SIMAS

Das Forschungsprojekt SIMAS (Schüler:innen im Autismus-Spektrum an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren) untersucht erstmals systematisch die Verbreitung sowie die pädagogischen Implikationen von Autismus-Diagnosen im Kontext sonderpädagogischer Förderung in Baden-Württemberg.

Ausgangspunkt ist die seit Jahren beobachtbare Zunahme von Autismus-Diagnosen im Kindes- und Jugendalter – sowohl international als auch in Deutschland. Gleichzeitig fehlen bislang belastbare, schulbezogene Daten für Baden-Württemberg. Insbesondere ist unklar, wie viele Schüler:innen im Autismus-Spektrum tatsächlich an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) unterrichtet werden und welche spezifischen Anforderungen sich daraus für die schulische Praxis ergeben.

  • Dauer: April 2026 bis März 2028
    Dauer April 2026 bis März 2028
  • Zielgruppe: Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren aller Fachrichtungen in B.-W
    Zielgruppe Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren aller Fachrichtungen in B.-W
  • Ansprechperson: Robert Vrban und Stefanie Köb
    Ansprechperson Robert Vrban und Stefanie Köb

Ein zentrales Merkmal aktueller Entwicklungen ist die zunehmende Sichtbarkeit von Autismus im schulischen Kontext. Etwa ein Drittel der Diagnosen ist mit einer kognitiven Beeinträchtigung verbunden, gleichzeitig lernen Schüler:innen im Autismus-Spektrum in allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten.

Diese Heterogenität führt zu spezifischen pädagogischen Anforderungen, etwa:

  • Gestaltung strukturierter Lernumgebungen
  • Etablierung verlässlicher Routinen
  • Individualisierung von Kommunikationsformen

Trotz dieser Herausforderungen fehlen bislang systematische Erkenntnisse darüber, wie Schulen damit umgehen und welche Unterstützung sie benötigen. SIMAS setzt genau hier an und verbindet bildungswissenschaftliche Grundlagenforschung mit konkreter Praxisrelevanz.

Das Projekt ist zweiphasig angelegt und kombiniert quantitative und qualitative Zugänge.

Phase 1: Quantitative Analyse

  • Flächendeckende Datenerhebung an SBBZ aller Förderschwerpunkte
  • Analyse der Anzahl von Schüler:innen im Autismus-Spektrum
  • Differenzierung nach sonderpädagogischen Schwerpunkten
  • Berechnung von Prävalenzraten
  • Vergleich der Schuljahre 2020/21 und 2025/26

Ziel dieser Phase ist die erstmalige Herstellung einer belastbaren Datengrundlage für Baden-Württemberg.

Phase 2: Qualitative Untersuchung

  • Durchführung von Interviews und Fokusgruppen (N = 21) mit Lehrkräften
  • Einbezug verschiedener sonderpädagogischer Fachrichtungen
  • Thematische Analyse der Erfahrungen im schulischen Alltag

Im Zentrum stehen Fragen wie:

  • Welche Herausforderungen erleben Lehrkräfte im Unterricht?
  • Welche pädagogischen Strategien haben sich bewährt?
  • Wo bestehen Unterstützungsbedarfe?

Diese Phase dient der kontextsensitiven Einordnung der quantitativen Befunde und der Entwicklung praxisnaher Handlungsperspektiven.


Professorin
Tel.: +49 6221 477-178
koeb@ph-heidelberg.de
313 / Altbau
Akad. Oberrat
Tel.: +49 6221 477-190
vrban@ph-heidelberg.de
349 / Altbau