Wie können Schulhöfe Bewegung und Begegnung fördern? Im Forschungsprojekt KomBus2.0 haben die Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und die Stadt Mosbach gemeinsam die Bewegungsfreundlichkeit zweier Schulhöfe untersucht. Dabei standen neben der systematischen Erfassung der Umgebungsbedingungen insbesondere die Erfahrungen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt.
Schulhöfe sind wichtige Lebensräume im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie bieten Raum für Bewegung, Spiel und soziale Begegnungen – und können dazu beitragen, einen aktiven Alltag zu unterstützen. Doch welche Bedingungen fördern Bewegung tatsächlich? Und welche Veränderungen wünschen sich diejenigen, die die Schulhöfe täglich nutzen?
Diesen Fragen widmete sich das Forschungsprojekt KomBus2.0 in Zusammenarbeit mit der Stadt Mosbach. Untersucht wurden die Schulhöfe des Auguste-Pattberg-Gymnasiums und der Waldsteige-Grundschule. Ziel war es, die bestehenden Bedingungen systematisch zu erfassen, Entwicklungspotenziale sichtbar zu machen und eine fundierte Grundlage für die weitere kommunale Planung zu schaffen.
Mit dem KomBus-Tool lassen sich kommunale Rahmenbedingungen für Bewegung anhand strukturierter Fragenkataloge untersuchen. Erfasst werden unter anderem Aspekte der Flächennutzung, der Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur, der Verkehrssicherheit, der Attraktivität des Umfelds und des sozialen Umfelds.
Die Anwendung auf die beiden Mosbacher Schulhöfe zeigt, wie ein wissenschaftlich fundierter Ansatz genutzt werden kann, um konkrete Bedingungen vor Ort differenziert zu betrachten. Die Ergebnisse helfen dabei, vorhandene Stärken und mögliche Entwicklungsbedarfe zu identifizieren und unterschiedliche Anforderungen in die weitere Planung einzubeziehen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen. Als tägliche Nutzerinnen und Nutzer ihrer Schulhöfe verfügen sie über wichtige Erfahrungen: Sie wissen, welche Bereiche sie gerne nutzen, wo Hindernisse bestehen und welche Angebote ihre Pausen attraktiver machen könnten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie unterschiedlich die Bedarfe an den beiden Schulstandorten sind. Am Auguste-Pattberg-Gymnasium wurde beispielsweise der Erhalt eines sanierungsbedürftigen Fußballfeldes als wichtiges Anliegen benannt. An der Waldsteige-Grundschule stand unter anderem ein Schuhregalkonzept im Fokus, das die Nutzung des Außenbereichs bei unterschiedlichen Wetterbedingungen erleichtern soll.
Diese Beispiele machen deutlich, dass die Weiterentwicklung bewegungsfreundlicher Schulhöfe mehr erfordert als eine Betrachtung der vorhandenen Flächen. Auch die konkreten Nutzungserfahrungen und Bedürfnisse der Schulgemeinschaft sind wichtige Bausteine, um passende Lösungen zu entwickeln.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Mosbach verdeutlicht den Wert des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis. Durch die systematische Erhebung vor Ort, die Auswertung der Daten und den Austausch mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren konnten unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden.
Im September wurden die Ergebnisse bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung vorgestellt und anschließend in schulbezogenen Arbeitsgruppen vertieft. Die Erkenntnisse wurden dokumentiert und dienen der Stadt Mosbach als Grundlage für die weitere Maßnahmen- und Entwicklungsplanung. Über konkrete Veränderungen an den Schulhöfen wird im Rahmen der kommunalen Planungsprozesse entschieden.
Damit zeigt das Projekt, wie Forschung dazu beitragen kann, kommunale Fragestellungen strukturiert zu bearbeiten, lokale Bedarfe sichtbar zu machen und Entscheidungsprozesse mit einer fundierten Informationsbasis zu unterstützen.
KomBus2.0 steht für einen Forschungsansatz, der wissenschaftliche Methoden mit den Erfahrungen der Menschen vor Ort verbindet. Die Untersuchung der Mosbacher Schulhöfe macht exemplarisch sichtbar, wie Daten, Beteiligung und kommunale Zusammenarbeit zusammenwirken können, um Entwicklungsmöglichkeiten für bewegungsfreundlichere Lebenswelten aufzuzeigen.
Ein herzlicher Dank gilt der Stadt Mosbach, den beteiligten Schulen sowie allen Schülerinnen und Schülern und weiteren Mitwirkenden für den offenen Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit.
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