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Im Klassenzimmer über Rassismus sprechen

Gastprofessorin Prof. Dr. Shaireen Rasheed diskutierte mit PHHD-Studierenden über den Umgang mit Ausgrenzung und Vorurteilen

von links: Prof. Dr. Marita Friesen, Prof. Dr. Shaireen Rasheed, Henrike Schön und Prof. Dr. Georg Zenkert

„Wir“ und die „Anderen“: Wie bilden wir solche Kategorien und welche Formen von Ausgrenzungen hat dies zur Folge? Fragen zu Identität, Zugehörigkeit und Rassismus sind Forschungsthemen von Prof. Dr. Shaireen Rasheed, die an der Long Island University (New York, USA) angehende Lehrkräfte ausbildet. Im Juni lehrte sie vier Wochen als Visiting Professor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Die Professorin für Philosophie war bereits mehrfach als Gastwissenschaftlern an der PHHD, zuletzt 2023 im Rahmen des International Fellow-Programms. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit rassismuskritischer Pädagogik, Inklusion, Rechtspopulismus und interkulturellem Dialog und entwickelte hier auch eine vergleichende Perspektive zwischen Deutschland und den USA.

Bei ihrem aktuellen Aufenthalt hielt sie an der PHHD mehrere Vorlesungen zu ihren Themen sowie ein Seminar zu „Decolonizing Education: Race, Identity, and Global Citizenship in the German Classroom“. Im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Heidelberg sprach sie als Referentin darüber, welche Impulse eine diskriminierungssensible, bindungsnahe Erziehung geben kann.

Viel Gesprächsbedarf an Schulen

Zudem thematisierte sie im Grundlagenmodul mit Studierenden “Whiteness, Double Consciousness and Collective Memory“: Nehmen wir Rassismus in Deutschland wahr und wie gehen wir damit um? Dabei war ihr Anliegen, zunächst einmal für die Präsenz von (Alltags)rassismus und andere Perspektiven zu sensibilisieren. Dass der Begriff „Rasse“ in Deutschland seit dem Nationalsozialismus nicht mehr benutzt werde, sei verständlich, so die Wissenschaftlerin, aber erschwere, über Rassismus zu sprechen.

Gerade für Lehrkräfte sei es wichtig, wieder eine „Sprache“ für diese Themen zu finden. Denn schon das Benennen von rassistischen Denkweisen schaffe einen Diskurs-Raum – und ihre Erfahrung sei, dass es großen Gesprächsbedarf gebe, unter Lehramtsstudierenden wie auch Schüler:innen.

Viel Diskussionsbedarf habe sie auch bei ihrem Aufenthalt in Heidelberg erlebt, sagte Rasheed bei ihrem Abschlussbesuch bei Prorektorin Prof. Dr. Marita Friesen. „Die Studierenden waren dieses Jahr besonders interessiert und die Arbeit im Seminar sehr produktiv“, so ihre positive Bilanz.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Georg Zenkert, Dekan der Fakultät II, und Henrike Schön, Leiterin des Akademischen Auslandsamts, war man sich über die Aktualität des Themas einig. Mehr denn je bräuchten angehende Lehrkräfte Strategien, um mit dem Thema Rassismus im Klassenzimmer umzugehen und Werte zu vermitteln. Auch deshalb planen die PHHD und die Long Island University, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und künftig den Austausch Studierender zu fördern.

Zur Person
Prof. Dr. Shaireen Rasheed forscht und lehrt seit 2000 am College of Education der Long Island University und ist dort Professorin für Philosophie mit den Schwerpunkten „Race Theory, Social Justice, Cultural and Global Studies and Multiculturalism. Seit 2018 leitet sie zudem das „Doctoral Program in Interdisciplinary Approaches to Education“. Sie war als Visiting Professor an der Columbia University New York, an der Harvard University, an der Universität Salzburg, in Lissabon und Jordanien und mehrfach an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

International Fellows an der PHHD:  

Text: Antje Karbe
Foto: Birgitta Hohenester

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