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Klimaschutz an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg
Ein Beitrag zur gemeinsamen Gestaltung einer
nachhaltigen Entwicklung

Das Klimaschutzmanagement der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.

  • Dauer: 01.09.2024 – 31.08.2026
    Dauer 01.09.2024 – 31.08.2026
  • Förderkennzeichen: 67K25984
    Förderkennzeichen 67K25984
  • Projektleitung: Prof. Dr. Alexander Siegmund
    Projektleitung Prof. Dr. Alexander Siegmund

Hitzewellen und deren gesundheitliche Auswirkungen, Starkregen und Überschwemmungen, Trockenheit sowie Ernteausfälle sind nur einige der regionalen Folgen von Klimaveränderungen, die zeigen, dass der Klimawandel eine zentrale Herausforderung unserer Zeit darstellt – und er bietet zugleich die Chance, unsere Gesellschaft nachhaltig zu transformieren. Um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, braucht es die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen, um dem Klimawandel nachhaltig zu begegnen und ein Zusammenspiel mit den vielfältigen Wechselwirkungen anderer Nachhaltigkeitsziele.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg übernimmt hierbei Mitverantwortung und setzt sich aktiv für eine nachhaltige Entwicklung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein. Neben Maßnahmen der Klimaanpassung kommt dabei vor allem dem Klimaschutz eine zentrale Funktion zu. Ziel ist es insgesamt, eine lebenswerte Umwelt für heutige und kommende Generationen zu sichern. Das soll durch wissenschaftlich fundierte Strategien, konkrete Maßnahmen und gemeinsames Engagement erreicht werden.

Als Bildungsinstitution nimmt die Pädagogische Hochschule Heidelberg eine besondere Vorbildrolle ein: Sie bildet zukünftige Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte aus, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren das Thema Klimaschutz im Kontext der globalen Nachhaltigkeitsziele in Bildungseinrichtungen und Gesellschaft weitertragen. So wird Klimaschutz nicht nur lokal wirksam, sondern auch langfristig und strukturell verankert.

Die Landesvorgabe für Hochschulen in Baden-Württemberg lautet: Klimaneutralität bis 2030. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg strebt an, dieses Ziel ambitioniert und modellhaft umzusetzen. In der kürzlich verabschiedeten B:NE-Strategie der Hochschule ist der Klimaschutz zwar insbesondere im Bereich des Hochschulbetriebs, als eines der fünf zentralen Handlungsfelder des Whole Institution Approach, verankert. Im Sinne einer integrierten B:NE-Strategie sollen Fragen des Klimawandels aber auch übergreifend in allen anderen Handlungsfeldern von Forschung, Lehre, Transfer und Governance mit verankert werden. Damit wird die Nachhaltigkeit beim Klimaschutz im Alltag der Hochschule konkret: Von der energetischen Sanierung über ressourcenschonende Mobilität bis hin zu klimafreundlicher Beschaffung.

Mit der vom Heidelberger Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (B:NE-Zentrum) erfolgreichen Einwerbung von Projektmitteln, konnte die Stelle für ein Klimaschutzmanagement geschaffen werden. Das Projekt wurde von Prof. Dr. Alexander Siegmund initiiert und wir von ihm geleitet. Das B:NE-Zentrum koordiniert den gesamten Nachhaltigkeits- und BNE-Prozess an der Hochschule.

Dadurch kann die Hochschule konsequent den nächsten Schritt zu mehr Klimaschutz gehen: Johannes Rüd als Klimaschutzmanager wird zusammen mit dem Team B:NE-Zentrums und mit der umfangreichen Expertise des renommierten , ifeu, ein Klimaschutzkonzept für die Hochschule erarbeiten. Damit wird die Grundlage für eine systematische, langfristige und messbare Reduktion von Treibhausgasemissionen geschaffen. Dabei stehen administrative und technische Maßnahmen wie z.B. nachhaltige Beschaffung oder energetische Sanierungen, aber auch Verhaltensänderungen und bewusste Entscheidungen im Alltag jedes einzelnen Menschen im Fokus. Das Klimaschutzkonzept umfasst folgende zentrale Arbeitspakete:

Das Klimaschutzkonzept umfasst folgende zentrale Arbeitspakete:

  • Ist-Analyse sowie Energie- und Treibhausgas-Bilanz (THG): Erhebung des aktuellen Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen der Hochschule. Die Bilanzierung erfolgt nach dem BISKO-Standard (Bilanzierungssystematik für kommunale Klimaschutzberichte). Für einen Vergleich mit Bundesdurchschnittsdaten werden bestimmte Indikatoren gebildet.
  • Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung: Identifikation technischer und organisatorischer Einsparpotenziale sowie Entwicklung von Zukunftsszenarien zur Erreichung der Klimaneutralität – unter Berücksichtigung von Kosten, Zeiträumen und Wirkungsgraden.
  • Festlegung von THG-Minderungszielen: Definition konkreter Zielwerte zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in verschiedenen Bereichen des Hochschulbetriebs.
  • Strategien und priorisierte Handlungsfelder (integriertes Konzept): Entwicklung eines strategischen Gesamtkonzepts zur THG-Reduktion mit klaren Prioritäten für die Umsetzung – abgestimmt auf die spezifischen Rahmenbedingungen der Hochschule.
  • Beteiligung aller relevanten Akteure: Einbindung von Hochschulangehörigen und externen Partnern zur Förderung von Mitverantwortung und Akzeptanz.
  • Maßnahmenkatalog mit Kurzbeschreibung jeder Maßnahme: Zusammenstellung konkreter Klimaschutzmaßnahmen gemäß standardisierter Maßnahmenblätter – inklusive Wirkungsabschätzung, Zuständigkeiten und Zeitplan.
  • Verstetigungsstrategie: Entwicklung von Ansätzen zur dauerhaften Verankerung von Klimaschutz in den Strukturen und Prozessen der Hochschule.
  • Controlling-Konzept: Aufbau eines Monitoringsystems zur regelmäßigen Erfolgskontrolle und Fortschrittsbewertung der umgesetzten Maßnahmen.
  • Kommunikationsstrategie für Information und Partizipation: Konzeption von Formaten und Kanälen zur transparenten Information und aktiven Beteiligung der Hochschulgemeinschaft bei der Umsetzung des Konzepts.
  • Begleitende Öffentlichkeitsarbeit: Maßnahmen zur Sensibilisierung, Mobilisierung und Sichtbarmachung des Klimaschutzengagements der Hochschule – lokal und überregional.

Transparenz und Beteiligung sind in diesem Prozess wichtig, um die nötige Akzeptanz und Bereitschaft aller Mitglieder der Hochschule zu fördern, sich im Kontext des gesamten Nachhaltigkeitsprozesses an Maßnahmen des Klimaschutzes zu beteiligen: Auf dieser Website wird daher regelmäßig über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert. Darüber hinaus stehen das B:NE-Zentrum und Johannes Rüd allen Interessierten für Fragen, Anregungen oder Gespräche rund um das Thema Klimaschutz jederzeit offen gegenüber. Denn Klimaschutz gelingt nur gemeinsam – und beginnt vor Ort.

Projektinformationen:

Das Klimaschutzmanagement der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. 

  • Titel des Vorhabens: Klimaschutzkonzept und -management für die Pädagogischen Hochschule Heidelberg KSI
  • Laufzeit: 01.09.2024 – 31.08.2026
  • Förderkennzeichen: 67K25984
  • Ausführende Stelle: Heidelberger Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Projektleitung: Prof. Dr. Alexander Siegmund 

Erste Ergebnisse der Energie- und Treibhausgas-Bilanz 2024, mögliche Zukunftsszenarien und aktive Beteiligungsformate

Ein zentraler Meilenstein in der Erstellung des Klimaschutzkonzepts im Kontext der BNE- und Nachhaltigkeitsstrategie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist erreicht: Die erste Energie- und Treibhausgas-Bilanz (THG-Bilanz) liegt entsprechend der Landesvorgabe für das Jahr 2024 vor. Sie wurde nach der „Richtlinie zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen der Hochschulen in Baden-Württemberg“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erstellt und bildet eine valide Grundlage für die weitere Entwicklung des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsprozesses der Hochschule.

Im Rahmen der THG-Bilanz wurden alle relevanten Verbräuche und Emissionen des Hochschulbetriebs erfasst – von Wärme- und Stromversorgung über die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen bis hin zum Mobilitätsverhalten von Studierenden und Mitarbeitenden sowie Dienstreisen. Damit ist nun klar sichtbar, wie hoch der THG-Ausstoß der Pädagogischen Hochschule im Berichtsjahr 2024 insgesamt war und in welchen Bereichen sich die größten Energie- und Emissionseinsparpotenziale für Verbesserungen zeigen.

Die THG-Bilanz zeigt, dass die Hochschule im Jahr 2024 insgesamt 2.961 tCO₂-Äquivalenten (tCO2e) verursachte. Diese Zahl markiert den Ausgangspunkt für alle weiteren Reduktionsstrategien.

Ergebnis der THG-Bilanz der Hochschule im Jahr 2024 nach Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol), ortsbasiert/location based. Scope 1 (18 tCO2e) stellt die direkten Emissionen der Hochschule dar, z.B. durch die Verbrennung von Kraftstoffen des Fuhrparks oder des Notstromaggregats. Scope 2 (885 tCO2e) erfasst die indirekten Emissionen, z.B. durch den Bezug von Strom und Fernwärme. Scope 3 (2.058 tCO2e) misst die restlichen indirekten Emissionen, darunter z.B. das Pendelverhalten, Geschäftsreisen, die Beschaffung, Abfall und Abwasser sowie Emissionen von vorgelagerten Energiegewinnungsprozessen.

Die sektorale Aufschlüsselung der THG-Bilanz verdeutlicht, in welchen Bereichen der größte Handlungsbedarf besteht und wo technische, organisatorische oder verhaltensbezogene Maßnahmen besonders wirksam sein können. Das Ziel ist im Sinne der Vorgaben des Landes bis 2030 klimaneutral zu sein und mehr Klimaschutz zu gewährleisten. Die Bereiche Strom- und Wärmebereitstellung mit ihren Vorketten machen 37 % der Gesamtemissionen aus. Das Pendeln der Mitarbeitenden und Studierenden von und zur Hochschule verursacht 55 % der Gesamtemissionen. Vergleichsweise geringe Emissionen verursacht die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen (ca. 1 %), obwohl insbesondere in diesem Bereich Ressourcen eingespart werden können. Das zeigt, das eine alleinige Sicht auf die Emissionen zu kurz fasst.

Gemeinsamer Klimaschutz: Ergebnisse aus den Beteiligungsworkshops

Auf Basis der THG-Bilanz 2024 berechnete das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) Energie- und Emissionseinsparpotentiale und entwickelte daraus drei mögliche Szenarien für die Hochschule:

  • THG-Neutralität bis 2030 – entsprechend der Landesvorgabe Baden-Württemberg,
  • THG-Neutralität bis 2045 – entsprechend der bundesweiten Zielsetzung,
  • ein Referenzszenario, das verdeutlicht, wie sich die Emissionen ohne aktives Gegensteuern entwickeln würden.

Im Auftrag des Heidelberger BNE-Zentrums und des dort angesiedelten Projekts: Klimaschutzkonzept und -management für die Pädagogischen Hochschule Heidelberg unterstützt das ifeu die Hochschule bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).

Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines breiten Partizipationsprozesses in drei Beteiligungsworkshops mit umfangreicher Beteiligung von Hochschulmitgliedern als auch externen Akteuren vorgestellt und intensiv diskutiert.

Im ersten Austauschformat waren alle Statusgruppen der Hochschule vertreten: Studierende, Verwaltung, Forschende und Lehrende sowie die Hochschulleitung. Der Fokus lag auf der Präsentation der Ergebnisse der THG-Bilanz und der gemeinsamen Sammlung von Maßnahmenvorschlägen für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung an der Hochschule. Der Workshop hatte das Ziel, Transparenz über den Prozess zu schaffen, Austausch anzustoßen und eine gemeinsame Blickrichtung zu entwickeln.

Im zweiten Beteiligungsworkshop wurden die Ergebnisse der THG-Bilanz dem Hochschulrat präsentiert und Ideen und Maßnahmenvorschläge gesammelt und diskutiert. Dieser ist das Aufsichtsgremium der Hochschule und besteht aus internen und externen Mitgliedern. Weitere Informationen zum Hochschulrat finden Sie .

Beim dritten Beteiligungsworkshop wurden im Rahmen einer sogenannten Akteursbeteiligung externe Akteure eingeladen. Zu diesen zählten Vertretungen der Stadt, des Landkreises, Mobilitätsanbietern, Energieversorgern, Vermögen und Bau sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Klimaschutz und Klimawandelanpassung an Hochschulen. Durch die beteiligten Personen, die maßgeblichen Einfluss auf die THG-Bilanz der Hochschule sowie auf die Umsetzung der Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsmaßnamen haben, konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So wurde deutlich, bis wann die Energieversorgungsunternehmen treibhausgasneutral sein werden oder welche Zeiträume realistisch für die energetische Sanierung der Landesliegenschaften sind. Besonders interessant waren Vorträge von Vertretungen der Hochschule Biberach und des Umweltcampus Birkenfeld der Hochschule Trier, die den Teilnehmenden interessante Einblicke in ihre Erfahrungswerte bei der Umsetzung von Maßnahmen gaben.

Wie geht es nun weiter?

Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Akteursbeteiligungen werden nun vom Klimaschutzmanagement am Heidelberger BNE-Zentrum zusammen mit dem ifeu analysiert, bewertet und mit den zuständigen internen und externen Stellen weiter konkretisiert. Das Ziel ist ein auf die Hochschule zugeschnittener Maßnahmenkatalog zur THG-Reduzierung als Teil eines Klimaschutz- und Klimawandelanpassungskonzeptes im Rahmen der übergreifenden B:NE-Strategie der Hochschule. Bevor es anschließend an die Ausarbeitung eines Controllingkonzeptes geht, die das Monitoring der Maßnahmenumsetzung sicherstellen soll, wird es während des Future Festivals der Pädagogischen Hochschule am 30.Juni 2026 ein weiteres Beteiligungsformat geben, das für alle Hochschulmitglieder offen ist.

Die Ergebnisse daraus werden eine weitere wichtige Grundlage für die zukünftigen Prozesse bilden: Sie sorgen dafür, dass das Klimaschutzkonzept nicht nur fundiert, sondern auch breit getragen, praxisnah und hochschulspezifisch ausgestaltet ist.

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Klimaschutzmanagement
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