisein von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Kultusminister Andreas Jung stattfinden soll. Zur Stärkung der Sichtbarkeit des Verbunds und seiner Aktivitäten wurde zudem eine Website entwickelt, die zukünftig unter verfügbar ist.

Text: Verbund Lehrkräftebildung Baden-Württemberg bzw. Verena Loos / PHHD







Prof. Dr. Jochen Kuhn spricht im Rahmen der Ringvorlesung "Physikdidaktik im Dialog“. Aufgenommen wurde das Foto in einem Seminarraum der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

[ka] Ringvorlesung "Physikdidaktik im Dialog": Prof. Dr. Jochen Kuhn von der LMU München sprach über die Chancen und Herausforderungen generativer KI und ihren Einsatz im MINT-Unterricht. Generative KI im Unterricht – gewöhnt sie Schüler:innen das Denken ab oder bereichert sie Lernprozesse? Über diese Frage sprach Prof. Dr. Jochen Kuhn, Vizepräsident für Innovation in Lehre und Lehrkräftebildung der LMU München, bei der Ringvorlesung "Physikdidaktik im Dialog" an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. In der neuen öffentlichen Vorlesungsreihe lädt Prof. Dr. Patrik Vogt aus der Physikdidaktik Forschende, Studierende und Lehrkräfte aus der Praxis zum Austausch ein.

Der Vortrag "KI im MINT-Unterricht – Teufelszeug oder Heilsbringer?" war Auftakt zur Reihe und die Zuspitzung im Vortragstitel bildete die Kontroverse um das Thema ab. Jochen Kuhn sprach von einer "unglaublichen Dynamik": Im Herbst 2022 sei generative KI auf den Markt gekommen, ermöglicht durch die Kombination hoher Rechenleistung mit großen Datenmengen, die Entwicklung seitdem rasant. "Die Zeitskalen sind sehr viel kürzer geworden", so Kuhn. Generative KI, die eigentlich nie für Bildungskontexte gedacht war, sei nun im Klassenzimmer präsent und nicht aufzuhalten. "Noch können wir diese Entwicklung beeinflussen, wir dürfen es nur nicht aus der Hand geben", so der Physikdidaktiker. Besser man stelle sich die Frage: "Wie können wir damit vernünftig Unterricht gestalten?"

Die Studienlage ist unübersichtlich

Um zu untersuchen, ob KI in Lernprozessen wirklich nützt, hatten Kuhn und sein Team im Sommer 2025 eine Metastudie gestartet: Sie werteten Forschungsergebnisse aus, die KI-Effekte in MINT-Lehrprozessen untersuchten. Bereits im Herbst habe sich die Zahl der Publikationen dramatisch erhöht, im Januar habe man erneut nachfassen müssen, berichtete der Wissenschaftler.

Das oberflächliche Fazit der Auswertung: "Im Prinzip stehen die Lernenden mit KI besser da." Schaue man jedoch genauer hin, sei das Ergebnis keineswegs eindeutig. Die Studien ließen sich nicht wirklich vergleichen, seien oft zu unspezifisch oder sogar schlecht gemacht. "Die Ergebnisse variieren und sind nicht immer verlässlich. Wenn politische Entscheidungsträger dann danach handeln, wird das problematisch." So könne KI den Lerneffekt deutlich steigern aber genauso auch schädlich für diesen sein. Lernende kämpften unter anderem damit, effektive Prompts zu verfassen, die langen Antworten auszuwerten oder hätten zu großes Vertrauen in die KI.

Für eine sinnvolle Gestaltung von Lernmaterial mit KI bietet das sogenannte "ISAR-Modell" einen Orientierungsrahmen, das Kuhn kurz vorstellte. Negative Auswirkungen wären ein KI-Einsatz, der Lernen verhindert, weil das Denken der Maschine überlassen wird (Inversion/Umkehr) oder Lehrkräfte ersetzt, ohne Mehrwert zu bieten (Substitution/Ersatz). Positive Effekte entstehen hingegen, wenn KI gezielt Lernprozesse unterstützt (Augmentation/Erweiterung) oder sogar neue kreative Lernformate schafft und damit Lernprozesse transformiert (Redefinition/Neudefinition).

Das Denken nicht der KI überlassen

"Mit einem Design-Modell dieser Art lässt sich die Aufgabenstellung überprüfen", sagte Kuhn. "Es sagt aber noch nichts darüber aus, was im Kopf der Lernenden passiert. Wie können wir vermeiden, dass diese beispielsweise das Denken völlig aufgeben?" Um hier die richtigen Weichen zu stellen, hat er gemeinsam mit Patrik Vogt und weiteren Kollegen ein didaktisches Konzept entwickelt, das von einer "menschenzentrierten KI-Unterstützung" ausgeht: Im Lernmodell AIRIS (AI-Augmented Inquiry with Responsible, Informed Self-Regulation) führen Schüler:innen selbst physikalische Experimente mit dem Smartphone durch, beispielsweise indem sie im Aufzug oder in der Straßenbahn die Beschleunigung messen und in Diagrammen darstellen (). 

Im Vordergrund steht die kognitive Aktivierung der Lernenden, die ihr Vorgehen selbst planen und KI gezielt einsetzen sollen – in diesem Fall für Messungen und deren visuelle Modellierung. Anschließend sind sie gefragt, Ergebnisse kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls Fehler zu erkennen. Damit dies funktioniere, müsse auch der Prompt für die KI sitzen, sagte Kuhn, "Kommunikationskompetenz wird künftig noch wichtiger." Das Konzept wurde im Physik Journal veröffentlicht und soll nun mit Schulklassen in der Praxis erprobt werden.

"Ob man die aktuellen Entwicklungen gut oder schlecht findet, man muss sich dazu positionieren", so der Wissenschaftler. Lehrkräften eröffne KI bei gezieltem Einsatz Möglichkeiten, Unterricht neu zu gestalten. Gleichzeitig habe die Forschung noch viele offene Fragen zu klären, beispielsweise zu den Interaktionsprozessen zwischen KI und Lernenden oder zu langfristigen Auswirkungen. Dabei sieht Kuhn die Physikdidaktik klar in der Pflicht, wenn es um einen evidenzbasierten und lernförderlichen Einsatz von KI im MINT-Unterricht geht: "Wir sind keine Grundlagenforschung, sondern wollen dazu beitragen, den Unterricht zu verbessern."

"Physikdidaktik im Dialog – Von der Forschung in die Unterrichtspraxis" im Wintersemester

Die Ringvorlesung macht aktuelle Entwicklungen in der Physikdidaktik sichtbar, schlägt eine Brücke von der Forschung in die Praxis und bietet ein Forum für den Austausch zwischen fachdidaktischer Forschung, Lehrerbildung und Unterrichtspraxis: Eingeladen sind Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Physiklehrkräfte aller Schularten, Hochschuldozent:innen und Interessierte aus Bildung und Wissenschaft. Es ist keine Anmeldung nötig. Die nächsten Termine (jeweils 17.30-19.30 Uhr im Raum C1.13)

  • 19. November 2026: Prof. Dr. Jan Philipp Burde (Uni Tübingen): Elektrizitätslehre mit Potenzial (und Kontexten)
  • 14. Januar 2027: Prof. Dr. Lutz Kasper (PH Schwäbisch Gmünd): Video-, Comic- und Textvignetten als simulierter Unterricht – Identifikation von Präkonzepten und Fehlvorstellungen beim Physiklernen

Mehr Informationen unter


Junge Forschende aus dem Publikum diskutieren beim Nachwuchskolloquium 2026 der Fakultät III

[ka] Beim 3. Nachwuchskolloquium der Fakultät III stellten Nachwuchswissenschaftler:innen fachübergreifend ihre Themen und Methoden vor. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen nicht im stillen Kämmerlein, es braucht auch die Inspiration und den Blick von außen: Mit dem jährlichen Nachwuchskolloquium hatte die Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften kürzlich wieder Promovierende eingeladen, hochschulintern über ihre Arbeit zu sprechen.

Bereits zum dritten Mal fand die Veranstaltung statt, mit der die Fakultät der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ihre Bandbreite an Fachbereichen und Forschungsrichtungen sichtbar machen und den Austausch zwischen Nachwuchsforschenden fördern will. Organisiert wurde sie in diesem Jahr vom Fachbereich Mathematik, mit einem Team um Prof. Dr. Guido Pinkernell, JProf. Dr. Priska Sprenger und Prof. Dr. Claudia Hildebrandt.

In insgesamt 12 Vorträgen gaben junge Wissenschaftler:innen Einblick in qualitative und quantitative Forschung, vielfältige Fragestellungen und Methoden: Von Ernährung über sexuelle Bildung bis zu BNE in Schulgärten und von Analysemodellen über digitale Geomedien bis zu hybriden Lehr-Lern-Umgebungen. Die Redezeit war strikt auf jeweils 25 Minuten beschränkt - inklusive eines Zeitslots für Publikumsfragen, der gerne für regen Austausch genutzt wurde.

Von der Recherche bis zur fertigen Arbeit

So auch nach Eva Bühlers Vortrag, die ein vignettenbasiertes Verfahren vorstellte: Die Doktorandin will erfassen, welche MINT-Bildung Fachkräfte mitbringen, die in der Kita für Naturwissenschaften begeistern sollen. Dafür präsentierte sie Kita-Fachkräften eigens gestaltete Comics zu Alltagssituationen und ließ sie beantworten, wie sich dieser Anlass nutzen lässt, um naturwissenschaftliche Phänomene zu erkunden. Aus ihrem Vortrag entspann sich ein interdisziplinäres Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen solcher Modelle, in dem auch Forschende anderer Fächer von ihrer Arbeit mit Vignetten-Modellen erzählten.

Die präsentierten Arbeiten waren schon unterschiedlich weit gediehen: So präsentierte Gunter Ehret bereits das dritte Mal in Folge seine Arbeit zu einer Lernsoftware im Mathematikunterricht und gab somit quasi ein jährliches Update zur Weiterentwicklung seiner Promotion. Susanne Bischoff stand hingegen noch am Anfang und ließ das Publikum an der Literatursuche und ihren Überlegungen zu Strukturierungsprozessen in geometrischen Kontexten teilhaben. Dafür bekam sie neue Tipps und Beifall: „Ich finde es total klasse, dass wir in diesem frühen Stadium Einblick bekommen und an dem Prozess teilhaben“, so eine Zuschauerin.

Auch Dekanin Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer verfolgte die Vorträge interessiert. „Man sieht heute schön, wer noch alles in der Fakultät promoviert und für die Nachwuchswissenschaftler:innen geht es darum, Gleichgesinnte zu treffen und sich gegenseitig zu unterstützen“, sagt sie. „Das Kolloquium ist eine einmalige Gelegenheit für junge Forschende, sich interdisziplinär wissenschaftlich auszutauschen.“


Prof. Armin Baur und Studierende im Biologie-Seminar

[ka] Wie konzipiere ich eine Biologiestunde, wann macht der Einsatz digitaler Technologien Sinn und wie gehe ich bei Experimenten mit unerwarteten Ergebnissen um? Fragen wie diese sind Teil des sogenannten Professionswissen von Biologielehrkräften und werden im Lehramtsstudium vermittelt. Ein neuer „Biologiedidaktik-Mooc“ bündelt nun kompakt die wichtigsten Themen für angehende Biologielehrer:innen: Der Online-Kurs ist frei zugänglich und vermittelt die Grundlagen des Lehrens und Lernens von Biologie. Auch Prof. Dr. Armin Baur von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war als Autor an der Gestaltung beteiligt – gemeinsam mit Kolleg:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In 16 Modulen führen die Fachdidaktiker:innen mit Lernvideos und digitalen Aufgabenformaten in verschiedene Bereiche der Biologiedidaktik ein. So widmen sich einzelne Lektionen theoretischen Grundlagen wie der Didaktischen Rekonstruktion oder Kompetenzorientierung, andere beschäftigen sich mit inhaltlichen Schwerpunkten wie der Gesundheitsbildung, Sexualbildung oder Artenkenntnissen. Zu jedem Thema werden vertiefende Aufgaben, weiterführenden Quellen und Materialien angeboten. Am Ende eines Moduls können die Teilnehmenden das eigene Wissen noch einmal überprüfen.

Fachdidaktische Kompetenzen aufbauen

Armin Baur, Professor für Biologie und ihre Didaktik an der PHHD, spricht im Modul „Erkenntnisgewinnung“ über das Experimentieren als wichtigen Weg, um Naturphänomene zu erkunden und verstehen. So vielfältig wie die Natur sind dabei auch die Möglichkeiten, sich ihr im Unterricht zu nähern: Sollen Schüler:innen beispielsweise Experimente nach genauen Vorgaben durchführen (geschlossenes Experimentieren) oder ohne Vorgaben selbst planen (offenes Experimentieren)? Offenes Experimentieren hat als „forschendes Lernen“ einen wichtigen Stellenwert im Unterricht, setzt bei Lernenden aber mehr voraus. Baur und sein Team haben hierfür ein Modell entwickelt, das Lernende schrittweise an die offene Form heranführt.

Auch in das Modul „Diversitätssensible Gestaltung von Biologieunterricht“ brachte der Wissenschaftler, der im vergangenen Jahr bereits Co-Autor des Lehr- und Praxisbuches „Inklusiver Biologieunterricht“ war, seine Expertise ein. Die Einheit sensibilisiert für die Thematik Diversität und stellt inklusive Lernzugänge für den Biologieunterricht vor. So kann beispielsweise ein Lerngegenstand gemeinsamer Ausgangspunkt sein, für den verschiedene Lernaufgaben auf die jeweiligen Bedarfe der Schüler:innen angepasst werden. Am Ende einer solchen Stunde trifft sich die Klasse bei einem gemeinsamen Lernprodukt wie beispielsweise einem Lernplakat wieder.

Der Kurs kann ab sofort laufend und im eigenen Tempo absolviert werden - für die Bearbeitung einzelner Lektionen gibt es einen „Badge“, der gesamte Kurs entspricht einem ECTS. Auch können Lehrende der Biologiedidaktik ihn für eigene Lehrveranstaltungen nutzen, so die Autor:innen.

„Lehrkräfteprofessionalität in der Biologie verbindet Fachwissen und fachdidaktische Kompetenzen, um komplexe naturwissenschaftliche Phänomene auf die Schüler:innen zugeschnitten zu vermitteln. Beide Facetten - Fachwissen und fachdidaktische Kompetenz - sind wichtig und keine darf vernachlässigt werden“, sagt Baur. Der Biologiedidaktik-Mooc biete angehenden Lehrer:innen die Möglichkeit, biologiefachdidaktische Kompetenzen aufzubauen und ermögliche einen umfassenden Überblick über aktuelle fachdidaktische Erkenntnisse und Methoden. „Herausragend fand ich die oft sehr enge Zusammenarbeit und den Austausch der vielen Standorte, das hat zu einem umfassenden Gesamtergebnis geführt.“

Das Projekt
Der „Biologiedidaktik-Mooc“ wurde von Prof. Dr. Steffen Schaal und Prof. Dr. Sonja Schaal (PH Ludwigsburg / PH Schwäbisch Gmünd) koordiniert, 30 Fachdidaktiker:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ihn gestaltet. Er steht ab sofort online kostenfrei zur Verfügung und besteht aus 16 Modulen á 2 Stunden. Alle Informationen unter


Teilnehmende an der Auftakt- und Vernetzungsveranstaltung des PH-übergreifenden Mentoringprogramms m.powerment sitzen zusammen. Einige heben die Hand. Die Stimmung scheint locker zu sein.

Die jährliche Auftakt- und Vernetzungsveranstaltung des PH-übergreifenden Mentoringprogramms m.powerment fand vor Kurzem an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt. Insgesamt kamen 50 Postdoktorand:innen, Junior- und Tenure-Track-Professor:innen, Alumni und Programmkoordinator:innen, der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württemberg zusammen, um die neuen Mentees im Programm zu begrüßen (Programmrunde 2026-2028), auf ein Jahr m.powerment zurückzublicken (Programmrunde 2025-2027) und die abschließenden Mentees der Programmrunde 2024-2026 zu verabschieden.

Das Vormittagsprogramm startete mit der Begrüßung durch Prof. Dr. Nadine Anskeit, Prorektorin für Forschung und Transfer der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Anschließend wurde den abschließenden Mentees nach der zweijährigen Programmphase feierlich das m.powerment-Zertifikat überreicht. 

Die nachfolgende Impulsrunde mit anschließenden Gesprächsinseln stand ganz im Zeichen von Vernetzung und überfachlichem Austausch. Gemeinsam mit m.powerment-Alumni diskutierten die Teilnehmenden entlang zentraler Themen für die akademische Laufbahn wie  "Erwartungen an und Erfahrungen im one-to-one Mentoring", "Karriereentscheidungen und Umwege", "Rollenwechsel in der Wissenschaft" und "Wissenschaft und Biografie". Die Teilnehmenden führten unterschiedliche Perspektiven zusammen und teilten Einblicke in persönliche Werdegänge und wissenschaftliche Laufbahnen. 

Die Mentees der abschließenden und laufenden Programmrunde widmeten sich am Nachmittag dem Thema "Sichtbar sein, wirksam vernetzen: Präsenz und Beziehungen im Wissenschaftssystem gestalten". Gemeinsam mit der Referentin Dr. Julia Rathke (PH Ludwigsburg) reflektierten die Teilnehmenden ihre aktuelle Position im Wissenschaftssystem, schärften ihr individuelles Profil und entwickelten konkrete Strategien, um die eigene Sichtbarkeit und Vernetzung zu stärken. 

Für die neu aufgenommenen Mentees fand parallel eine Einführung in das Peer-Mentoring statt. Neben grundlegenden Fragen wie "Was ist Peer-Mentoring?" oder "Was ist der Mehrwert des Peer-Mentoring?" wurden auch konkrete Praxistipps gegeben und eine Einführung in die Methode der kollegialen Beratung vermittelt.

Mehr zu m.powerment unter . Informationen zur Nachwuchsförderung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg finden Sie unter .

Text: Pädagogische Hochschule Karlsruhe


Dr. Irene Berti im Podcast-Studio am Mikrofon

[ka] Was können wir heute von der 2.500 Jahre alten attischen Demokratie lernen? Im Forschungspodcast „Bildungsplausch“ spricht Dr. Irene Berti über ihre Begeisterung für die Antike. Könnte Dr. Irene Berti durch die Zeit reisen, sie würde direkt eine Versammlung der attischen Demokratie vor rund 2.000 Jahren besuchen. In der Antike trafen sich bis zu 30.000 Bürger, um live über politische Entscheidungen abzustimmen. „Ich würde gerne erleben, über welche Themen und wie gesprochen wurde – und wie heftig man sich stritt“, sagt die Althistorikerin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Forschungspodcast „Bildungsplausch“.

In der Abteilung Geschichte und ihre Didaktik gibt die Wissenschaftlerin ihre Begeisterung für die Antike an angehende Lehrkräfte weiter. Bei der Beschäftigung mit dieser eigentlich fremden Welt, ließen sich überraschende Ähnlichkeiten entdecken, erzählt sie im Gespräch mit Antje Karbe und Max Wetterauer. Der Perspektivwechsel helfe auch im Schulunterricht, eigene Werte zu reflektieren. „Gerade die Distanz schafft Raum, über sensible Themen zu sprechen – seien es die Demokratie, der Umgang mit Minderheiten oder Frauenrechte.“

So seien schon damals Fragen diskutiert worden, die uns heute (wieder) beschäftigen: Wie viel Redefreiheit kann eine Demokratie zugestehen? Wie gehen wir mit Menschen um, die Mittel der Demokratie einsetzen, um gegen diese zu agieren? „Es kann sehr produktiv und stimulierend sein, den anderen Blick auf diese Themen einzunehmen.“

Im Forschungspodcast Bildungsplausch spricht Irene Berti zudem über ihr abwechslungsreiche Forschung, über Frauenrollen in der Geschichte und darüber, warum die Antike nicht erst seit Christopher Nolans “Die Odyssee” wunderbares Filmmaterial bietet. Hören Sie das gesamte Gespräch unter und überall, wo es Podcasts gibt.




Zu sehen ist ein Fenster mit einer Schrift: Demokratie lebt vom Mitmachen

[red] Im Mittelpunkt dieses Fachtags steht die Frage, wie sich Demokratiebildung auf Grundlage des gleichnamigen des Kultusministeriums Baden-Württemberg wirksam im Schulalltag verankern lässt und welche praktischen Umsetzungsmöglichkeiten hierdurch gegeben sind. Die Präsenzveranstaltung im Altbau der PH Heidelberg findet von 14:00 bis 16:00 Uhr statt.

Impulse und Workshops aus unterschiedlichen Bereichen der Lehrkräftebildung und Schulpraxis stellen innovative Ansätze vor und bieten Raum für Austausch über Konzepte, Herausforderungen und konkrete Erfahrungen bei der unterrichtlichen Umsetzung des Leitfadens in verschiedenen Schulformen – auch phasenübergreifend.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Hochschulangehörige, Lehramtsstudierende sowie Beschäftigte der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Sie ist durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt. Lehrkräfte aus Baden-Württemberg registrieren sich für die Veranstaltung daher neben der Anmeldung unten bitte unbedingt zusätzlich auch über LFB-Online (Veranstaltungsnummer: ).

Das ausführliche Programm findet sich unter .

Der Fachtag „Demokratiebildung – Vom Leitfaden zur Unterrichtspraxis“ ist eine Veranstaltung der Heidelberg School of Education. Inhaltlich federführend sind Prof. Dr. Havva Engin und Dr. Daniel Vetter.

Weitere Informationen unter:  


[red] Sie nehmen mehr wahr als andere? Brauchen mehr Zeit zum Verarbeiten und fühlen sich oft überreizt? Dann könnte Hochsensibilität bei Ihnen eine Rolle spielen. Hochsensible Studierende erleben ihre Umwelt intensiver – eine erhöhte Wahrnehmung und tiefere Verarbeitung, die Lernen bereichern, aber auch herausfordern können. Wie lässt sich die besondere Sensibilität nutzen, ohne von Reizen überflutet zu werden? Welche Strategien helfen, Prüfungsangst und Stress zu reduzieren? 
 

In diesem Workshop mit Andrea Braun-Agrawal, psychologische Beraterin und Coach, entdecken Sie, wie Sie Ihre Stärken als „Hochsensible Person“ gezielt einsetzen und gleichzeitig Überstimulation vermeiden können. Freuen Sie sich auf wertvolle Impulse zur Lernorganisation, Stressbewältigung und auch überraschende Tipps rund um Ernährung und Erholung für Ihr Nervensystem. Erleben Sie einen ganzheitlichen Ansatz, der Sie dabei unterstützt, Ihr Studium mit Hochsensibilität erfolgreicher und entspannter zu gestalten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; kommen Sie einfach am Mittwoch, 28. Oktober um 14:00 Uhr im Raum 018 im Altbau der PH Heidelberg vorbei.

Weitere Informationen unter:  




Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung und Wissenschaftsministerin a.D., überreicht Henrike Schön, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, einen Blumenstrauß sowie eine Uhr.

[velo] Die Baden-Württemberg Stiftung hat Henrike Schön, Leiterin des , für ihr langjähriges Engagement für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM und dessen internationales Alumni-Netzwerk geehrt. Ebenfalls gewürdigt wurde Schöns jahrzehntelanger Einsatz für den Verein der Stipendiaten und Freunde des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs. Die Ehrung fand im Rahmen der 25-Jahr Feier zum Bestehen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs und in Anwesenheit von PHHD-Rektorin Professorin Dr. Karin Vach und Prorektorin Professorin Dr. Marita Friesen statt; die Laudatio hielt Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Stiftung und Wissenschaftsministerin a.D.

Bauer würdigte insbesondere Schöns außergewöhnliches Engagement: „Sie haben nicht nur unser Stipendienprogramm, sondern eine ganze internationale Gemeinschaft geprägt!“ Mehr als 25 Jahre habe Henrike Schön „Studierende aus aller Welt unterstützt und Türen für den internationalen Austausch geöffnet.“ Ihre Arbeit habe das Netzwerk für die Zukunft gestärkt, so Bauer: „Ihrer Begeisterung hat viele von uns inspiriert, und Ihr Vermächtnis wird weiterleben, wo immer ehemalige Stipendiaten in Verbindung bleiben, sich gegenseitig unterstützen und den Geist dieses Programms in die Welt hinaustragen.“ 

Die Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung hob ferner hervor, dass sich Henrike Schön weit über ihre beruflichen Aufgaben hinaus für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM eingesetzt hat. Ein Leitgedanke habe ihr Engagement dabei besonders geprägt: Die Stärke des Baden-Württemberg-STIPENDIUMS liege nicht allein in der finanziellen Förderung eines Auslandsaufenthalts, sondern auch in den Gemeinschaften und lebenslangen Verbindungen, die daraus entstehen. Für Schön standen daher – auch im Rahmen ihrer Tätigkeit an der PHHD – stets die Begegnung zwischen Menschen, der interkulturelle Austausch und der Aufbau langfristiger Verbindungen im Mittelpunkt. So überrascht es Theresia Bauer wenig, dass Schön zahlreichen internationalen Studierenden Baden-Württemberg nicht nur als Studienort, sondern auch als Kultur- und Lebensraum nachhaltig nähergebracht hat. 

Dieses Verständnis habe auch Schöns Wirken als Mitglied des Vorstands des Vereins der Stipendiaten und Freunde des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs von 2027 bis 2025, als dessen stellvertretende Vorsitzende und in den vergangenen vier Jahren als Vorsitzende geleitet, so Bauer. In dieser Zeit setzte sie sich nicht nur für die Weiterentwicklung des Alumni-Netzwerks ein, sondern auch für die Zukunftsfähigkeit des Vereins, unter anderem durch eine Verjüngung und stärkere Diversität des Vorstands. Umso mehr freue sich die Stiftung, dass Henrike Schön dem Vorstand voraussichtlich auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im Herbst 2026 erhalten bleiben wird.

„Mit Henrike Schön werden wir in Kürze eine Kollegin verabschieden, die die Internationalisierung unserer Hochschule über 25 Jahre mit außergewöhnlichem Engagement geprägt hat“, ergänzt Professorin Dr. Marita Friesen, die als Prorektorin für den Bereich Internationales verantwortlich ist. „Ihr liegt es besonders am Herzen, möglichst vielen angehenden Lehrkräften internationale Erfahrungen zu ermöglichen. Solche Erfahrungen erweitern den eigenen Horizont, fördern interkulturelle Kompetenzen und bereiten unsere Studierenden darauf vor, Kinder und Jugendliche in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft kompetent zu begleiten. Für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre große Leidenschaft sind wir Henrike Schön von Herzen dankbar.“ 


Das Foto zeigt ein Poträt von Fritz Dannemann.

[Rektorat] Prof. Dr. Fritz Dannenmann war über viele Jahre ein engagierter und hochgeschätzter Hochschullehrer an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der die Entwicklung des Faches Sport und insbesondere der Sportpädagogik nachhaltig geprägt hat.

Nach der ersten Lehramtsprüfung für Volksschullehrer 1965 und der Realschullehrerprüfung 1969 absolvierte Fritz Dannenmann ein Universitätsstudium der Sportwissenschaft, Pädagogik und Pädagogischen Psychologie, welches er mit dem Magister Artium abschloss. Seine Hochschullaufbahn führte ihn zunächst an die Pädagogischen Hochschulen Schwäbisch Gmünd und Reutlingen. Im Zuge der Schließung der PH Reutlingen wechselte er an die Pädagogische Hochschule Heidelberg. Nach seiner Promotion im Jahr 1991 wurde er zum 1. Januar 1992 zum Professor für Sportpädagogik berufen.
In seiner wissenschaftlichen Arbeit und Lehre war es Fritz Dannenmann ein besonderes Anliegen, wissenschaftliche Fundierung und Praxisorientierung miteinander zu verbinden. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen unter anderem in der Sportpädagogik und Sportdidaktik, der Sportpsychologie sowie insbesondere in der Mediendidaktik und Medienproduktion im Sport. Auf diesem Gebiet erwarb er sich auch über die Hochschule hinaus hohe Anerkennung. Eine besondere fachliche Leidenschaft galt dem Volleyball, zu dem er zahlreiche wissenschaftliche Tagungen organisierte und durchführte. 
Neben Forschung und Lehre engagierte sich Fritz Dannenmann für die Entwicklung der Hochschule und
übernahm Verantwortung in verschiedenen akademischen Funktionen, unter anderem von 1998 bis 2000 als Prodekan. Kolleginnen und Kollegen schätzten seine fachliche Kompetenz, sein großes Engagement sowie seine umsichtige, ausgleichende und kollegiale Art.
Besonders prägend war sein Wirken als Hochschullehrer. Studierende erlebten ihn als fachlich anspruchsvollen, zugleich zugewandten und fairen Lehrer. Seine Lehrveranstaltungen zeichneten sich durch Klarheit, gute Strukturierung und einen konsequenten Bezug zur schulischen Praxis aus. Dabei nahm er seine Studierenden als Persönlichkeiten ernst, unterstützte sie in ihrer Entwicklung und begegnete ihnen mit Offenheit und persönlichem Interesse. Mit Ablauf des Sommersemesters 2002 trat Prof. Dr. Fritz Dannenmann in den Ruhestand. Sein fachliches und persönliches Wirken hat im Fach Sport und an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg nachhaltige Spuren hinterlassen.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg und das Fach Sport bleiben Prof. Dr. Fritz Dannenmann in
ehrendem Gedenken verbunden.










Das Foto zeigt den Haupteingang des Altbaus der PH Heidelberg.

Eröffnung des Akademischen Jahres am 05.11.: