Im DFG-geförderten Projekt untersucht Professor Thomas Knaus, wie Künstliche Intelligenz (KI) schulische Bildungs- und Lernprozesse verändert und welche pädagogischen und technischen Bedingungen erforderlich sind, damit generative KI erfahrungs- und handlungsorientierte sowie kritisch-reflexive Bildungsprozesse unterstützt. Voraussetzung hierfür ist eine bildungstheoretisch und mediendidaktisch fundierte Gestaltung von Lehr- und Lernumgebungen. Vielversprechend erscheinen in diesem Kontext generative KI als ko-kreative Impulsgeberin und kritische Sparringspartner*in, Ansätze, die in der bildungstheoretischen Studie entwickelt und exemplarisch mittels pädagogischer Konzepte illustriert werden.
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Dauer 18 Monate
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Zielgruppe Wissenschaftler:innen und Lehrende an Hochschulen und Schulen
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Projektförderung Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft – DFG geförderte Projekt (DFG-Fördernummer: 590359763) untersucht, wie generative und kommunikative KI Bildungs- und Lernprozesse in der Schule verändert und welche pädagogischen Bedingungen notwendig sind, damit KI nicht zur Re-Produktion überholter Lernlogiken beiträgt, sondern erfahrungs- und handlungsorientierte, kritisch-reflexive und ko-kreative Bildungsprozesse unterstützt. Während internationale Forschung zu Artificial Intelligence in Education (AIED) primär technische und organisatorische Perspektiven fokussiert – in denen KI als Instanz zur Lernleistungsmessung, für Feedback an Lernende oder als Instrument zur Steuerung und Optimierung adaptiver Lernprozesse fungiert –, wird die ko-kreative Rolle generativer KI als Impulsgeberin im Unterricht und Unterstützerin von Lehrenden bislang kaum reflektiert. Dieses Desiderat erklärt sich aus dem Fehlen eines theoretischen Modells von Ko-Kreativität als pädagogischer Kategorie. Um diese Forschungslücke zu schließen, zielt das Projekt auf die Entwicklung eines bildungstheoretisch fundierten Verständnisses des Verhältnisses von Mensch, Maschine und Bildung. Hierfür verbindet die Studie erziehungswissenschaftliche (insbesondere medienpädagogische und -didaktische) Perspektiven mit der kritischen Analyse der in digitalen Lernumgebungen eingeschriebenen bildungs- und lerntheoretischen Annahmen. Es untersucht zunächst das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Kreativität und deren Bedeutung in schulischen Lernprozessen. Darauf aufbauend wird analysiert, welche normativen Vorstellungen von Bildung, Lernen und Kreativität in aktuellen Lernumgebungen eingeschrieben sind und wie diese – häufig implizit – überholte Steuerungslogiken fortschreiben und so pädagogische Autonomie beschneiden. Ein konzeptionelles Gegenmodell, das die Studie anbietet, ist, KI als Impulsgeberin kreativer Exploration zu nutzen, die kritisch-reflexive Auseinandersetzung fördert, Lernperspektiven erweitert und Lehrende in der Durchführung erfahrungs- und handlungsorientierter Unterrichtskonzepte unterstützt. Dies setzt voraus, Lehr- und Lernprozesse nicht technikdeterministisch, sondern bildungstheoretisch und mediendidaktisch fundiert zu gestalten. Um aufzuzeigen, wie dies gelingen kann, werden im Rahmen des Einzelvorhabens exemplarische Unterrichtskonzepte entwickelt, die beispielhaft illustrieren, wie generative KI zur kreativen Exploration, Reflexion und Kollaboration in der Schule eingesetzt werden kann.
Laufzeit: 18 Monaten und wurde im Jahr 2026 bewilligt.
Zielgruppe: Wissenschaftler:innen und Lehrende an Hochschulen und Schulen.
Projektförderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG.
Brinda, T., Brüggen, N., Diethelm, I., Knaus, T., Kommer, S., Kopf, C., Missomelius, P., Leschke, R., Tilemann, F., & Weich, A. (2025). Frankfurt Triangle – An interdisciplinary model. MedienPädagogik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 56, 186–198.
Knaus, T. (2018). [Me]nsch – Werkzeug – [I]nteraktion. Theoretisch-konzeptionelle Analysen zur ‚Digitalen Bildung‘ und zur Bedeutung der Medienpädagogik in der nächsten Gesellschaft. MedienPädagogik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 31, 1–35.
Knaus, T. (2020). Von medialen und technischen Handlungspotentialen, Interfaces und anderen Schnittstellen – Eine Lesson in Unlearning, In: Knaus, T./Merz, O. (Hrsg.), Schnittstellen und Interfaces – Digitaler Wandel in Bildungseinrichtungen (Bd. 7), kopaed, 15–72.
Knaus, T. (2022). Making in Media Education—An activity-oriented approach to digital literacy, Journal of Media Literacy Education – JMLE, 14 (3), 53–65,
Knaus, T. (2024). Künstliche Intelligenz und Pädagogik – Ein Plädoyer für eine Perspektiverweiterung. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 24, 1–34.
Knaus, T. (2024). Warum KI kein Hype ist – ...und die Medienpädagogik sich damit befassen sollte. merz | medien + erziehung. Themenheft: Medienpädagogik und KI, 68(3), S. 21–30).
Knaus, T. (2025). Ko-Kreativ mit Maschinen: Generative und kommunikative KI als kreative und kritische Impulsgeberin in der Schule. Medienimpulse, 63(3), 1–60.
Knaus, T. (2025). Why AI matters for education—An exploration in seven arguments. Zeitschrift für Bildungsforschung – ZfB, pp. 1–21.
Knaus, T. (2026). Generative AI in Schools—Between Instruction and Inspiration, Cambridge, UK, Cambridge University Press – CUP [in progress]
Knaus, T. (2027). Doing Digital – Bildungstheoretische Überlegungen zur ko-kreativen Gestaltung von Schule und Unterricht mit generativer und kommunikativer KI [im Entstehen]
Knaus, T., et AI. (2023). Künstliche Intelligenz und Bildung: Was sollen wir wissen? Was können wir tun? Was dürfen wir hoffen? Und was ist diese KI? – Ein kollaborativer Aufklärungsversuch. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 23, 1–42.
Knaus, T., Schmidt, J., & Merz, O. (2023). Aktive Medienarbeit als Vorbild – Handlungsorientierte Ansätze zur Förderung einer um digitaltechnische Dimensionen erweiterten Medienbildung. merz – medien + erziehung, 67(3), Themenheft: (Kritische) Aktive Medienarbeit im Wandel, 42–49.
Swertz, C., & Knaus, T. (2026). Kreativität ohne Subjekt? Ein Gespräch über KI, Lernen als Erkennen und pädagogische Souveränität [Teil 1 & 2], In: MedienImpulse – Beiträge zur Medienpädagogik 64(3) & 64 (4).