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Gruppenfoto mit Scheck bei der Eröffnung des CZS KID Promotionskollegs in Berlin

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist an einem deutschlandweit einzigartigen Promotionskolleg für Informatikdidaktik beteiligt: Prof. Dr. Claudia Hildebrandt, CZS Stiftungsprofessorin für Informatik und ihre Didaktik, ist erste Sprecherin und Teil der wissenschaftlichen Leitung des „CZS KID - Kolleg für Informatikdidaktik“, das unter Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung in sechs Hochschulstädten in fünf Bundesländern entsteht. Ziel ist es, Forschung, Qualifizierung und überregionale Vernetzung des Faches nachhaltig zu unterstützen – und somit den Lehrkräftemangel im Fach Informatik an Schulen langfristig entgegenzuwirken und den Informatikunterricht bundesweit zu stärken. Der offizielle Startschuss erfolgte am Montag, 21.09.2026, in Berlin.

Das CZS KID wird von der Carl-Zeiss-Stiftung mit zwölf Millionen Euro gefördert. Es ist die bislang größte private Initiative für die Informatikdidaktik in Deutschland. In dem Promotionskolleg wird die Entwicklung von Informatikkompetenzen im Schulunterricht erforscht. Es wird in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Universität Heidelberg, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Universität Koblenz, der Universität Paderborn, der Universität Münster und der Gesellschaft für Informatik durchgeführt. Die Geschäftsleitung übernimmt die Gesellschaft für Informatik.

Ziel es Kollegs ist, die Informatikdidaktik-Forschung überregional auszubauen. Gemeinsam wollen die Partner junge Forschende für die Informatikdidaktik begeistern und die Disziplin sowie die dazugehörige Community deutschlandweit stärken.

Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung: „Informatische Bildung war noch nie so wichtig wie heute: Sie spielt eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands und ist zugleich der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Es braucht neue Ansätze, um so komplexe und sich stark wandelnde Inhalte zeitgemäß zu vermitteln. Mit dem neuen Kolleg wollen wir dazu beitragen, dass es in Zukunft genügend gut qualifizierte Informatiklehrerinnen und -lehrer gibt.“

Anna Sarah Lieckfeld, Geschäftsführerin des CZS KID: „Viele Bundesländer haben Informatik mittlerweile zum Pflichtfach erhoben. Das ist ein wichtiger Schritt, doch es fehlt bundesweit an Lehrkräften, um das Fach flächendeckend und in angemessenem Umfang zu unterrichten. Um die Informatiklehrkräfte von morgen auszubilden, braucht es zudem ausreichend qualifizierte Wissenschaftler:innen und Dozent:innen. Hier setzen wir mit dem Kolleg an und arbeiten dabei ganz bewusst über Ländergrenzen und Gebiete der Informatikdidaktik hinweg zusammen.“

Prof. Dr. Claudia Hildebrandt trägt als eine von sechs PIs (Principal Investigators) zum strukturierten Qualifizierungsprogramm bei – die erste Promovierende startet bereits Anfang 2027 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Das Promotionskolleg werde die wissenschaftliche Nachwuchsförderung im Bereich der Informatikdidaktik nachhaltig bereichern, so die Wissenschaftlerin: „Unser Qualifizierungsprogramm schafft hervorragende Möglichkeiten zur professionellen Entwicklung und fördert Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Durch nationale und internationale Vernetzungen ergeben sich Diskussionsanlässe und neue Impulse über Standorte hinweg.“

Promovierende des CZS KID erhalten eine Qualifizierung, die fachliche Tiefe und  Breite umfasst. Das Kolleg ermöglicht ihnen viel Austausch über Standorte hinweg sowie den nötigen Freiraum, um eigene Ideen und Forschungsansätze zu entwickeln, zu verfolgen und individuelle Expertise aufzubauen. Um die Ergebnisse ihrer Forschung nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern, liegt ein besonderer Fokus auf Wissenschaftskommunikation und Transfer.

Text: Pressemitteilung der Gesellschaft für Informatik / Redaktion

Foto: Das Heidelberger Team mit Prof. Dr. Claudia Hildebrandt nahm an der feierlichen Eröffnung des CZS-Kollegs in Berlin teil. In der Bildmitte links der Thüringische Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, und in der Bildmitte rechts der Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung Dr. Felix Streiter.


Das Foto zeigt eine Klasse beim Chemieunterricht, im Vordergrund ist ein Chemiebuch zu sehen

[ka]  Das deutsche Bildungssystem ist sozial ungerecht. Wie die aktuelle PISA-Studie zeigt, hängt Erfolg in Deutschland weiterhin sehr von der sozialen Herkunft ab – wie schon zu Beginn der PISA-Erhebungen vor 26 Jahren. Dass sich daran kaum etwas geändert hat, ist für Prof. Dr. Carsten Rohlfs von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ein dramatischer Befund: „Genau hier müssen Bildungsreformen verstärkt ansetzen“, sagt der Professor für Schulpädagogik und Bildungsforschung, der in seiner Forschung unter anderem Datensätze der internationalen PISA-Vergleichsstudien auswertet.

Die am 8. September veröffentlichte Studie „Pisa 2025“ zeigt, dass 15-Jährige an deutschen Schulen häufig nicht die erforderlichen Basiskompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erreichen – damit liegt Deutschland nun im Mittelfeld der OECD-Länder. Gleichzeitig hätten die Kompetenzunterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schüler:innen etwa in den Naturwissenschaften weiter zugenommen, so der Bericht, und seien heute größer als zu Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.

Der Wissenschaftler wünscht sich, dass aus diesem Befund stärker Konsequenzen gezogen werden. „Der Diskurs zu den PISA-Studien dreht sich in der Regel primär um die fehlenden Basiskompetenzen, die natürlich nicht zu vernachlässigen sind“, so Rohlfs. „Die Frage aber, wie wir sozial benachteiligte Familien besser einbeziehen können, gerät dabei regelmäßig aus dem Fokus. Dabei ist sie meines Erachtens der Schlüssel für ein erfolgreiches Bildungssystem.“

Ansätze wie das Startchancen-Programm stellen aus Rohlfs Sicht die richtigen Weichen. Auch Baden-Württemberg fördert hier gezielt Schüler:innen mit Unterstützungsbedarf, beispielsweise Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwierigen Lebenssituationen. Insgesamt müssten Kinder und Jugendliche individuell begleitet und Lernprozesse noch genauer an die Lernenden angepasst werden, so der Bildungsforscher. Individualisierte Fördermaßnahmen hält er dabei für sinnvoller als noch mehr Testungen, wie in erster Reaktion auf PISA erneut gefordert wurde. „Wir testen in den Schulen bereits hochfrequent, das bringt nichts außer noch mehr Druck und Stress für Lernende, Lehrende und Familien.“ 

Auch dürften nicht immer nur die frühe Bildung und die Grundschule – wie ebenfalls regelmäßig gefordert - Ansatzpunkt für Änderungen und Projektionsfläche für Ursachenzuschreibungen sein. „Es braucht auch an weiterführenden Schulen verstärkt Formen des Unterrichtens und der Kompetenzentwicklung, die einer modernen und demokratischen Gesellschaft entsprechen.“ Zu volle Bildungspläne seien kontraproduktiv. „Statt Heranwachsenden in kaum leistbarer Taktung ein möglichst breites und vielfach unzusammenhängendes Wissen abzuverlangen, sollten wir den Fokus stärker auf eine vertiefte, anwendungsbezogene und nachhaltige Kompetenzentwicklung legen“, so Rohlfs. Das gebe auch Lehrkräften mehr Zeit, passgenaue Unterrichtskonzeptionen zu entwickeln.

Auch sei das selektive Schulsystem der Bildungsgerechtigkeit nicht zuträglich, so Rohlfs, er erwarte aber in absehbarer Zeit keine grundlegenden Reformen dazu. Zu denken geben sollte der Gesellschaft zudem der vielfach belegte Zusammenhang zwischen Bildung und Demokratieunterstützung, wie der Bildungsforscher sagt. „Der Handlungsbedarf, den PISA 2025 erneut formuliert hat, ist auch vor diesem Hintergrund dringlicher als je zuvor.“

PISA-Studie
Die größte internationale Vergleichsstudie untersucht seit dem Jahr 2000, wie gut 15-Jährige zum Ende ihre Schulpflichtzeit alltagsnahe Problemstellungen verstehen und lösen können. Dabei nimmt sie unter anderem die Bereiche Lesen, Mathematik und englische Sprachkenntnisse in den Blick. 2025 bildeten Naturwissenschaften den Schwerpunktbereich und es wurde erfasst, wie gut Jugendliche mit digitalen Werkzeugen komplexe Probleme strukturieren und lösen können. An der Untersuchung nahmen mehr als 760.000 Schüler aus 91 Ländern teil - aus Deutschland rund 6.700 Schüler von etwa 250 Schulen. Mehr Informationen unter

Gemeinsame Stellungnahme der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württemberg zur PISA-Studie:  


Zu sehen ist das neue Kunstwerk "Seed" vor dem C-Bau

[red] Der neue C-Bau der Hochschule hat nun ein eigenes Kunstwerk: Anfang August wurde die Skulptur „SEED“ im Neuenheimer Feld aufgestellt, im Beisein der Künstlerin Jeewi Lee und des Amts Vermögen und Bau. Für ihre Skulptur ließ sich die deutsch-koreanische Künstlerin von der Samenkapsel der afrikanischen Ringelblume (Tagetes erecta) inspirieren, die mit Stärke, Vitalität und dem inneren Licht des Menschen in Verbindung gebracht wird. Der C-Bau ist ein Gebäude des Landes Baden-Württemberg; insbesondere bei neuen Hochschulgebäuden ist ein Teil der Bausumme für ein Kunstwerk reserviert. Die Kunstwerke werden im Rahmen eines Wettbewerbs und durch eine Kunstkommission eigens für den jeweiligen Ort entworfen und ausgewählt.

Das Kunstwerk besteht aus einem schweren zentralen Kern und einer äußeren Schote, die in einem präzise berechneten Gleichgewicht stehen: Es reagiert sanft auf den Wind und bleibt dennoch stabil. „Die subtile Bewegung wird zu einer suchenden Geste – einem fortwährenden Prozess der Gleichgewichtsfindung und einem Mittel zur Orientierung“, so die Künstlerin.

Nach dem Motto „Man erntet, was man sät“ soll die Skulptur alle, die im C-Bau studieren und arbeiten, an die Natur erinnern und zum Nachdenken anregen, über den Zusammenhang zwischen Lehre, Lernen, Forschung und Nachhaltigkeit. Sie verweise auf Prozesse der persönlichen und institutionellen Entwicklung und stelle zudem eine Verbindung zum ÖKogarten der PHHD und dem nahegelegenen Botanischen Garten der Universität Heidelberg her.

Das Kupfer wird mit der Zeit seine Farbe verändern. Die Entstehung einer natürlichen Patina gehöre zum Konzept, so die Künstlerin. „Die Skulptur verkörpert den Lauf der Zeit und macht Veränderungsprozesse sichtbar.“

Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Kunst am Bau“ des Landes Baden-Württemberg und wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Romano Tiedje, einem jungen Architekturbüro aus St. Gallen, entwickelt und umgesetzt. Die Skulptur wurde von der Kunstgießerei St. Gallen hergestellt.


Das Foto zeigt mehrere Menschen in die Kamera lächeln.

Welche Daten und Kennzahlen benötigen wir an den Hochschulen, um die Lehrkräftebildung evidenzbasiert und datengestützt weiter zu optimieren? Wie können wir zukunftsorientierte Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit oder Demokratiebildung systematisch in die Lehrkräftebildung integrieren und Good Practices gegenseitig zur Verfügung stellen? Die Lehrkräftebildung an den Hochschulen im Land gemeinsam weiterzuentwickeln steht im Fokus des 2025 gegründeten „Verbund Lehrkräftebildung Baden-Württemberg“. Um dieses Ziel aktiv voranzutreiben, kamen im Juli rund 70 Akteure der hochschulischen Lehrkräftebildung im Land zu vier dezentralen AG-Sitzungen und einer digitalen Vollversammlung zusammen.

Was bedeutet lehramtsbezogene Professionsorientierung in den Fachwissenschaften und wie können wir diese konkret in verschiedenen Lernsettings umsetzen? Wie lässt sich die Attraktivität des Studiums der Mathematik als schulischem Kernfach erhöhen, wie kann man Übergänge von der Schule in die Hochschule und zurück inhaltlich und strukturell gut gestalten?

Die Mitglieder der Arbeitsgruppen diskutierten diese und weitere Fragen intensiv und präsentierten die Ergebnisse in einem gemeinsamen digitalen Abschlussplenum. Auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg brachte ihre Perspektiven in die Arbeitsgruppen des Verbunds ein und arbeitete gemeinsam mit Vertreter:innen anderer Hochschulen an Fragen zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung.

Fachlicher Austausch am Beispiel Mathematik

Ein Beispiel für die konkrete Arbeit der Arbeitsgruppen zeigte die Sitzung der AG Mathematik, an der Professorin Dr. Marita Friesen, Prorektorin für Forschung und Internationales der PHHD sowie geschäftsführende Direktorin der Heidelberg School of Education, teilnahm.

Im Mittelpunkt standen dabei aktuelle Herausforderungen wie die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die Lehre im Fach Mathematik und die damit verbundene Weiterentwicklung von Lehr-, Übungs- und Prüfungsformaten. Zudem wurden der Austausch über Good Practices und gemeinsame Leitlinien sowie die Gestaltung von Bildungsübergängen von der Primarstufe bis zur Hochschule aus fachlicher und fachdidaktischer Perspektive thematisiert. Weitere Schwerpunkte bildeten mathematikspezifische Überlegungen zur Attraktivität des Lehramts und zu alternativen Zugängen: So sollen bestehende Konzepte und Materialien gesammelt, evaluiert und gemeinsam weiterentwickelt werden, um den Studieneinstieg und die Qualität der ersten Ausbildungsphase zu stärken.

Ergänzt wurde der Austausch durch einen Beitrag von Professor Dr. Florian Schacht, erster Vorsitzender der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik, zur aktuellen Fortschreibung der KMK-Standards für die Lehrkräftebildung. Diese sollen zukünftigen Lehrkräften einen inhaltlich kohärenten sowie phasenübergreifenden Kompetenzaufbau ermöglichen und damit die Qualität des erworbenen Professionswissens erhöhen.

Nächste Schritte für die starke Lehrkräftebildung

Zum Abschluss des Tages unternahmen der gesamte Verbund einen digitalen Ausblick auf die nächste Vollversammlung des Verbunds, die im Beisein von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Kultusminister Andreas Jung stattfinden soll. Zur Stärkung der Sichtbarkeit des Verbunds und seiner Aktivitäten wurde zudem eine Website entwickelt, die zukünftig unter verfügbar ist.

Text: Verbund Lehrkräftebildung Baden-Württemberg bzw. Verena Loos / PHHD


Eine Studentin arbeitete mit verschiedenen Kindern. Sie sitzen gemeinsam um einen Tisch.

[velo] Das Lehramt bekommt im Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) erstmals einen eigenen Platz: Mit dem Grundschullehramt startet das CHE einen neuen Ansatz, um Lehramtsstudiengänge ab 2027 stärker und differenzierter abzubilden. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg gestaltet diesen Prozess aktiv mit: Rektorin Professorin Dr. Karin Vach ist Mitglied des CHE-Beirats und bringt dort gemeinsam mit dem Sprecher der PH-Rektorenkonferenz, Professor Dr. Jörg-U. Keßler (Ludwigsburg), die Perspektive der Pädagogischen Hochschulen ein.

Seit über 25 Jahren gilt das CHE Hochschulranking als umfassendstes und detailliertestes Ranking deutscher Hochschulen. Mit dem Ranking 2027 wird nun auch das Lehramt stärker berücksichtigt: Lehramtsstudiengänge machen mit knapp einem Viertel einen erheblichen Anteil des Studienangebots in Deutschland aus; dennoch konnten sie im CHE Hochschulranking bislang nur eingeschränkt abgebildet werden. 
Das CHE geht deshalb einen neuen Weg: Lehramtsstudiengänge werden künftig nicht mehr primär nach einzelnen Fächern, sondern nach Lehramtstypen und damit nach ihrem späteren Tätigkeitsfeld betrachtet. Den Auftakt bildet das Grundschullehramt beziehungsweise der Primarbereich; eine Ausweitung der Untersuchungen auf die Studiengänge für das Lehramt an weiterführenden Schulen ist geplant.

Expertise aus der Lehrerbildung 

Für die Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs ist die Neuausrichtung von besonderer Bedeutung: Aufgrund ihrer Spezialisierung auf die Lehrerbildung wurden sie bislang nicht in das CHE Hochschulranking einbezogen; dies ändert sich durch den neuen Ansatz. 

Als Mitglied des CHE-Beirats hat PHHD-Rektorin Vach, die zudem stellvertretende Sprecherin der PH-Landesrektorenkonferenz ist, die Konzeption des Rankings begleitet: „Dass das Lehramt im CHE Hochschulranking künftig eigenständiger und differenzierter betrachtet wird, ist ein wichtiger Schritt für die Sichtbarkeit der Lehrkräftebildung. Gerade die Perspektive der Pädagogischen Hochschulen ist dabei von besonderer Bedeutung. Wir freuen uns, unsere Expertise in die Entwicklung des neuen Ansatzes einzubringen.“

Jetzt sind die Studierenden gefragt

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen unter anderem die Organisation des Grundschullehramts, die Verzahnung der verschiedenen Studienbestandteile sowie die Begleitung schulischer Praxisphasen. Die Befragungen an den Hochschulen wird zwischen Oktober 2026 und Januar 2027 stattfinden; die ersten Ergebnisse sollen im Mai 2027 veröffentlicht werden.

„Die Perspektive von Studierenden ist für die Untersuchung besonders wichtig. Sie erleben das Studium und seine verschiedenen Bestandteile unmittelbar“, so Vach. „Ich möchte unsere Studierenden daher ausdrücklich ermutigen, sich an der Befragung zu beteiligen. Mit ihren Erfahrungen und Einschätzungen tragen sie dazu bei, ein differenziertes Bild des Grundschullehramts zu vermitteln und zugleich die Weiterentwicklung der Lehrerbildung sichtbar zu machen.“ Die angehenden Grundschulehrer:innen an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg erhalten hierzu Mitte Oktober eine E-Mail von der mit weiteren Informationen.

Mehr zum CHE-Ranking unter . Informationen zum Grundschullehramt an der PHHD unter .




Eine Gruppe von Schüler:innen sitzt mit Tablet im Klassenzimmer

[ka] Ein guter Klassenzusammenhalt stärkt Schüler:innen und hilft gegen Zukunftsängste: Dies zeigt eine Studie aus der Sonderpädagogik, in der rund 3.000 Schüler:innen aus Grundschulen und Sonderschulen in Deutschland befragt wurden. Die Erhebung wurde von Prof. Dr. Nicola-Hans Schwarzer und Dr. Robert Vrban von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gemeinsam mit Kolleg:innen der Universitäten Wuppertal, Münster und Oldenburg durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Emotional and Behavioural Difficulties veröffentlicht.

Seit der Pandemie haben psychische Belastungen junger Menschen zugenommen. Die Autor:innen zitieren Studien, die zeigen, dass Kinder und Heranwachsende vermehrt von Zukunftsängsten beeinträchtigt sind. Dabei sorgen sich diese nicht nur um ihre persönliche Zukunft, sondern fürchten auch potenzielle Gesundheits-Krisen und damit einhergehende, erneute Einschränkungen wie Schulschließungen und soziale Isolation. In Folge seien psychische Probleme wie Depressionen und Ängste angestiegen.

„Uns hat deshalb interessiert, wie Kinder und Jugendliche noch gezielter unterstützt werden können, besonders im Schulkontext“, sagt Schwarzer, Juniorprofessor der Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Vielversprechend seien hier die Beziehung zur Lehrkraft sowie die soziale Integration in die Klasse, die man in den Fokus genommen habe. Man gehe davon aus, dass sowohl eine gesunde Schüler-Lehrer-Beziehung wie auch das Gefühl, sozial integriert zu sein und dazuzugehören, Sicherheit und Orientierung vermittelten.

Zu diesen Themen befragte das Forscherteam in einer Online-Erhebung Schüler:innen aus insgesamt 416 Klassen, diese waren im Schnitt zehn Jahre alt. Die Schüler:innen gaben unter anderem an, wie stark sie von Sorgen und Ängsten betroffen sind und was sie in der Schule als unterstützend erleben: Kommen sie gut mit ihren Mitschüler:innen aus? Fühlen sie sich von der Lehrkraft gesehen oder können diese bei Problemen ansprechen?

Gruppenzusammenhalt in der Schule fördern

Im Ergebnis bestätigte sich, dass beide Faktoren zum Wohlbefinden der Schüler:innen beitragen. Überraschenderweise zeigte sich aber, dass den Befragten die Einbindung in die Klasse wichtiger war als der direkte Draht zur Lehrkraft, wie Schwarzer berichtet. Teil eines Sozialgefüges zu sein und akzeptiert zu werden, sei offensichtlich hilfreich, um Ängste zu kompensieren – und habe einen höheren Stellenwert als die direkte Beziehung zur Lehrkraft.

„Ein interessantes Ergebnis, weil man in der Pädagogik oft stark die Lehrkraft-Schüler:innen-Beziehung in den Blick nimmt“, so der Sonderpädagoge. „Doch auch Sorgen zu teilen kann helfen - in Gruppen wird sichtbar, dass es anderen genauso geht.“ Die Erkenntnis schließe an die Erfahrung im klinischen Bereich an: „Im psychotherapeutischen Bereich fokussiert man sich zunehmend auf Gruppen und Gruppentherapien.“

In der Schule tun Lehrkräfte also gut daran, in ihrer Klasse Gemeinschaft herzustellen und Zugehörigkeit zu vermitteln, so die Schlussfolgerung der Autor:innen. Es könne auch eine Entlastung sein, öfters die Gruppendynamik zu fördern statt intensive Einzelbeziehungen zu Schüler:innen zu pflegen. Insgesamt sei es wichtig, pädagogische Maßnahmen für den Zusammenhalt zu fördern. „Das können kooperative Lehr-Lernformate, Ausflüge oder Erlebnispädagogik sein – alles was die Gruppendynamik positiv beeinflusst.“

An der Befragung und ihrer Auswertung waren auch Studierende beteiligt, die sich in ihren Bachelor- und Masterarbeiten mit den Daten befassten. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler:innen des Projekts an weiteren Veröffentlichungen.

Publikation 
Schwarzer, N. H., Nicolay, P., Urton, K., Bolz, T., Gensler, A. F., Hank, C., … Hillenbrand, C. (2026). Corona-related future anxiety and well-being among school-aged children: the relevance of social integration and the student-teacher relationship. Emotional and Behavioural Difficulties, 31 (2), 213–228.


Blick ins Publikum der QuaMath-Jahrestagung. Der Schwerpunkt des Fotos liegt auf Marita Friesen.

Die Länder setzen ihre gemeinsame Initiative “ – Unterrichts- und Fortbildungs-Qualität in Mathematik entwickeln” bis Ende 2033 fort und weiten sie auf weitere Schulen aus. Die Amtschef:innen der Bildungsministerkonferenz haben am 17. September 2026 der zweiten Förderphase des auf zehn Jahre angelegten Programms zugestimmt. Dafür stellen die Länder rund 26 Millionen Euro bereit. Ziel des Programms, an dem auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg unter der Verantwortung von Prorektorin Dr. Marita Friesen, Professorin für Fachdidaktik aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, maßgeblich beteiligt ist, ist die Qualitätsverbesserung des Mathematikunterrichts.

Zuletzt haben PISA 2025 und zuvor der IQB-Bildungstrend Herausforderungen bei den mathematischen Kompetenzen von Schüler:innen aufgezeigt. QuaMath setzt an einer zentralen Stellschraube für nachhaltige Verbesserungen an: der Qualität des Mathematikunterrichts. Die Kultusministerkonferenz hatte das Programm bereits 2021 auf den Weg gebracht, seit 2023 wird es in den Ländern umgesetzt. Mit der zweiten Förderphase erreicht QuaMath künftig Schulen in allen 16 Ländern. Erste Auswertungen zeigen positive Entwicklungen bei den Fortbildungen und der Qualifizierung der Multiplikator:innen. Die Übertragung in Unterricht und Lernerfolg wird im weiteren Verlauf des Programms untersucht.

Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, erklärt: "PISA und der IQB-Bildungstrend zeigen: Wir müssen bei den mathematischen Kompetenzen besser werden. Die Ländergemeinschaft setzt mit QuaMath bereits an einer entscheidenden Stelle an: der Qualität des Unterrichts. Mehr als 3.000 Schulen sind bereits dabei. Jetzt bauen wir das Programm konsequent weiter aus: Wir qualifizieren weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, entwickeln die Fortbildungsangebote weiter und stärken die Zusammenarbeit in den Schulen. So bringen wir wissenschaftlich fundierte Ansätze Schritt für Schritt dorthin, wo sie ankommen müssen: in die Klassenzimmer. Denn eine nachhaltige Trendumkehr gelingt nicht über Nacht. Dafür braucht es Entschlossenheit und langfristig wirksame Maßnahmen."

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Text: KMK / Redaktion


Prof. Dr. Jochen Kuhn spricht im Rahmen der Ringvorlesung "Physikdidaktik im Dialog“. Aufgenommen wurde das Foto in einem Seminarraum der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

[ka] Generative KI im Unterricht – gewöhnt sie Schüler:innen das Denken ab oder bereichert sie Lernprozesse? Über diese Frage sprach Prof. Dr. Jochen Kuhn, Vizepräsident für Innovation in Lehre und Lehrkräftebildung der LMU München, bei der Ringvorlesung "Physikdidaktik im Dialog" an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. In der neuen öffentlichen Vorlesungsreihe lädt Prof. Dr. Patrik Vogt aus der Physikdidaktik Forschende, Studierende und Lehrkräfte aus der Praxis zum Austausch ein.

Der Vortrag "KI im MINT-Unterricht – Teufelszeug oder Heilsbringer?" war Auftakt zur Reihe und die Zuspitzung im Vortragstitel bildete die Kontroverse um das Thema ab. Jochen Kuhn sprach von einer "unglaublichen Dynamik": Im Herbst 2022 sei generative KI auf den Markt gekommen, ermöglicht durch die Kombination hoher Rechenleistung mit großen Datenmengen, die Entwicklung seitdem rasant. "Die Zeitskalen sind sehr viel kürzer geworden", so Kuhn. Generative KI, die eigentlich nie für Bildungskontexte gedacht war, sei nun im Klassenzimmer präsent und nicht aufzuhalten. "Noch können wir diese Entwicklung beeinflussen, wir dürfen es nur nicht aus der Hand geben", so der Physikdidaktiker. Besser man stelle sich die Frage: "Wie können wir damit vernünftig Unterricht gestalten?"

Die Studienlage ist unübersichtlich

Um zu untersuchen, ob KI in Lernprozessen wirklich nützt, hatten Kuhn und sein Team im Sommer 2025 eine Metastudie gestartet: Sie werteten Forschungsergebnisse aus, die KI-Effekte in MINT-Lehrprozessen untersuchten. Bereits im Herbst habe sich die Zahl der Publikationen dramatisch erhöht, im Januar habe man erneut nachfassen müssen, berichtete der Wissenschaftler.

Das oberflächliche Fazit der Auswertung: "Im Prinzip stehen die Lernenden mit KI besser da." Schaue man jedoch genauer hin, sei das Ergebnis keineswegs eindeutig. Die Studien ließen sich nicht wirklich vergleichen, seien oft zu unspezifisch oder sogar schlecht gemacht. "Die Ergebnisse variieren und sind nicht immer verlässlich. Wenn politische Entscheidungsträger dann danach handeln, wird das problematisch." So könne KI den Lerneffekt deutlich steigern aber genauso auch schädlich für diesen sein. Lernende kämpften unter anderem damit, effektive Prompts zu verfassen, die langen Antworten auszuwerten oder hätten zu großes Vertrauen in die KI.

Für eine sinnvolle Gestaltung von Lernmaterial mit KI bietet das sogenannte "ISAR-Modell" einen Orientierungsrahmen, das Kuhn kurz vorstellte. Negative Auswirkungen wären ein KI-Einsatz, der Lernen verhindert, weil das Denken der Maschine überlassen wird (Inversion/Umkehr) oder Lehrkräfte ersetzt, ohne Mehrwert zu bieten (Substitution/Ersatz). Positive Effekte entstehen hingegen, wenn KI gezielt Lernprozesse unterstützt (Augmentation/Erweiterung) oder sogar neue kreative Lernformate schafft und damit Lernprozesse transformiert (Redefinition/Neudefinition).

Das Denken nicht der KI überlassen

"Mit einem Design-Modell dieser Art lässt sich die Aufgabenstellung überprüfen", sagte Kuhn. "Es sagt aber noch nichts darüber aus, was im Kopf der Lernenden passiert. Wie können wir vermeiden, dass diese beispielsweise das Denken völlig aufgeben?" Um hier die richtigen Weichen zu stellen, hat er gemeinsam mit Patrik Vogt und weiteren Kollegen ein didaktisches Konzept entwickelt, das von einer "menschenzentrierten KI-Unterstützung" ausgeht: Im Lernmodell AIRIS (AI-Augmented Inquiry with Responsible, Informed Self-Regulation) führen Schüler:innen selbst physikalische Experimente mit dem Smartphone durch, beispielsweise indem sie im Aufzug oder in der Straßenbahn die Beschleunigung messen und in Diagrammen darstellen (). 

Im Vordergrund steht die kognitive Aktivierung der Lernenden, die ihr Vorgehen selbst planen und KI gezielt einsetzen sollen – in diesem Fall für Messungen und deren visuelle Modellierung. Anschließend sind sie gefragt, Ergebnisse kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls Fehler zu erkennen. Damit dies funktioniere, müsse auch der Prompt für die KI sitzen, sagte Kuhn, "Kommunikationskompetenz wird künftig noch wichtiger." Das Konzept wurde im Physik Journal veröffentlicht und soll nun mit Schulklassen in der Praxis erprobt werden.

"Ob man die aktuellen Entwicklungen gut oder schlecht findet, man muss sich dazu positionieren", so der Wissenschaftler. Lehrkräften eröffne KI bei gezieltem Einsatz Möglichkeiten, Unterricht neu zu gestalten. Gleichzeitig habe die Forschung noch viele offene Fragen zu klären, beispielsweise zu den Interaktionsprozessen zwischen KI und Lernenden oder zu langfristigen Auswirkungen. Dabei sieht Kuhn die Physikdidaktik klar in der Pflicht, wenn es um einen evidenzbasierten und lernförderlichen Einsatz von KI im MINT-Unterricht geht: "Wir sind keine Grundlagenforschung, sondern wollen dazu beitragen, den Unterricht zu verbessern."

"Physikdidaktik im Dialog – Von der Forschung in die Unterrichtspraxis" im Wintersemester

Die Ringvorlesung macht aktuelle Entwicklungen in der Physikdidaktik sichtbar, schlägt eine Brücke von der Forschung in die Praxis und bietet ein Forum für den Austausch zwischen fachdidaktischer Forschung, Lehrerbildung und Unterrichtspraxis: Eingeladen sind Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Physiklehrkräfte aller Schularten, Hochschuldozent:innen und Interessierte aus Bildung und Wissenschaft. Es ist keine Anmeldung nötig. Die nächsten Termine (jeweils 17.30-19.30 Uhr im Raum C1.13)

  • 19. November 2026: Prof. Dr. Jan Philipp Burde (Uni Tübingen): Elektrizitätslehre mit Potenzial (und Kontexten)
  • 14. Januar 2027: Prof. Dr. Lutz Kasper (PH Schwäbisch Gmünd): Video-, Comic- und Textvignetten als simulierter Unterricht – Identifikation von Präkonzepten und Fehlvorstellungen beim Physiklernen

Mehr Informationen unter


Junge Forschende aus dem Publikum diskutieren beim Nachwuchskolloquium 2026 der Fakultät III

[ka] Beim 3. Nachwuchskolloquium der Fakultät III stellten Nachwuchswissenschaftler:innen fachübergreifend ihre Themen und Methoden vor. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen nicht im stillen Kämmerlein, es braucht auch die Inspiration und den Blick von außen: Mit dem jährlichen Nachwuchskolloquium hatte die Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften kürzlich wieder Promovierende eingeladen, hochschulintern über ihre Arbeit zu sprechen.

Bereits zum dritten Mal fand die Veranstaltung statt, mit der die Fakultät der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ihre Bandbreite an Fachbereichen und Forschungsrichtungen sichtbar machen und den Austausch zwischen Nachwuchsforschenden fördern will. Organisiert wurde sie in diesem Jahr vom Fachbereich Mathematik, mit einem Team um Prof. Dr. Guido Pinkernell, JProf. Dr. Priska Sprenger und Prof. Dr. Claudia Hildebrandt.

In insgesamt 12 Vorträgen gaben junge Wissenschaftler:innen Einblick in qualitative und quantitative Forschung, vielfältige Fragestellungen und Methoden: Von Ernährung über sexuelle Bildung bis zu BNE in Schulgärten und von Analysemodellen über digitale Geomedien bis zu hybriden Lehr-Lern-Umgebungen. Die Redezeit war strikt auf jeweils 25 Minuten beschränkt - inklusive eines Zeitslots für Publikumsfragen, der gerne für regen Austausch genutzt wurde.

Von der Recherche bis zur fertigen Arbeit

So auch nach Eva Bühlers Vortrag, die ein vignettenbasiertes Verfahren vorstellte: Die Doktorandin will erfassen, welche MINT-Bildung Fachkräfte mitbringen, die in der Kita für Naturwissenschaften begeistern sollen. Dafür präsentierte sie Kita-Fachkräften eigens gestaltete Comics zu Alltagssituationen und ließ sie beantworten, wie sich dieser Anlass nutzen lässt, um naturwissenschaftliche Phänomene zu erkunden. Aus ihrem Vortrag entspann sich ein interdisziplinäres Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen solcher Modelle, in dem auch Forschende anderer Fächer von ihrer Arbeit mit Vignetten-Modellen erzählten.

Die präsentierten Arbeiten waren schon unterschiedlich weit gediehen: So präsentierte Gunter Ehret bereits das dritte Mal in Folge seine Arbeit zu einer Lernsoftware im Mathematikunterricht und gab somit quasi ein jährliches Update zur Weiterentwicklung seiner Promotion. Susanne Bischoff stand hingegen noch am Anfang und ließ das Publikum an der Literatursuche und ihren Überlegungen zu Strukturierungsprozessen in geometrischen Kontexten teilhaben. Dafür bekam sie neue Tipps und Beifall: „Ich finde es total klasse, dass wir in diesem frühen Stadium Einblick bekommen und an dem Prozess teilhaben“, so eine Zuschauerin.

Auch Dekanin Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer verfolgte die Vorträge interessiert. „Beim Kolloquium wird so schön sichtbar, wer in der Fakultät promoviert. Für die Nachwuchswissenschaftler:innen geht es darum, Gleichgesinnte zu treffen und sich gegenseitig zu unterstützen“, sagt sie. „Das Kolloquium ist eine einmalige Gelegenheit für junge Forschende, sich interdisziplinär wissenschaftlich auszutauschen.“


Prof. Armin Baur und Studierende im Biologie-Seminar

[ka] Wie konzipiere ich eine Biologiestunde, wann macht der Einsatz digitaler Technologien Sinn und wie gehe ich bei Experimenten mit unerwarteten Ergebnissen um? Fragen wie diese sind Teil des sogenannten Professionswissen von Biologielehrkräften und werden im Lehramtsstudium vermittelt. Ein neuer „Biologiedidaktik-Mooc“ bündelt nun kompakt die wichtigsten Themen für angehende Biologielehrer:innen: Der Online-Kurs ist frei zugänglich und vermittelt die Grundlagen des Lehrens und Lernens von Biologie. Auch Prof. Dr. Armin Baur von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war als Autor an der Gestaltung beteiligt – gemeinsam mit Kolleg:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In 16 Modulen führen die Fachdidaktiker:innen mit Lernvideos und digitalen Aufgabenformaten in verschiedene Bereiche der Biologiedidaktik ein. So widmen sich einzelne Lektionen theoretischen Grundlagen wie der Didaktischen Rekonstruktion oder Kompetenzorientierung, andere beschäftigen sich mit inhaltlichen Schwerpunkten wie der Gesundheitsbildung, Sexualbildung oder Artenkenntnissen. Zu jedem Thema werden vertiefende Aufgaben, weiterführenden Quellen und Materialien angeboten. Am Ende eines Moduls können die Teilnehmenden das eigene Wissen noch einmal überprüfen.

Fachdidaktische Kompetenzen aufbauen

Armin Baur, Professor für Biologie und ihre Didaktik an der PHHD, spricht im Modul „Erkenntnisgewinnung“ über das Experimentieren als wichtigen Weg, um Naturphänomene zu erkunden und verstehen. So vielfältig wie die Natur sind dabei auch die Möglichkeiten, sich ihr im Unterricht zu nähern: Sollen Schüler:innen beispielsweise Experimente nach genauen Vorgaben durchführen (geschlossenes Experimentieren) oder ohne Vorgaben selbst planen (offenes Experimentieren)? Offenes Experimentieren hat als „forschendes Lernen“ einen wichtigen Stellenwert im Unterricht, setzt bei Lernenden aber mehr voraus. Baur und sein Team haben hierfür ein Modell entwickelt, das Lernende schrittweise an die offene Form heranführt.

Auch in das Modul „Diversitätssensible Gestaltung von Biologieunterricht“ brachte der Wissenschaftler, der im vergangenen Jahr bereits Co-Autor des Lehr- und Praxisbuches „Inklusiver Biologieunterricht“ war, seine Expertise ein. Die Einheit sensibilisiert für die Thematik Diversität und stellt inklusive Lernzugänge für den Biologieunterricht vor. So kann beispielsweise ein Lerngegenstand gemeinsamer Ausgangspunkt sein, für den verschiedene Lernaufgaben auf die jeweiligen Bedarfe der Schüler:innen angepasst werden. Am Ende einer solchen Stunde trifft sich die Klasse bei einem gemeinsamen Lernprodukt wie beispielsweise einem Lernplakat wieder.

Der Kurs kann ab sofort laufend und im eigenen Tempo absolviert werden - für die Bearbeitung einzelner Lektionen gibt es einen „Badge“, der gesamte Kurs entspricht einem ECTS. Auch können Lehrende der Biologiedidaktik ihn für eigene Lehrveranstaltungen nutzen, so die Autor:innen.

„Lehrkräfteprofessionalität in der Biologie verbindet Fachwissen und fachdidaktische Kompetenzen, um komplexe naturwissenschaftliche Phänomene auf die Schüler:innen zugeschnitten zu vermitteln. Beide Facetten - Fachwissen und fachdidaktische Kompetenz - sind wichtig und keine darf vernachlässigt werden“, sagt Baur. Der Biologiedidaktik-Mooc biete angehenden Lehrer:innen die Möglichkeit, biologiefachdidaktische Kompetenzen aufzubauen und ermögliche einen umfassenden Überblick über aktuelle fachdidaktische Erkenntnisse und Methoden. „Herausragend fand ich die oft sehr enge Zusammenarbeit und den Austausch der vielen Standorte, das hat zu einem umfassenden Gesamtergebnis geführt.“

Das Projekt
Der „Biologiedidaktik-Mooc“ wurde von Prof. Dr. Steffen Schaal und Prof. Dr. Sonja Schaal (PH Ludwigsburg / PH Schwäbisch Gmünd) koordiniert, 30 Fachdidaktiker:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ihn gestaltet. Er steht ab sofort online kostenfrei zur Verfügung und besteht aus 16 Modulen á 2 Stunden. Alle Informationen unter


Teilnehmende an der Auftakt- und Vernetzungsveranstaltung des PH-übergreifenden Mentoringprogramms m.powerment sitzen zusammen. Einige heben die Hand. Die Stimmung scheint locker zu sein.

Die jährliche Auftakt- und Vernetzungsveranstaltung des Mentoringprogramms m.powerment fand vor Kurzem an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt. Insgesamt kamen 50 Postdoktorand:innen, Junior- und Tenure-Track-Professor:innen, Alumni und Programmkoordinator:innen der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs zusammen, um die neuen Mentees im Programm zu begrüßen (Programmrunde 2026-2028), auf ein Jahr m.powerment zurückzublicken (Programmrunde 2025-2027) und die abschließenden Mentees der Programmrunde 2024-2026 zu verabschieden.

Das Vormittagsprogramm startete mit der Begrüßung durch Prof. Dr. Nadine Anskeit, Prorektorin für Forschung und Transfer der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Anschließend wurde den abschließenden Mentees nach der zweijährigen Programmphase feierlich das m.powerment-Zertifikat überreicht. 

Die nachfolgende Impulsrunde mit anschließenden Gesprächsinseln stand ganz im Zeichen von Vernetzung und überfachlichem Austausch. Gemeinsam mit m.powerment-Alumni diskutierten die Teilnehmenden entlang zentraler Themen für die akademische Laufbahn wie  "Erwartungen an und Erfahrungen im one-to-one Mentoring", "Karriereentscheidungen und Umwege", "Rollenwechsel in der Wissenschaft" und "Wissenschaft und Biografie". Die Teilnehmenden führten unterschiedliche Perspektiven zusammen und teilten Einblicke in persönliche Werdegänge und wissenschaftliche Laufbahnen. 

Die Mentees der abschließenden und laufenden Programmrunde widmeten sich am Nachmittag dem Thema "Sichtbar sein, wirksam vernetzen: Präsenz und Beziehungen im Wissenschaftssystem gestalten". Gemeinsam mit der Referentin Dr. Julia Rathke (PH Ludwigsburg) reflektierten die Teilnehmenden ihre aktuelle Position im Wissenschaftssystem, schärften ihr individuelles Profil und entwickelten konkrete Strategien, um die eigene Sichtbarkeit und Vernetzung zu stärken. 

Für die neu aufgenommenen Mentees fand parallel eine Einführung in das Peer-Mentoring statt. Neben grundlegenden Fragen wie "Was ist Peer-Mentoring?" oder "Was ist der Mehrwert des Peer-Mentoring?" wurden auch konkrete Praxistipps gegeben und eine Einführung in die Methode der kollegialen Beratung vermittelt.

Mehr zu m.powerment unter . Informationen zur Nachwuchsförderung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg finden Sie unter .

Text: Pädagogische Hochschule Karlsruhe




Zu sehen ist ein Fenster mit einer Schrift: Demokratie lebt vom Mitmachen

[red] Im Mittelpunkt dieses Fachtags steht die Frage, wie sich Demokratiebildung auf Grundlage des gleichnamigen des Kultusministeriums Baden-Württemberg wirksam im Schulalltag verankern lässt und welche praktischen Umsetzungsmöglichkeiten hierdurch gegeben sind. Die Präsenzveranstaltung im Altbau der PH Heidelberg findet von 14:00 bis 16:00 Uhr statt.
Impulse und Workshops aus unterschiedlichen Bereichen der Lehrkräftebildung und Schulpraxis stellen innovative Ansätze vor und bieten Raum für Austausch über Konzepte, Herausforderungen und konkrete Erfahrungen bei der unterrichtlichen Umsetzung des Leitfadens in verschiedenen Schulformen – auch phasenübergreifend.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Hochschulangehörige, Lehramtsstudierende sowie Beschäftigte der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Sie ist durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt. Lehrkräfte aus Baden-Württemberg registrieren sich für die Veranstaltung daher neben der Anmeldung unten bitte unbedingt zusätzlich auch über LFB-Online (Veranstaltungsnummer: ).

Das ausführliche Programm findet sich unter .

Der Fachtag „Demokratiebildung – Vom Leitfaden zur Unterrichtspraxis“ ist eine Veranstaltung der Heidelberg School of Education. Inhaltlich federführend sind Prof. Dr. Havva Engin und Dr. Daniel Vetter.

Weitere Informationen unter:  


Das Foto zeigt eine Person, welche aus dem Ruheraum der PH heraustritt.

[red] Sie nehmen mehr wahr als andere? Brauchen mehr Zeit zum Verarbeiten und fühlen sich oft überreizt? Dann könnte Hochsensibilität bei Ihnen eine Rolle spielen. Hochsensible Studierende erleben ihre Umwelt intensiver – eine erhöhte Wahrnehmung und tiefere Verarbeitung, die Lernen bereichern, aber auch herausfordern können. Wie lässt sich die besondere Sensibilität nutzen, ohne von Reizen überflutet zu werden? Welche Strategien helfen, Prüfungsangst und Stress zu reduzieren? In diesem vom Institut für Sonderpädagogik durchgeführten Workshop mit Andrea Braun-Agrawal, psychologische Beraterin und Coach, entdecken Sie, wie Sie Ihre Stärken als „Hochsensible Person“ gezielt einsetzen und gleichzeitig Überstimulation vermeiden können.
 

Freuen Sie sich auf wertvolle Impulse zur Lernorganisation, Stressbewältigung und auch überraschende Tipps rund um Ernährung und Erholung für Ihr Nervensystem. Erleben Sie einen ganzheitlichen Ansatz, der Sie dabei unterstützt, Ihr Studium mit Hochsensibilität erfolgreicher und entspannter zu gestalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; kommen Sie einfach am Mittwoch, 28. Oktober um 14:00 Uhr im Raum 018 im Altbau der PH Heidelberg vorbei. 

Weitere Informationen unter:  




Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung und Wissenschaftsministerin a.D., überreicht Henrike Schön, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, einen Blumenstrauß sowie eine Uhr.

[velo] Die Baden-Württemberg Stiftung hat Henrike Schön, Leiterin des , für ihr langjähriges Engagement für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM und dessen internationales Alumni-Netzwerk geehrt. Ebenfalls gewürdigt wurde Schöns jahrzehntelanger Einsatz für den Verein der Stipendiaten und Freunde des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs. Die Ehrung fand im Rahmen der 25-Jahr-Feier zum Bestehen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs und in Anwesenheit von PHHD-Rektorin Professorin Dr. Karin Vach und Prorektorin Professorin Dr. Marita Friesen statt; die Laudatio hielt Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Stiftung und Wissenschaftsministerin a.D.

Bauer würdigte insbesondere Schöns außergewöhnliches Engagement: „Sie haben nicht nur unser Stipendienprogramm, sondern eine ganze internationale Gemeinschaft geprägt!“ Mehr als 25 Jahre habe Henrike Schön „Studierende aus aller Welt unterstützt und Türen für den internationalen Austausch geöffnet.“ Ihre Arbeit habe das Netzwerk für die Zukunft gestärkt, so Bauer: „Ihrer Begeisterung hat viele von uns inspiriert, und Ihr Vermächtnis wird weiterleben, wo immer ehemalige Stipendiaten in Verbindung bleiben, sich gegenseitig unterstützen und den Geist dieses Programms in die Welt hinaustragen.“ 

Die Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung hob ferner hervor, dass sich Henrike Schön weit über ihre beruflichen Aufgaben hinaus für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM eingesetzt hat. Ein Leitgedanke habe ihr Engagement dabei besonders geprägt: Die Stärke des Baden-Württemberg-STIPENDIUMS liege nicht allein in der finanziellen Förderung eines Auslandsaufenthalts, sondern auch in den Gemeinschaften und lebenslangen Verbindungen, die daraus entstehen. Für Schön standen daher – auch im Rahmen ihrer Tätigkeit an der PHHD – stets die Begegnung zwischen Menschen, der interkulturelle Austausch und der Aufbau langfristiger Verbindungen im Mittelpunkt. So überrascht es Theresia Bauer wenig, dass Schön zahlreichen internationalen Studierenden Baden-Württemberg nicht nur als Studienort, sondern auch als Kultur- und Lebensraum nachhaltig nähergebracht hat. 

Dieses Verständnis habe auch Schöns Wirken als Mitglied des Vorstands des Vereins der Stipendiaten und Freunde des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs von 2017 bis 2025, als dessen stellvertretende Vorsitzende und in den vergangenen vier Jahren als Vorsitzende geleitet, so Bauer. In dieser Zeit setzte sie sich nicht nur für die Weiterentwicklung des Alumni-Netzwerks ein, sondern auch für die Zukunftsfähigkeit des Vereins, unter anderem durch eine Verjüngung und stärkere Diversität des Vorstands. Umso mehr freue sich die Stiftung, dass Henrike Schön dem Vorstand voraussichtlich auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im Herbst 2026 erhalten bleiben wird.

„Mit Henrike Schön werden wir in Kürze eine Kollegin verabschieden, die die Internationalisierung unserer Hochschule über 25 Jahre mit außergewöhnlichem Engagement geprägt hat“, ergänzt Professorin Dr. Marita Friesen, die als Prorektorin für den Bereich Internationales verantwortlich ist. „Ihr liegt es besonders am Herzen, möglichst vielen angehenden Lehrkräften internationale Erfahrungen zu ermöglichen. Solche Erfahrungen erweitern den eigenen Horizont, fördern interkulturelle Kompetenzen und bereiten unsere Studierenden darauf vor, Kinder und Jugendliche in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft kompetent zu begleiten. Für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre große Leidenschaft sind wir Henrike Schön von Herzen dankbar.“ 


Porträt von Prof. Dr. Petra Deger

[HSE] Die Heidelberg School of Education freut sich, von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zum Wintersemester 2026/2027 als neue HSE-Fellow begrüßen zu dürfen. Mit den Fellowships will die HSE bestehende Kooperationsansätze intensivieren und entsprechende Forschungs-, Lehr-, oder Transfervorhaben sichtbarer machen. Im Rahmen ihres Fellowships wird die Soziologin bis einschließlich Sommersemester 2028 das Reallabor-Format „Schulentwicklung durch Partizipation und Teilhabe“ mit zunächst zwei ausgewählten Schulen der Region entwickeln und erproben.
 

Das Projekt folgt der Überzeugung, dass nachhaltige Veränderungen schulischer Strukturen und Kulturen dann am besten gelingen, wenn sie aus den Bedarfen und Zielen der Schulgemeinschaft selbst entstehen. Externe Impulse können Anstöße geben, die eigentliche Transformation muss jedoch im Inneren der Schulen stattfinden – getragen von Lehrkräften, Schüler:innen und weiteren Akteur:innen. Themen wie Demokratieverständnis, Verantwortung, Respekt und gemeinsames Gestalten stehen dabei im Mittelpunkt. Schulentwicklung wird so nicht nur als organisatorischer, sondern auch als kultureller und werteorientierter Prozess verstanden.

Ziel des Fellowships ist es, an den Partnerschulen nachhaltige Veränderungsprozesse zu initiieren, wissenschaftlich zu begleiten und Gelingensbedingungen für eine partizipationsorientierte Schulentwicklung abzuleiten. 

Für die HSE und die Lehrkräftebildung bietet das Fellowship einen doppelten Mehrwert: Zum einen intensiviert es die Vernetzung mit Schulen in der Region Heidelberg. Zum anderen erhalten Lehramtsstudierende die Möglichkeit, praxisbezogen wissenschaftliche Kompetenzen weiterzuentwickeln – etwa durch die Dokumentation schulischer Prozesse, die Entwicklung eigener Beteiligungskonzepte in Projektseminaren oder Abschlussarbeiten zur Evaluation der Entwicklungsprozesse.

Wir wünschen Petra Deger bei ihrem Vorhaben gutes Gelingen und sind gespannt auf die Ergebnisse.


Das Foto zeigt ein Poträt von Fritz Dannemann.

[Rektorat] Prof. Dr. Fritz Dannenmann war über viele Jahre ein engagierter und hochgeschätzter Hochschullehrer an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der die Entwicklung des Faches Sport und insbesondere der Sportpädagogik nachhaltig geprägt hat. 
Nach der ersten Lehramtsprüfung für Volksschullehrer 1965 und der Realschullehrerprüfung 1969 absolvierte Fritz Dannenmann ein Universitätsstudium der Sportwissenschaft, Pädagogik und Pädagogischen Psychologie, welches er mit dem Magister Artium abschloss. Seine Hochschullaufbahn führte ihn zunächst an die Pädagogischen Hochschulen Schwäbisch Gmünd und Reutlingen.

Im Zuge der Schließung der PH Reutlingen wechselte er an die Pädagogische Hochschule Heidelberg. Nach seiner Promotion im Jahr 1991 wurde er zum 1. Januar 1992 zum Professor für Sportpädagogik berufen.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit und Lehre war es Fritz Dannenmann ein besonderes Anliegen, wissenschaftliche Fundierung und Praxisorientierung miteinander zu verbinden. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen unter anderem in der Sportpädagogik und Sportdidaktik, der Sportpsychologie sowie insbesondere in der Mediendidaktik und Medienproduktion im Sport. Auf diesem Gebiet erwarb er sich auch über die Hochschule hinaus hohe Anerkennung. Eine besondere fachliche Leidenschaft galt dem Volleyball, zu dem er zahlreiche wissenschaftliche Tagungen organisierte und durchführte.

Neben Forschung und Lehre engagierte sich Fritz Dannenmann für die Entwicklung der Hochschule und übernahm Verantwortung in verschiedenen akademischen Funktionen, unter anderem von 1998 bis 2000 als Prodekan. Kolleginnen und Kollegen schätzten seine fachliche Kompetenz, sein großes Engagement sowie seine umsichtige, ausgleichende und kollegiale Art.

Besonders prägend war sein Wirken als Hochschullehrer. Studierende erlebten ihn als fachlich anspruchsvollen, zugleich zugewandten und fairen Lehrer. Seine Lehrveranstaltungen zeichneten sich durch Klarheit, gute Strukturierung und einen konsequenten Bezug zur schulischen Praxis aus. Dabei nahm er seine Studierenden als Persönlichkeiten ernst, unterstützte sie in ihrer Entwicklung und begegnete ihnen mit Offenheit und persönlichem Interesse. Mit Ablauf des Sommersemesters 2002 trat Prof. Dr. Fritz Dannenmann in den Ruhestand. Sein fachliches und persönliches Wirken hat im Fach Sport und an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg nachhaltige Spuren hinterlassen.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg und das Fach Sport bleiben Prof. Dr. Fritz Dannenmann in ehrendem Gedenken verbunden.


Das Schwarz-weiß Foto zeigt den Eingang des Altbaus der PH mit gehissten Flaggen.

[Rektorat] Im Zuge der Auflösung der Pädagogischen Hochschule Esslingen wurde Hans Thiessen zum 01. Februar 1984 an die Pädagogische Hochschule Heidelberg versetzt. Als Studienrat im Fach Biologie widmete er sich mit großer fachlicher Kompetenz und persönlichem Engagement der Ausbildung künftiger Lehrkräfte. 1989 wurde er zum Oberstudienrat ernannt. Mit Ablauf des Monats März 1998 trat er in den Ruhestand. Über viele Jahre hat Hans Thiessen die Ausbildung von Lehrkräften für das Fach Biologie maßgeblich mitgestaltet.

Dabei war ihm stets ein Anliegen, dass eine fundierte biologische Bildung einen wesentlichen Bestandteil der Allgemeinbildung jedes Menschen darstellt. Seine Lehrveranstaltungen waren von hoher fachlicher Qualität, klar strukturiert und zugleich motivierend und lebensnah. Es gelang ihm, seine Begeisterung für die Biologie zu vermitteln und Studierende für die lebendige Natur und ihre vielfältigen Zusammenhänge zu gewinnen.

Sein Wirken reicht weit über seine aktive Dienstzeit hinaus. In der Tätigkeit vieler unserer Absolventinnen und Absolventen, die heute als Lehrkräfte an Schulen Bildung gestalten und biologische Zusammenhänge vermitteln, lebt ein Teil dessen fort, was Hans Thiessen ihnen mitgegeben hat.

Wir werden Hans Thiessen in dankbarer und herzlicher Erinnerung behalten.




Das Foto zeigt einen Redner bei der Akademischen Mittagspause.

[HSE] Die Akademische Mittagspause, die die Heidelberg School of Education als hochschulübergreifende Einrichtung im SoSe 2026 unter dem Motto ausgerichtet hat, gibt es nun zum Nachschauen und Nachlesen: Alle 26 Kurzvorträge wurden im Youtube-Kanal der Universität Heidelberg veröffentlicht und sind in einer abrufbar. Dort finden sich inspirierende Antworten auf Fragen wie „Warum Informatikkompetenzen für alle?“ von Prof. Dr. Claudia Hildebrandt, „Hat Geschichtsunterricht Zukunft?“ von Prof. Dr. Manfred Seidenfuß, „Aufstieg durch Bildung – gilt das noch?“ von Prof. Dr. Petra Deger und „Ist KI allmächtig?“ von Dr. Tobias Bahr und Dr. Thomas Renkert.

Noch mehr zu hören ist etwa von Prof. Dr. Tobias Dörfler über „‚Starke BASIS!‘ in Deutsch und Mathe: Wie das Land Lehrkräfte darin unterstützt, Schüler:innen zu stärken“ und „Queerfeindlichkeit im Klassenzimmer – Die Sprachpolitik von Genderverboten“ von Prof. Dr. Theresa Heyd.

Einzelne Themen wurden außerdem als Beiträge auf dem Blog der HSE „Fokus Lehrerbildung“ veröffentlicht, wie zum Beispiel „Was soll die Schule der Zukunft?“ von Dr. Dennis Dietz und „Zukunftsmut in der Klimakrise: Bildung für wissenschaftsbasierte Mitgestaltung“ von Dr. Nicole Aeschbach.

Die Akademische Mittagspause ist eine Vortragsreihe der Universität Heidelberg, die jedes Sommersemester von einer anderen Einrichtung gestaltet wird. Im vergangenen Sommersemester ließen Wissenschaftler:innen und Dozierende von Universität und Pädagogischer Hochschule Heidelberg die interessierte Öffentlichkeit an aktuellen Entwicklungen aus Forschung, Lehre und Transfer teilhaben – in der besonderen Atmosphäre der Heidelberger Peterskirche. Das Format lud die Heidelberger Stadtöffentlichkeit dazu ein, gemeinsam über Perspektiven für Unterricht und Bildung von morgen und die Lehrkräftebildung heute ins Gespräch zu kommen.


Ausschnitt des Buchcovers

[hop] Der von Ina Henning, Jürgen Oberschmidt und Sarah Maria Ross herausgegebene Sammelband widmet sich dem jüdischen Kulturerbe aus musikpädagogischer, musikwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Ein Fokus liegt auf der Herausarbeitung von emischen und etischen Sichtweisen, die in Anbindung an das DFG-Schwerpunktprogramm 2357 Jüdisches Kulturerbe den Bezug zu den Critical Heritage Studies suchen. So werden neue Lesarten jüdischen Erbes in Deutschland und international ermöglicht.

Die behandelten Themen eröffnen Räume, den jüdischen Musikpädagogen und Kulturpolitiker Leo Kestenberg neu zu betrachten und in breitere Diskurse des jüdischen Kulturerbes einzubetten.

Zugänge zu Kultur von und durch Musik, herausgegeben von Ina Henning, Jürgen Oberschmidt und Sarah Maria Ross, 2026, Verlag Rombach, eBook, 262 Seiten, 69,00 €, ISBN 978-3-98858-119-8


Dr. Irene Berti im Podcast-Studio am Mikrofon

[ka] Was können wir heute von der 2.500 Jahre alten attischen Demokratie lernen? Im Forschungspodcast „Bildungsplausch“ spricht Dr. Irene Berti über ihre Begeisterung für die Antike. Könnte Dr. Irene Berti durch die Zeit reisen, sie würde direkt eine Versammlung der attischen Demokratie vor rund 2.000 Jahren besuchen. In der Antike trafen sich bis zu 30.000 Bürger, um live über politische Entscheidungen abzustimmen. „Ich würde gerne erleben, über welche Themen und wie gesprochen wurde – und wie heftig man sich stritt“, sagt die Althistorikerin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Forschungspodcast „Bildungsplausch“.

In der Abteilung Geschichte und ihre Didaktik gibt die Wissenschaftlerin ihre Begeisterung für die Antike an angehende Lehrkräfte weiter. Bei der Beschäftigung mit dieser eigentlich fremden Welt, ließen sich überraschende Ähnlichkeiten entdecken, erzählt sie im Gespräch mit Antje Karbe und Max Wetterauer. Der Perspektivwechsel helfe auch im Schulunterricht, eigene Werte zu reflektieren. „Gerade die Distanz schafft Raum, über sensible Themen zu sprechen – seien es die Demokratie, der Umgang mit Minderheiten oder Frauenrechte.“

So seien schon damals Fragen diskutiert worden, die uns heute (wieder) beschäftigen: Wie viel Redefreiheit kann eine Demokratie zugestehen? Wie gehen wir mit Menschen um, die Mittel der Demokratie einsetzen, um gegen diese zu agieren? „Es kann sehr produktiv und stimulierend sein, den anderen Blick auf diese Themen einzunehmen.“

Im Forschungspodcast Bildungsplausch spricht Irene Berti zudem über ihr abwechslungsreiche Forschung, über Frauenrollen in der Geschichte und darüber, warum die Antike nicht erst seit Christopher Nolans “Die Odyssee” wunderbares Filmmaterial bietet. Hören Sie das gesamte Gespräch unter und überall, wo es Podcasts gibt.




Rektorin Karin Vach begrüßt im Festsaal die Tagung der "Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik"

[ka] Die Bildung für nachhaltige Entwicklung vorantreiben, kritisches Denken fördern und zur Demokratiebildung beitragen: Auch dies sehen die Fachdidaktiken der Physik und Chemie als ihre Aufgabe. Denn längst ist naturwissenschaftliche Bildung mehr als die reine Vermittlung von Fachwissen. Wie sie zu einer demokratie- und zukunftsfähigen Gestaltung von Gesellschaft beitragen kann, diskutierten 450 Wissenschaftler:innen aus ganz Deutschland im September an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Unter dem Titel „Nachhaltigkeit – Bildung – Transformation. Naturwissenschaftliche Bildung im Umbruch“ richtete die Gesellschaft für die Didaktik der Chemie und Physik (GDCP) im Altbau der Hochschule ihre Jahrestagung 2026 aus.

Die GDCP sei nicht nur eine der ersten Didaktik-Fachgesellschaften überhaupt, sie habe auch schon immer über die eigenen Disziplinen hinaus gedacht und auf ihren Tagungen Themen wie den Umweltschutz oder eine partizipative Demokratie diskutiert, sagte PHHD-Rektorin Prof. Dr. Karin Vach bei der Eröffnung in der Festhalle. „An der PHHD sind Sie damit genau richtig.“ Die Hochschule nehme ihre gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und engagiere sich intensiv, unter anderem in den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Demokratiebildung.

Dass die Fachgesellschaft Position bezieht, zeigte auch Sprecherin Prof. Dr. Sabine Fechner (Paderborn) in ihrer Begrüßung. Vor dem Hintergrund der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt sei es heute wichtiger denn je, diskursfreundlich zu bleiben und andere Perspektiven aushalten zu können, so die Chemiediaktikerin. „Als Forschende können wir zu einem solchen Klima beitragen. Und als Lehrende sollten wir Vorbild für kommende Generationen von Lehrkräften sein.“

Neues Modell: Nachhaltige Entwicklung in einem komplexen Handlungsspielraum

Um naturwissenschaftliche Erkenntnisse in das Bildungssystem und die Gesellschaft zu tragen, haben die Didaktiken der MINT-Fächer ohnehin eine Schlüsselstellung. Doch für die Bewältigung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel oder soziale Ungleichheit müssten die Erkenntnisse auch mit Fragen der Demokratie, Gerechtigkeit und globalen Verantwortung verbunden werden, so das Orgateam um Prof. Dr. Markus Rehm, Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer und Prof. Dr. Patrik Vogt (alle PHHD) in der Einladung zur Tagung.

Eventuell braucht es sogar eine fächerübergreifende „Didaktik der Nachhaltigkeitswissenschaft“, wie Dr. Stefanie Rinaldi und Prof. Dr. Markus Wilhelm vom UNESCO-Lehrstuhl der Pädagogischen Hochschule Luzern vorschlagen. In der ersten Keynote sprachen sie über ihr Konzept und stellten – als Modell für eine zeitgemäße BNE und als Orientierung für Lehr-Lern-Prozesse – den „Apfelring mit Biss“ vor, ein  weiterentwickelter Entwurf zum gängigen Bild der Donut-Ökonomie.

Der Apfelring visualisiert dabei den Handlungsspielraum für ein nachhaltiges und gerechtes Leben zwischen planetaren Grenzen (äußere Begrenzung) und einem gesellschaftlich ausgehandelten Mindestzugang zu Ressourcen und Teilhabe (Kern). Die herausgebissene Stelle macht sichtbar, dass die Nutzung nicht erneuerbarer Ressourcen Verluste verursacht, die unumkehrbar sind und diesen Korridor  verkleinern. „Zugleich verdeutlicht das Modell die Komplexität vielfältiger Wechselwirkungen, die Kontroversität konkurrierender Interessen und die Kontingenz unsicherer Entwicklungen“, erklärt Markus Rehm. „Didaktisch ist dies bedeutsam, weil Lernende Nachhaltigkeitsfragen so nicht als Probleme mit einer eindeutigen Lösung bearbeiten, sondern als offene, konflikthafte und gestaltbare Herausforderungen.“

Weitere Keynotes analysierten den aktuellen Stand der Klimabildung an Schulen (Prof. Dr. Dietmar Höttecke, Hamburg) und den Umgang mit „Socioscientific Issues (SSI)“ (Prof. Dr. Carola Garrecht, Bern), naturwissenschaftliche Themen, die im Unterricht zur Debatte anregen sollen. Prof. Dr. Mandy Singer-Brodowski (Regensburg) sprach zudem darüber, wie Lehrkräfte mit emotionalen Reaktionen auf Themen wie den Klimawandel umgehen können – beim Versuch, die Debatte zu versachlichen, sei dieser Faktor immer wieder unterschätzt worden. 

Mehr als 200 Veranstaltungen

Die mehr als 200 Vorträge und Workshops der Tagung nahmen aktuelle Themen der Chemie- und Physikdidaktik in den Blick. Unter anderem ging es um die Nutzung von KI und Social Media im MINT-Unterricht, Unterrichtsplanung und Lehrkräfteprofessionalisierung oder BNE und kritisches Denken. In Postersessions und Vernetzungsformaten hatten gerade junge Forschende Gelegenheit, ihre Arbeiten zu präsentieren, in den fachlichen Austausch zu treten und Kontakte zu knüpfen. 

Für Atmosphäre, Verpflegung und die vielen Impulse habe es durchweg positive Rückmeldungen gegeben, zog  Rehm am Ende Bilanz. „Das alles war besonders durch die Arbeit von Eva Bühler, Johanna Mohn-Riedel und unseren engagierten studentischen Hilfskräften möglich“, so der PHHD-Wissenschaftler. Vor allem sei man stolz auf ein gut ineinandergreifendes und inhaltlich breit gefächertes Programm. „Ich denke, wir haben deutlich gemacht, dass es mehr braucht als Fachwissen, um Schüler:innen fit zu machen für eine komplexe Gesellschaft und Welt.“

Alle Informationen zur Tagung unter
Fachgesellschaft für die Didaktik der Chemie und Physik (GDCP):  


[ka] Wie bereiten wir Schüler:innen am besten auf das Leben in einer digital vernetzten Welt vor? Antworten darauf suchten mehr als 120 Informatiklehrkräfte und Studierende aus Baden-Württemberg auf dem Heidelberger Informatiklehrkräftetag (HILT) . Bereits zum zweiten Mal hatten die Pädagogischen Hochschule und die Universität Heidelberg im Rahmen der gemeinsamen Heidelberg School of Education eingeladen, sich zu Informatikunterricht in der Schule und die neuesten Entwicklungen auszutauschen. Organisiert wurde der Tag von einem Team um Prof. Dr. Claudia Hildebrandt, CZS Stiftungsprofessorin für Informatik und ihre Didaktik, zusammen mit der Fachgruppe ILL-BW der Gesellschaft für Informatik.

Die Informatik gelte heute als Schlüsseldisziplin, um den rasanten digitalen Wandel zu bewältigen, sagte PHHD-Rektorin Prof. Dr. Karin Vach bei der Begrüßung. „Sie haben als Informatiklehrkräfte eine wichtige Aufgabe, ein Tag wie der HILT kann sie durch neuen Input und die Möglichkeit zur Vernetzung unterstützen“, so Vach. Informatikunterricht müsse so gestaltet werde, dass er junge Menschen mit ihren Themen abhole, aber auch Ängste abbaue und Lust auf mehr informatische Bildung entfache. 

KI ist Inhalt und Hilfsmittel zugleich

Dass dies funktionieren kann, zweifelt nach der Keynote von (Goethe-Universität Frankfurt) niemand mehr an – der Professor für Informatikdidaktik nahm mit seiner Begeisterung den ganzen Hörsaal mit. So erklärte er Prinzipien von Informatiksystemen anhand von Comic-Pinguinen und Wunderlampen oder ließ sein Publikum daran teilhaben, eine KI auf Bilderkennung zu trainieren. Dabei stellte er verschiedene didaktische Werkzeuge vor, die sich im Informatikunterricht einsetzen lassen. Schüler:innen können sich hier unter anderem beim Trainieren einer KI ausprobieren und lernen nebenbei auch problematische Aspekte wie „Bias“ kennen. 

Informatische Bildung geht allerdings darüber hinaus, die Funktionsweise von Algorithmen zu verstehen. „Guter Informatikunterricht baut Fehlvorstellungen ab“, sagte Dengel. So habe eine Befragung gezeigt, dass mehr als 80 Prozent der Fünftklässler:innen davon ausgingen, eine KI besitze so etwas wie menschliche Eigenschaften. Nach dem Modell des „Dagstuhl-Dreiecks“ gelte es neben der technologischen Perspektive auch anwendungsbezogene Aspekte und gesellschaftliche Fragen zur Wirkung von KI im Unterricht zu thematisieren. Auch werde „Computational Thinking“ künftig weniger „regelbasiert“ als „datenbasiert“ sein, so Dengel. Zu den Zukunftskompetenzen gehöre dann, Daten sammeln und filtern zu können, Modelle damit zu trainieren und zu evaluieren. 

Für den Unterricht selbst wird KI ebenfalls eine immer größere Rolle spielen. Lehrkräfte und Bildungstechnologie könnten künftig im Sinne einer „Augmented Intelligence“ für eine gute Lehre zusammenwirken: Automatisierbare Aufgaben sollen, dort wo es sinnvoll und lernwirksam ist, ausgelagert werden und mehr Zeit für pädagogisches Handeln im Unterricht geben.

Neuer Bildungsplan veröffentlicht

Den Raum hierfür will Baden-Württemberg mit dem Pflichtfach „Informatik und Medienbildung“ schaffen, das seit Herbst 2025 ab Klasse Fünf unterrichtet wird. Der entsprechende ging kurz vor dem HILT online, wie Alexander Mittag vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL) berichtete. In der „Anhörungsphase“ nimmt das Kultusministerium nun bis 2. November Rückmeldungen entgegen.

Mittag gab in seiner Keynote Einblick in Hintergründe und Entstehung des Bildungsplans, der in viel Detailarbeit gemeinsam von Informatiker:innenn und Medienpädagog:innen entwickelt wurde. Die beiden Teilbereiche wurden unter dem Schlagwort „grundlegende fachliche Ideen“ verzahnt. So sollen Schüler:innen ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise von Informatiksystemen entwickeln und gleichzeitig lernen, mit Informationsfluten umzugehen und digitale Inhalte kritisch zu bewerten. Am Ende sollen sie sicher, reflektiert und souverän im digitalen Raum agieren und partizipieren können. 

Neben den Hauptvorträgen konnten die HILT-Teilnehmer:innen im Lauf des Tages an vielfältigen Workshops und Diskussionsrunden teilnehmen, Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten erhalten und Unterrichtsmaterialien sichten. Claudia Hildebrandt rief zudem auf, auch die Kaffeepausen als Gelegenheit zu sehen: „Nutzen Sie den Tag, um Ihr Netzwerk zu erweitern, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für Ihren Unterricht zu sammeln.“

Mehr Informationen unter




Das Foto zeigt den Haupteingang des Altbaus der PH Heidelberg.

HSE-Kamingespräch Armut und Schule am 20.10.:

Eröffnung der Ausstellung "Master 26/II" am 21.10.:  

Eröffnung des Akademischen Jahres am 05.11.: