CASE

Im sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung ist bundesweit eine Zunahme von Schüler:innen zu beobachten, die ein äußerst heterogenes Kompetenzprofil aufweisen. Neben klassischen diagnostizierten Formen kognitiver Beeinträchtigungen zeigen sich vermehrt komplexe Unterstützungsbedarfe, etwa im Zusammenhang mit herausforderndem Verhalten, psychischen Belastungen oder einer Verortung im Autismus-Spektrum. Diese Entwicklungen stellen Schulen, Lehrkräfte sowie multiprofessionelle Teams vor neue pädagogische, didaktische und organisatorische Herausforderungen. Das Forschungsprojekt CASE untersucht diese Entwicklungen mit besonderem Blick auf Baden-Württemberg.

  • Dauer: April 2025 bis März 2028
    Dauer April 2025 bis März 2028
  • Zielgruppe: Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Geistige Entwicklung in B.-W
    Zielgruppe Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Geistige Entwicklung in B.-W
  • Ansprechperson: Karin Terfloth und Stefanie Köb
    Ansprechperson Karin Terfloth und Stefanie Köb

Das Forschungsprojekt CASE untersucht die in der Einleitung eingeführte Entwicklungen mit besonderem Blick auf Baden-Württemberg und setzt sich mit der Frage auseinander, wie sich die Schüler:innenschaft im Schwerpunkt Geistige Entwicklung gegenwärtig verändert und welche Konsequenzen sich daraus für Schule und Unterricht ergeben. Im Fokus stehen insbesondere Veränderungen in den Unterstützungsbedarfen von Schüler:innen, die daraus resultierenden Anforderungen an Lehrkräfte sowie mögliche Ansätze für eine adaptive Unterrichts- und Schulentwicklung.

Juli 2025 bis September 2025: Erhebung im Rahmen der Teilstudie CASE I

November 2025 bis Juli 2026: Erhebung im Rahmen der Teilstudie CASE II


Im Rahmen von CASE I wurde eine landesweite quantitative Erhebung durchgeführt, an der insgesamt 49 sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in Baden-Württemberg teilnahmen.

Ziel der Erhebung ist es, systematische Einblicke in die Zusammensetzung der Schüler:innenschaft sowie in veränderte Unterstützungsbedarfe zu gewinnen. Dabei wurden insbesondere folgende Aspekte erfasst:

  • Heterogenität der kognitiven und adaptiven Kompetenzen
  • Auftreten komplexer Unterstützungsbedarfe (z. B. herausforderndes Verhalten, psychische Belastungen, Autismus-Spektrum)
  • Veränderungen in der Schüler:innenschaft aus Sicht der Schulen
  • daraus resultierende Anforderungen 

Die quantitative Datengrundlage ermöglicht es, Entwicklungen im sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung systematisch und flächendeckend für Baden-Württemberg zu beschreiben.

CASE II ergänzt die quantitativen Befunde durch qualitative Gruppendiskussionen mit unterschiedlichen schulischen Akteur:innen. Einbezogen werden unter anderem:

  • Lehrkräfte
  • Schul- und Stufenleitungen
  • Schulbegleitungen

Ziel ist es, vertiefte Einblicke in die schulische Praxis zu erhalten und die in CASE I identifizierten Entwicklungen aus einer handlungsnahen Perspektive zu reflektieren. Im Zentrum stehen dabei:

  • konkrete Erfahrungen im Umgang mit veränderten Unterstützungsbedarfen
  • wahrgenommene Herausforderungen im Schulalltag
  • bereits entwickelte Strategien und Lösungsansätze
  • Perspektiven auf adaptive Unterrichts- und Schulentwicklung

Die Gruppendiskussionen ermöglichen es, kollektive Deutungsmuster, geteilte Problemlagen und innovative Praxisansätze sichtbar zu machen und in Beziehung zu aktuellen wissenschaftlichen Diskursen zu setzen.

Akad. Oberrätin, Professurvertretung
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koeb@ph-heidelberg.de
313 / Altbau
Integrationsbeauftragte, Leitung, Professorin
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346 / Altbau